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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-10-19 · No. 42. (19.10.1883) · p. Seite 168

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 42. (19.10.1883)
Date
1883-10-19
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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'1 י ן ■1 Nickrtaa» 8ollen zwei andere Schriften, nämlich * Veröffentlich tmgen aas den Papieren eines hoohbedeutenden Israeliten von Professor Delitzsch and eine nioht minder interessante Abhandlung von dem bereits erwähnten Professor Cremer im Selbstverläge des Institutum Judaicum sa Leipzig erscheinen. H Recensionen. Uersfeld, Df. L. Professor and Braunschweigischer Landesrabbiner. Einblicke in ,das Sprachliche der ' Semitischen Urzeit, betreffend die Entstehungsweise der meisten hebräischen Wortstämme. Hannöver. Hahn’sche Buchhandlung 1883. (Fortsetzung.) Zwei allgemeine Bemerkungen wollen :wir vorausschicken. Bei etymologischen Forschungen stellt sich zunäohst die Angabe von selbst, aus den vorhandenen Bedeutungen die ursprünglichste anzugeben. . Gerade hierbei ist es aber von Werth, allgemeine Grundsätze, rmtn könnte sagen, die aprioristisohen Lehrsätze zu nahen. Doch sagt der Verfasser hierüber Nichts. G*tegentlich leitet er aber Bedeutungen von einander At>, wie sie solchen allgemeinen Sätzen wohl widerriehen. Wenn er z. B. eine zeitliche Bedeutung die ältere annimmt und eine räumliche als die spätere, wie bei אחר, das erst ״spät sein“,* dann ״ ׳hinten sein“ bedeute, so scheint dieses Ableitangsverfahren psychologisch nicht ganz richtig, denn es darf wohl die allgemeine Begel ausgestellt werden, dass die. feineren Zeitvorstellungen und Begriffe aus den gröberen sinnlicheren Baumvorstellungen sich entwickelten. Es ׳ schönt aber eine ganze Reihe solcher allgemeiner Grundsätze wohl annehmbar. So wird man wohl behaupten dürfen, dass, der Mensch eher Beobachtungen am Thierkörper, als an dem menschliehen machte, und deeshalb Bezeichnungen für Theile, Thätigkeiten und Erscheinungen an jenen, später aber auch für das Analoge am Menschen benutzte; ebenso sind wohl die Bezeichnungen für concrete Vorgänge, später für geistige, in symbolischer Weise angewendet worden. Eine zweite allgemeine Bemerkung drängt sich beim näheren Eingehen auf, dass nicht nur die Verbindang zweier bestimmter Laute wie z. B. CSC eine Urbedeutung hatte, sondern dass mit der Verbindung zweier Lautklassen diese Urbedeutung verbunden wurde. Es stellt sich gerade bei der Sippe 0צ heraus, dass die Verbindung des Zischlautes• mit einer Liquida eine-Urbedeutung hatte. Von diesem Gesichtspunkte lassen sich viele Nummern, die der Herr Verfasser trenntep wirklich verbinden. Ja es ist evident, dass eine UrwurzeL oft zwei und zwar scheinbar ganz entgegengesetzte Bedeutnngen hatte. Ebenso drängt sich die Vermnthung auf, dass manche dreibnehstabigen Stämme ans Verschmelzung zweier zweibuchstabigen Urwurzeln b ervorgegangen sind. Doch es ist besser zur Besprechung einzelner Nummern überzugehen, weil sich dabei das Gesagte in deutlicherer Weise wird erklären lassen. (Fortsetzung folgt.) Der Opfergang. Eine lehrreiche Dichtung für alle Freunde der Moral ohne Unterschied der Confession von S. Königsberger. Beneschau b. Prag. Verlag des Verfassers. 1863. Der Herr Verfasser hat das ״nonam prematur in annum“ mehr als treu beherzigt, denn das Opas lag über 25 Jahre in der Finsterniss des Schreibpultes, wie uns die Vorrede angiebt, ohne dass die Veröffenthohung zeitgemäss und geboten erschien. Jetzt in der Zeit der Jadenhetze und der damit verbundenen moralischen Versunkenheit giebt sich der Verfeeser der subjeotiven und sehr optimistischen Auffassung hin, dass sein Schriftohen ״überall, das steht gewiss, die Ueberzeagang gewähren wird: 1. Israel wie seine Vorfahren waren niemals hasseskrank. 