Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 36. (8.9.1883)
- Date
- 1883-09-08
- Page
- Seite 144 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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iirte Bibelv«Mj£P*r50,7)Uutet: .שמעה ««י 1אח9רה י^זלאל .... Bieser Ve» sagt deutliob, üas Volk Israel, weIcMk״t&tt hier T® ist, ־rer- Irtsmfc, hören, soll Also nicht Gott, der Sichter, SÖstdern Israel, das' vor dem Siahter steht, soll hören. Ihr Uebersetzer hätte also wohl besser gethan die Qammir wegznlassen. - 8. 2 Z, 3 v. n. »pieM fchren hinab cor Hölle, und jene fahren hinab* zur HODe.« Text: LÜill|3>T!״IT■ לל5 ואלו prtT אלי. Bäer Sagt wohl ein lapsns calami vor. 8. S Z. 18 v. 0■ u. ,Denn אלהים Gott, Dein Gott bin iefc״T *Xhe8 ist-nioht Hidfäschwort sondern Bibelstelle, and war *als sdt&hs aa kann ■»lohnen 8. 3 Z. 13 v. u. ״Obgleich ich Dein Sehntzherr hfn, was nutet mein Sohnteherr mir vor Gericht?“ Äxt: *אע״פ שאני פטדיונך מה פטרוני מהד ביגאל {Stettiner Ausgabe 1863). Also formell ist diese Uebersetzung ltdktig. Aber dato sie־ gar keinen Sinn giebt, hat Wohl dem Herrn Verfasser kaum entgehen können. Dariüdfasoh will die auffallenden Psalmenworte אלהים אלודך אד erklären. K. L. sagt nun, Gott habe also reint: Ich bin swar אלהיך das heisst: פמרלנך also bin zwar Dein Schutzpatron, aber was nützt ein •jßrajiutzpatron vor Gericht, (ich bin dooh auch nicht nur אלדדך!). Gott kann also nicht gesagt haben: ־Was nützt :mein Schutzpatron vor Gericht? Zum Glück hilft aber die Lesart der Venet. Ausgabe von 1603 über die schwierige Lesart der Stettiner Ausgabe hinweg, denn sie liest: בדינא &ה פפדונא מדעי. 8. 3 Z. 14. Der Preis der Früchte ist gefallen (de sind durch die grosse Menge wohlfeil ge- Worden.* Text: נפל שעדיהק דפוריא. Zwar macht M. Mschon darauf aufmerksam, dass diese Stelle gleich נחרבה שעד של zu fassen sei; also gerade enttogeageeetzt: ,Der Preis der Früchte ist gestiegen*. Aber_den Üebersetaer schien diese ־Uebereetznng nicht;än befriedigen. Die Bibelstelle עצלה תפיל תרדמה errlurt nämlich der Midrasch so, dass er תרדמה gleich נכלאת fasst und תפיל gleioh רבתה und sagt, dass i durch die Trägheit in sittlich-religiöser Veredelung;Car Zeit Eiiah u8׳ die Prophetie sich gemehrt, habe*. Nun wendet der Midrasch ein, dass es doch auffalle ר״יי, welches doch gewöhnlich ,herabfallen lassen* be^;deute, hier gleich ״ רכתהsich vermehren* zu fassen. *Sr löst aber diese Schwierigkeit mit dem Hinweis auf die Redensart נפל שעריהל[ דפודיא. Nun meinte der Üebersetaer gewiss, dass dies heissen müsse: der Preis 'ist gefallen, denn das Sinken des Preises sei eben die . Folge des tleberöusses an Prophetie. Nach ihm hätte ‘also der Midrasch die Bibelstelle 80 aufgefasst: Durch die Trägheit ist die Prophetie gefallen (das heisst: im Werthe, in dem sie sich vermehrte).־ Diese Auffhssung entspricht aber dem Midrasch nicht, denn ־dann würde aas Wort תפיל zunächst nicht das ״Mehr werden* sondern ,das Sinken im Preise* andeuten und jbt hätte die Werthlosigkeit der Prophetie be- *tonen müssen. Das thut aber der Midrasch nicht, [!Vielmehr wollte er sagen, dass die Prophetie gertule j durch die Verkommenheit wachsen müsste. Das נפל |Wtn ״wachsen und grösser werden* bedeutet, ist. aber!<*18ץ Midrasch Rath selbst za erweisen. In Abschnitt 3 s. u. ולנעמי deutet er die Worte חיל T03 and sagt: Boas war ein נפיל und heir&thete Rath eine נפ7א {Und daher stamme von ihr David ab, von dem die; ]Schrift auch rühmt, dass er ein גמד חיל gewesen sei. ‘TBS bedeutete eben anf Grund der bekannten Steile "הנפילים היו כארץ ein Riesenwesen und sein Verbalstamm natargemäss ״riesig wachsen.