Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 46. (15.11.1883)
- Date
- 1883-11-15
- Page
- Seite 182 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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E-■ . ' •inen edleren, idealeren Zag and ist der Nahahmang ■,wohl wwrth.' ‘Vor Allem aber glaabe ich die Erwartung «Euspsaoben. za däifen, dass wenn e6 auch bloss Angsserliches, äaSBere Sitten and Formen, gewesen, ’ das ich zu schildern versucht, Sie doch empfanden - haben werden, dass dieses Aeasserliche mit dem innersten ‘ Wesen des Menschen im engsten Zusammenhänge ׳ steht. Denn — ich wiederhole am Schlüsse, was ich . am Anfänge aasgeführt — auch unter Formen regt sich Leben; sie bringen zur sichtbaren Erscheinung, verborgen schlummert in der tiefsten Tiefe des 1and des Volkslebens, sie sind der getreue des Volkscharakters, das nntrügliche Spiegelbild wahren Volksseele. einer Reise durch Indien von einem Israeliten. 1 Schloss. Die vermeinte Verachtung der Beni Israel habe ich bei den Bagdadem nicht gefunden. Wohl ist eine intime Mischung beider Volkskreise vorläufig schwer , sa erreichen, doch haben die weissen Juden stets r, brüderlich ihrer Glaubensgenossen sich angenommen, wie s. B. die von den Sassoons unterhaltene Erziehung»- anstalt für die Beni Israel erweist, za welcher aie Anglo-Jewian Assoo. in den letzten Jahren eine Jahres- Unterstützung von ^000 M. hergiebt. Da die Bagdader and die Regierung jetzt mehr für die Schule than, dürfte diese Beisteuer auf 1000 M. herabgemindert werden dürfen. 253- Schüler besuchen die Schule, 167 Knaben, 86 Mädchen und lernen dort Hebräisch, Mahrattisch, Englisch, Geschichte und B>echnen. Leiter des Schulcomites ist Herr Samuel Haller, der früher Regierangsbe&mter war, and sich jetzt ganz der Leitung der Anstalt gewidmet hat. Die Beni Israel sind entweder Arbeiter oder Angestellte (der Geschäftshäuser als auoh der Regierung) als Soldaten (aach Officiere). Sie sind sehr ahn, doch zählen sie sehr intelligente tmd sehr ehrenwexthe Mitglieder. Mit der anderen Bevölkerung leben, sie sehr gut, doch unter einander leider in beständigem Streite. In wenig Jahren hatte die Gemeinde ein Vermögen von 75000 M. in Processen vergeudete-Für ihre 3000 Seelen haben sie 4 Synagogen und 3 sich befehdende, schlecht rentirende Zeitungen. Ihr Familienleben ist vorzüglich, trotz der Polygamie. Ein ,$(Vjähriger Greis z. B. hat 4 Frauen, deren jüngste eine izrosse, schöne Dame von 19 Jahren ist. . Die Juden in Calcatta sind alle weiss und stammen von Bagdad, Aleppo und anderen Orten des Orients, Sie zählen 800—900. Die Meisten sind dürftig, nur 2—3 Familien sind sehr reich und sehr wohlthätig. An der Mädchenschule unterrichten 2 Lehrer and 5 Lehrerinnen 106 Schüler. Leider werden fünf Cl&ssen in 3 Schulzimmem untergebracht. Doch machen diaMädchen gute Fortschritte; mit den 2 Knabenschulen geht es schlechter. Mit jährlich 14000 M. unterhält (ernährt und unterrichtet) Herr E. D. J. Ezra zum Andenken seines Vaters 40 arme Knaben. Dadurch aber ist eine Armenschule mit allen ihren Mängeln entstanden. In der Gemeindeschule werden 31 Schüler von 5 Lehrern unterrichtet, in Hebräisch, Englisch, Geographie und Rechnen. Wären beide Schulen vereint, so würde die 70 übersteigende Schülerzahl eine Subventionirung seitens des Staates und zugleich die Ueberwachung durch staatliche Inspectoren erzielen. In C&lcutta findet man 2 Synagogen, eine etwa 60 Jahr alte and die 1858 erbaute. Die neue ist bequem «1»d schön, die alt• wird durch einen Neuban ersetzt, welchen Herr E. D. J. Ezra für etwa 400000 M. aufführen lässt. An einem Samstage sah ich in