2. Israels Beruf, Sendung und Ideal war, ist.und and wird immer sein: wahre Menschlichkeit, wahre Menschenliebe, Gottesfurcht, Demuth und Friedensliebe“. — Der Stoff, die Opferung Isaaks, ist poetisch and zwar in zierliche Jamben eingekleidet und mit zahlreichen Auslegungen aas dem Midrasch geschmückt. Möchten nicht allein ״«Ile Freunde der Moral ohne Unterschied der Gonfession“, die edlen Gesinnungen, die die Dichtung predigen, beherzigen und bethätigen, sondern letztere aach ein bleibendes Eigenthum für die Freunde des Ra$enhasses werden. Doch wird das wohl vorerst ein frommer Wunsch bleiben. M. Sp. Notizen. 1. Im ״Litteratarblatt“ No. 3a heissst es in einer Recension einer jüngst von Bnber erschienenen Sammlung der zerstreuten Reste des Midrasch Awkir, wo der Rokeach eine Stelle des er- .wähnten Midrasch über Tephilin-legeu citirt: Es ist dies ein RUckweis der kariösen Ansicht, di» in jüngster Zeit in einem dicken Bache entwickelt wurde, dass R. Mose ans Coucy — ein jüngerer Zeitgenosse des Rokeach — erst die allgemeine Annahme des Tephilingebotes bewirkt hat! Den Recensenten verweise ich auf die Hilchoth Passukoth des R. Jehuda Gaon_ wo selbst es in Hüchot Tephilin heisst: שמא אץ מניח תפלין אלא נברא רבה ופר. Die Stelle zeigt offenbar, ,dass das 80 rigorose Tephilingebot damals — wahrscheinlich vom Arbeiterstand — etwas vernachlässigt wurde. 2. Daselbst findet sich aach eine Frage über Alter.des Ritasnach welchem keim Abendgebet am Jomkippnr der Vers כי ביום ~ ,*Tin und Rösch Haschana תקעו vor der ש ״ע gesagt wird. — Der Umstand, dass davon in keinem älteren Codex in der liturgischen Ordnung des Ve^ßfthnungstages etwas erwähnt ־wird, giebt Anlass zu der Vermathang, dass es eine Zuthat neuerer Zeit sei. Noch ein Factum rechtfertigt eine solche Annahme, da es heisst לסמוך גאולה לתפלה und eine jede Unterbrechung streng verpönt ist, auch das Stüok י״י לעולם *|T־D, dessen Entstehung verschiedene Zeitumstände veranlassen, wurde nur als zeitgemäss erlaubt, vergl. R. Salomon b. Adereth Reep. No. 14 Tosafoth Berachoth 1 a., 46, und Aacheri zu Berachoth. Aus den Worten Ascheri’s: מכל מקום אץ להפסיק בדברים אחדים ist die Annahme berechtigt, dass man von inÖUfl am Sabbath wie ודבר an Feiertagen a. 3. w. nichts wusste. Taraow. Salomon Spinner. 3. Herrn Dr. Duschuk’s Einwendung gegen die Lesart des Aruch עב statt ערב in Erachin 10 ist nicht stichhaltig. An derselben Stolle kömmt von zwei anderen Instrumenten von אבוב und צילצול fünf mal der Ansdruck ערב in dem unbestreitbaren Sinne von ״lieblich“ vor und nur das sechste mal bei הרחילים sollte ערב verwirrt, unrein heissen? עב ist eben durch das vorhergehende fünfmalige ערב irrthümlich auch רב? geworden. * ’ 4. Hie dankenswerthe, juridisch scharfsinnige Aaseinandersetznng des Herrn H. P. über das Recht an Synagogensitzen (in No. 76.77 der ״Wochenschr.“) wird gewiss vielen Gemeinden sehr willkommen gewesen sein. Interessant ist es, dass der geehrte Herr königlich-preussischer Amtsrichter in den Resultaten vollständig mit einer älteren שרת übereinstimmmt. Eine שרת des יוסף p ר״ בצלאל Resp. 6 Abschn. 5 behandelt dieses Thema und es seien hier nur die prägnantesten Sätze wiedergegeben: אם היו רוצים הקהל לסתור הב״הב הישנה ולבנות חדש ביתר שאת לקיים לדומם את בית אלקינו ודאי הרשות בדם ותבא דיב וכי כעבור זה שנתיקר יאבדו בעלי מקומות אח חזקתם? ואם נאמר שמכרו כמו בית זה האץ־ יכול לסתור .... אלא יתנו ממק כפי הרץ...•. אק בעתים הללו שנכרו בעלי הזרוע ובעלי לשון א״א להעמיד הד׳יח על ודלה ראיתי בכמה עיירות שעשו פשרה ביניהם אכל הפשרנים דעו האין־ הד״ת נוטה דחדקו הרע במעומד לתמך שלום וב,. caro-Piisen. Verantwortlicher Redactour Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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