* (Schloss folgt.) Schachmatt den Blutlöguern. Rohling et Justus, entboten Von Franz Delitz sah. 2. revidirter Abdrück, Erlangen, Andreas Deichelt, 1883' 43 S. gr. 8. Dem edlen, nicht für die Juden, sondern für die Wahrheit begeistert ein tretenden Delitzsch möge Gott, der Quell der Wahrheit, lohnen and vergelten! Für die Wissenschaft aber und für unsere Zeit überhaupt ist es ein grausiges Armuthszeugniss, dass zwei Subjekte, die eine Sprache in ihren einfachsten Elementen nicht verstehen, die Gewährsmänner sind, welchen Tausende glauben. Aber am schmachvollsten belastet wird die katholische Kirche durch den Skandal, dass < Menschen, die Kelippa und Dam Bethulim nicht übersetzen können, als ihre officiellen Vertreter das Volk za Hass und Gemeinheit irre führen! Sie Bind ja immer so schnell mit dem Rufe: ״Pharisäer“ zur Handl Wohl, wer ist hier der Pharisäer? Lewin. 1. Deutscher Yolks-Kalender. Insbesondere zum Gebrauche für Israeliten anf das Jahr 1884. Herausgeg. EL Liebermann. 31. Jahrg. Preis M. 1.25. Brieg. von Verlag von H. Liebermann. — 2. Illustrirter isr. Volkskniender für 5644. Von Jacob W. Pascheies. 32. Jahrg. Preis 70 Pfg. Prag. Verlag von J. W. Pascheies. No. 1 ist uns ein weither Bekannter, der ans auch dieses Mal viel Interessantes bietet. Zuerst finden wir einen Vortrag von Dr. E. Plessner: ״Religion and Wissenschaft*, den der elbe bei Eröffnung des jäd. Religionsunterrichts für die Schüler der höheren Classen des König! Gymnasiums zu Rogasen gehalten hat. Er beginnt mit dem Worte Göthe’s: ״Grosse Gedanken und ein reines Herz, das ist’s, was wu uns von Gott erbitten sollen.“ Wie der Redner bei den übrigen Citaten Parallelstellen aas dem talmudischen Schrifttham angezogen, so hätte er bei dem erwähnten Göthe’schen Dictum auf Psalm 51,12 hinweisen können. Wir erwähnen dann noch als unpassend die sich mehr auf christ! theolog. Auffassung gründende Phrase vom ״Jammerthal menschlichen Ringens and Strebens. “ Als 2. Beitrag folgt ein historisches Charakterbild von Dr. Grünwald: ״Ein Tag im Leben Rabbi Jochanana.“ Den wichtigsten und zeitgemässesten Beitrag bildet der non folgende Artikel aas der Realencyclopädie für Bibel und Talmud von Dr. Hamburger: ״Zuxüokweisnng der Blutbeschnldigung“, auf den zur weiteren Verbreitung bereits vor einiger Zeit der Herausgeber d. Blattes den D.-J. Gemeindebund hingewiesen hat. Der ״Hlustr. Ztg “ ist dann entnommen: ״Antisimismus (für Antisemitismus) and Liebe.* In schlichter Weise führt ud8 hierauf Dr. M. Duschak das Lebensbild des unglücklichen Dichters Ephr. Moses Kuh vor Augen. Diesem reiht sich die Erzählung von Dr. Philippsohn an: ״Rabbi Meier von Rothenburg•‘ nach Dr. Wieners Regesten. Anekdoten besohliessen den Kalender No. 2 enthält aasser dem Kalendarium in der ״Gallerie jüd. Denkwürdigkeiten“ als erste Piece die zum Abschluss gebrachte sehr interessante historische Darstellung vom Taborer Kreisrabbiner Klemperer: ״ Das Rabbinat zu Prag von 1609—1879“. In diesem Schlussartikel bespricht der Verfasser, der sich schon früher anf dem Gebiete dieser Specialgeschiohte durch sein Leben Jonathan Eibeschütz“ als Autorität bewiesen hat, die Persönlichkeit Jeoheskel Landau’s and dessen Beziehungen za Eibeschütz. Wir können jedoch die Ansicht nicht unterdrücken, dass Abhandlungen controvejser Natur, wie die vorliegende, zam&l stückweise eher in litterarische Zeitschriften gehören, als in einen Kalender. Auf diese gelehrte Abhandlung folgen die fesselnd geschriebenen Prager Ghettogestihiohten von Beraard Auerbach. Den Kalender zieren die Bildnisse des rühmlichst bekannten Dr. Ignatz Knranda und ״des jüd. Componisten David Popper. M. Sp. Verantwortlicher Bedacteur Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff) Magdeburg. Verlag von Eobert Friese, Leipzig.