dieser alten Synagoge die Einführung eines jungen Ehepaars. Der Bräutigam, etwa 16 Jahre alt (die junge Frau zählte nur 12—13), sass mit 2 noch jüngeren Freunden auf einer besonderen Bank. Alle drei waren sehr reich gekleidet, in Goldstoffen oder golddurohwirkter Seide. Während des Gottesdienstes vertheilte man den Anwesenden Bonbons, kleine rothe oder weisse Zuckerkugeln^ welche alle Welt auf den jungen Mann warfj so dass er fast wie mit farbigem Schnee bedeckt erschien. Darauf goss ein Diener auf die Hände der Gemeindemitglieder verschiedene Parfüms, Rosenwasser und Sandelöl und lud sie zu den Neuvermählten ein. Die Damen, auf der stark vergitterten Frauengallerie, welche nur die schönen, schwarzen Augen durchschimmern liess, begleiteten diese Ceremonie mit eigentümlichen, im Chore wiederholten Tönen, welche trotz aller Sonderbarkeit ganz harmonisch klangen. Diese Gewohnheit soll den Mohamedaneiinnen Bagdad’s entlehnt sein. Der junge Mann wurde zur Thora gerufen, welche Jeder beim Einheben za umarmen Sich bemühte. Mit Musik voran wurde sodann der junge Ehemann in Procession in sein Hans geleitet, oft von den aus ihren Fenstern schauenden Damen mit Parfüm überschüttet. Bemerkungen zn Prof. Dr. Bacher’e Arbeit über die Agada. Von Rabbiner Dr. Goldfahn. (Schluss.) Was in den fraglichen Stellen ״שר״ Fürst, Schutzengel und dessen Tödtnng bedeutet, zeigt das Glaichnis8 vom Kelter, welches Tanchuma bezw. Exodus rabba vorausschicken*). Entfernung der Luft, des alle kreatürlichen Dinge durchdmigenden Lebensprinzipes, nnd in Folge dessen Mangel der Bewegung, des Merkmales des Lebens, Anschauungen zu denen die Betrachtung des todten Meeres von jeher Anlass gegeben**). Die ״ Tödtung des Okeanos“ oder, wie wir gezeigt, richtiger die Tödtung des ״Fürsten des Okeanos“ beruht daher nicht, wie Dr. K., welcher ״eine Tödtung des ״Okeanos“ von Seiten des Zeus allerdings nicht zu ״erweisen“ vermochte, meint, auf der Tödtung des ״Nessus, eines Flussgottes, des Sohnes des Okeanos“, wenn auch Dr. Kohut zur Erhärtung seiner Annahme daranf *) Vgl. die Commentatoren, welche auf die Pärall. in den Midraschim verweisen, wo ausdrücklich gesagt wird, Oott habe habe durch Entfernung der Luft aus den Poren und Zusammenpressung Raum für die von der Erdoberfläche abfliessenden Wasser geschaffen. So deutet aach Pesikta d. R. Kahana ed. Buber Kap. 143b יקבי המלך Zach-14,10 □אוקינוס יקבי שיקבם מלך מלכי המלכים הקבר ה. **) Hieronymus a. a. O.; Robinson Palästina, das mir aber jetzt nicht zur Hand ist. Noch der letzte Reisende, welcher das todte Meer besucht hatte, Herr Gabriel Charmes sagt ״Revue des deux Mondes vom 15.j August 1881 (S. Allg. Zeit, des Jndenth. 1881 Seite 698). dass ״dessen Gewässer zu schwer sind, als dass der Wind sie bewegen könnte nnd eine unbewegliehe Oberfläche zeigen. ״Es ist todt durch die Ab-“ ״Wesenheit der Bewegung; .... Man hat es mit einem“ ״versteinerten Meere verglichen, ln der That fallen die“ ״Wellen schwer nnd weich auf den Kieselgrand, ohne mit den“ ״Steinen zn spielen, ohne ein Geräusch hervoraabringen. Ihre“ ״Bewegung ist nicht za unterscheiden, kaum eine leichte“ ״Wellenbewegung. Jedermann weiss, dass sein Wasser einen“ ״abscheulichen Geschmack hat nnd dass es so dick ist,“ ״dass fast alle Gegenstände darauf schwimmen ohne“ ״unterzutauchen.“ Leber Luft and Bewegung als Prinzipien des Lebers vgl. BabL Chagiga fol. 12 b Jer. Chagiga fol. 77a: רוח Luft and סערה — Bewegung; Jeras. a. a. O. and Tanchuma za Gien. 1.1 ed Stettin 1864 Kap. 6; (ed Ven. foL 3a. wo ללקילם ausgefallen): den Dialog zwischen Hadrian und Akylas. ' 1 •jäL* ׳*•*'י ״- * '«-'■נ ■*-''•1י•‘*'-־* am