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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-08-18 · No. 33. (18.8.1883) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 33. (18.8.1883)
Date
1883-08-18
Page
Seite 132 (sequence 4)
Language
German
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Gegenwart za verlieren, die weiter als je von jener 2eit entfernt za sein scheint, -dz die Schwerter za Sieh ein and die Lanzen za Winzermeeeern axnge• eohliflen werden“, — der kee diese Briefe. In der eahliehten prankloaen Sprache wahrer and tiefer Ueberzeagttng stellen sie die unvergänglichen Grandwahr• hauen aer Mensehheite-Beligion dar, die gleich einer Cantealsonne dereinst die Herzen Aller mit heiliger Glnth erwärmen, edeaohten and vereinigen soll. Möchten diese Briefe, von denen jeder einzelne ein Wort zar rechten Zeit ist, einen zahlreichen Lasarkreis finden. Niemand wird das empfehlenswerthe Bächlein weglegen, ohne die Ueberzeagnng Antigone’s aas ihm geschöpft za haben, ״dass wir Menschen am nn■ za lieben, aber nicht za hassen, da sind“. Frankfurt a M., August 1883. P. Notizen. 1. Die Bemerkung des Herrn Pred. Moriti Cohn in No. 29 d. BL berührt einestheile meine Notizen in No. 26 und 27 nicht im entferntesten, endemtheils erhärtet sie dieselben noch'mehr — dessen es übrigens wohl ksnm bedarf. In meinen Notizen handelt es sich lediglich um dasPiel des Verb אמץ in Verbindung mit לב! sowie um das Verbalsubstantiv אמוץ in gleicher Verbindung, und beide deuten überall nur auf Herzenshärtigkeit hin. An dieser sprachlichen Thatsache, diesem feststehenden Sprachgebrauch, den u. A. auch Gesemus, Fürst und Bensew-Letteris im Ozar haschoraschim hervorheben, lässt sich nun einmal nichts, garnichts ändern. Herr Cohn weis* gegen uns keine andere Stelle als Amoe 2,16 ansuführen. Wir kannten nun gegen ihn einwenden, das dort verkommende אמיץ sei kein Verb, sondern ein Adjectiv, und die Bedeutung eines und desselben Stammes modificire sich, in verschiedenen Wortklassen oft erheblich. (In flüchtiger Parentheee führen wir nur die kleine deutsche Wortfamilie: treffen — Treffen — trefflich und die hebräische: ■5יב nahen, לולב Kampf, ר|ר1ב verwandt als Beispiele an.) Ferner könnten wir einwerfen, Geeenius, Lehrgebäude der hehr. Sprache § 120,7 lasse die Form קסיל vom Particip des Kal abstammen und weise darauf hin, dass קטיל im Aramäischen die gewöhnliche A4jsctivform sei, z. B. קדו^ן, aram. קךי(2ן und hiernach auch der Sam. Cod. diese Form häufig statt der echthebräischen -gesetzt habe. Cfr. Winer, Gramm, des bibl. und tazg. Cbaldaismus für acad. Vorl. g 28b. Aber wir sehen von beiden Gegengründen völlig ab und halten אמיץ für eine entschiedene Pielform. Dann erblicken wir nichts weniger als eine Nöthigung, אפיץ לב in der fragliehen Arnos-Stelle lediglich als ״muthig“ aufzufassen, wir übersetsen dann: «Der sonst verwegenste unter den Helden wird nackt fliehen an selbigem Tage“. Die Auffassung des אמיץ לב in mal am partem erscheint uns mindestens so berechtigt, wie die entgegengesetzte, nicht nur im Hinblick auf den Zusammenhang, sondern auch auf die Grammatik, welche die Bedeutung des Piel mit der dee Kal bezw. Hiphil doch nicht so ohne Weiteres zuaammenwürfelt. Wenn aas Kal אמץ bezw. das Hiphil desselben mit dem Subject לב schon ״mutbig sein“ resp. -Math entwickeln“ heisst, so dürfen wir der mit לב verbundenen Pielform אמיץ füglich eine andere Bedeutung, welche der feststehenden des Wortgefüges אמץ לב — das Herz verhärten verwandt ist, beilegen. Man vergleiche - אל# bitten mit Piel betteln, חטא sündigen mit Piel entsündigen unä adj. oder snbeti ח13א sündhaft oder Sünder; ferner im Deutschen Kopf und köpfen, sowie endlich — die Kalform א10*ץ (N. pr. des Vaters aes Propheten Jeschajah, das etwa dem deutschen Eigennamen Kühn entspricht) und die Pielform אמיץ mit den deutschen poetischen Wortgeftgen: ein waglicher, beherzter Bitter und ein verwegener Kämpe. Wenn Herr Cohn bemerkt, dass die Wurzel אמץ sowohl auf Muth als auf Herzenshärtigkeit hindeate, 80, wiederholt er nur, was wir bereits in unaern Notizen, mit den gedachten lexioographiachon Autoritäten übereinstimmend, — freilich genauer als er — dargethan. Aach unsere bezüglichen Belegstellen wiederholt Herr Cohn, was uns um so mehr befremdet, als dieselben die Richtigkeit unserer Behauptung erweisen. Wir erlauben uns bei diesem Anlass die ergebene Bitte, in ferneren Bemerkungen zu unsem litter&rischen Beiträgen gefälligst die Nummern des Litt-Bl., welche dieselben enthalten, zu atiren und unsere Behauptungen genau anzuführen. Wenn Herr Cohn z. B. bemerkt, m unsern Notizen sei gesagt, dass E_ _ _ so ist aas ebenso unzutreffend wie Irrthum erregend. Wir haben klar genug (8. die oben bereits citirten Nummern 26 u. 27) vom Piel des mit לב verbundenen Verb אמץ gesprochen, auch nicht des Ausdrucks (-Hartherzigkeit“) Mangel an Mitleid, sondern aus naheliegendem Grande des Ausdrucks ״Herzenshärtigkeit“ (Verstocktheit) uns bedient. Im Uebrigen verfehlen wir nicht, für die Aufmerksamkeit, die unsem iitterarischen Beiträgen, wie die Bemerkungen zu denselben bekunden, gewidmet wird, unserer dankenden Auerkennung Ausdruck zu geben**), eingedenk der kostbaren Worte Leasings ׳bezüglich der Erforschung der wissenschaftlichen Wahrheit: ״Bei bürgerlichen Händeln tritt unzweifelhaft der Verlust der einen Partei mit dem Gewinn der andern ein. Dies aber findet sich bei Streitigkeiten, welche die Wahrheit zum Vorwarf haben, nicht. Man streitet zwar um sie; allein es mag sie der eine oder andere Theil gewinnen, so gewinnt er sie doch nicht für sich selbst Die Partei, welche verliert, verliert nichts als Irrthümer und kann alle Augenblicke an dem Siege der andern Theil nehmen“. — Brandenburg a. d. H. Dr. Philipp Kroner. 2. Die sehr interessante Abhandlung von Carus Sterne über die Ackerbau treibenden Ameisen der alten und neuen Welt (in der Zeitschrift: ״Vom Fels zum Meer“! beginnt mit dem Hinweise auf Sprüche Salomonis Cap. 6, 6—7 und weiterhin 30, 24—25. Der verf. setzt auseinander, dass der biblische Schriftsteller keineswegs übertrieben hat, dass es in der That Ameisenarten giebt, die im Sommer Vorräthe von Getreide und andern Sämereien einsammeln und in ihren unterirdischen Nestern für die ungünstige Jahreszeit aufspeichern. In dieser Bichtang haben besonders die Talmudisten eine Beihe von Ameisenbeobachtungen angestellt und der gelehrte Maimonides hat bereits die Frage aufgeworfen, wem das von den Ameisen unter der Erde geborgene Getreide gehöre, dem Eigenthümer des Feldes, oder den Armen and Wittwen. denen es nach altem orientalischem Brauche verstattet ist, auf den Getreidefeldern eine Nachlese zu halten? Man suchte das Recht der Armen insofern zu wahren, dass man entschied, der Inhalt der während der Ernte geöffneten Magazine sollte dem Feldeigenthümer gehören, aber von den nach dem Weggange der Schnitter geöffneten Kammern sollte ihm nur der Inhalt der untersten zufallen; die später gefüllten obersten Kammern kämen als Nachlese rechtmässig den Armen zu. Von eingehenden Studien dieser Thiere zeugen die Mittheilungen eines andern Rabbiner, des Gersonidea. Er schildert die Ackerameise, wie sie mit schweren Lasten die Abhänge im Zickzack emporsteigt, wenn ihr der gerade Weg za beschwerlich ist und setzt hinzu, es sei erstaunlich, wie sie durch Abbe iss en der Spitzen das vorzeitige Keimen und Treiben der Körner zu verhindern wüsste. Würden die Vorräthe feucht, so trüge sie dieselben an die Luft zum Trocknen. Diese Angaben wurden schon vor mehreren hundert Jahren durch Aldro.vandi und in neuerer Zeit durch Lespös und den Engländer Moggridge vollkommen bestätigt. *) Wir müssen Herrn Oohn in Schutz nehmen; die Piel- Vocalisation ist durch Schuld des Setzers weggeblieben. (Bed.) **) Herr Dr. Kroner hat gut dafür danken; viele unserer Leser aber bedanken sich vor den vielen, oft*minutiösen, langwierigen Bemerkungen, in denen manche Einsender באמוץ הלב — natürlich in bonam partem — an ihren Ansichten festhalten. Wir können desshalb einen grossen Theil derselben trotz wiederholter, nicht immer zarter, Reclamationen der Herren Einsender nicht berücksichtigen; auch für die Rücksendung des Manuscripts können wir nicht immer einstehen. (Bed.) Briefkasten der Bedactloa. Hrm. F. in K, B. in M. u •v. A. Die Schuld trifft uns nicht Wir haben die Recensionsexemplare geech. Mitarbeitern gesandt, die sie leider zu lange bei sich -lagern lassen. Feuutwortiicher Redacteur Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolf £ Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. li

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