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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-08-18 · No. 33. (18.8.1883) · p. Seite 130

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 33. (18.8.1883)
Date
1883-08-18
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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Ein geneaJtaiscfies Schreiben. (Du folgende Essay ▼ecdanks loh einem meiner Freunde, dnroh dessen Güte es mir vergönnt war, von «oyem in seinem Besitze befindhohen, von einem gewissen Perfee im Jahre 1729 verfassten, oder richtiger msamiaengeetellten Mannscripte Einsicht zu nehmen. Da er es mir disponibel machte, finde ich es für engemessen, dieses wenn auch sehr concise Schriftstück wortgetreu ohne jede Znthat zu übersetzen, mit der Zuversicht, dass es dar interessanten Notizen halber den Lesern nicht wenig von Interesse sein dürfte. S. S.) * * —-׳ Auf Ansachen des ansehnlichen Mannes, Herrn Jesaias Hohen ans Brody" Sohn des in seiner Zeit berühmten-B. Isaak b. Naftali, Rabbiner in Lublin, den Stammbaum unserer Familie zu registriren, bin ich seinem Wunsche nachgekommen, ihn, insofern die Tradition meiner Ahnen, resp. die daroh Anwendung der Epitaphien and Leichensteine der hier in Prag ruhen• den hervorragenden Familienmitglieder, ergiebigen Besaltate es ermöglichten, mitzntheilen. Leider aber auch, konnte ich nicht ganz der bescheidenen Bitte — ansern Stammbaum durch mehrere Generationen hinauf zu verfolgen — willfahren, denn die Licenz würde mich in’8 Unendliche geführt haben, und die mir karg zage• messene Zeit erlaubte es nicht. Daher beschränke ich mich nur, eine genealogische Zusammenstellung nebst Desoendenten zweier berühmter Männer unserer Familie, des B Isaak b. Simeon und dessen Schwiegervaters, B Löwe b. Bezalel, zu liefern, indem ich anfange mit: R. Isaak b. Stmson. Ein Mann lebte hier in Prag, von hervorragender Familie, talmudischer Bildung and enormen Beichthum, welcher von Ofen in Folge einer falschen Denunciation, dis man gegen ihn aus Bache erhoben, nach Präg kam, vulgo B AÜba von Ofen genannt wurde, dessen Grabschrift folgendermassen lautet: B Akiba Hohn Nassi von. Ofen, der das Irdische ungefähr im Jahre 1496 segnete; er war ein hochgestellter Mann, und errichtete hier ein grosses Lehrhaus; in welchem er eine Anzahl Jünger Talmud lehrte, in der Zeit, während B Jacob Pollak hier als Rabbiner fungirte. Auch seine Ehe war sehr gesegnet, da sie ihm vierundzwanzig Binder brachte, nämlich zwölf Söhne und zwölf Töchter. Letztere heiratheten alle Kohanim, nur deren Eine, mit Namen Joohebed, vermählte sich mit B. Sabbatia, Sohn des B. Jesaias Levit Horrowitz — vulgo B. Scheitel — Vater des frommen B. Abraham Levit, Verfasser der Bücher ברא אברהם ,עמק הברכה u. A., welcher war Vater des wohl renommirten frommen gelehrten Autors des Buches של״ה״ und dessen Familiendescendenz wegen Allbekaimtseins einer weiteren analytischen Eingehung nicht bedarf. — Der obengenannte B. Akiba mit seinen 24 Hindern — 12 Söhnen und 12 Schwiegersöhnen — segnete an Festtagen die Gemeinde, (nach altem Herkommen kommt es der Familie der Ahroniden zu, in Feiertagen auf den Stufen — pH — des Almemors der Gemeinde ihren Segen zu spenden) und wendete auf sich an den Vers: תברכו!TO» Aach in Prag trachtete man ihm, aus Neid — weil er hohen Bang und Würde ein nahm — durch falsche Angaben anzuschwarzen, denen er aber, Dank der Vorsehung, glücklich entgangen; und aas pietätvollem Gefühle — da die gütige Hand der Vorsehung bei dreimaliger Verleumdung ihn jedesmal vor den argen Consequenzen verwahrte — spendete er drei emailirte Vorhänge zur -heiligen Lade in drei Synagogen Prags, in der alten Synagoge, Altneuschul und Pinohassynagoge, in letzterer auch noch einen Leuchter, der über dem Almemor angebracht wurde. — Einer der Söhne B. Akiba’s hiess B Gereon, dessen Desoendenten sich Gersoniden zeichneten und dessen Sohn B. Simson Gereonides drei Söhne hatte: B Isaak, der zuerst in Nikolsbarg als Landrabbiner Mährens, resp. in Wien als Landrabbiner Oesterreichs fungirte, dann kehrte er nach seiner Vaterstadt Prag zarüok, in welcher er anch als Rabbinats - Assessor lange -thätig war; und dessen Brüder B. Israel und Moses in Nikolsburg, wo sie die höchsten Bangstellen in der Gemeinde einn ahmen, die ihre musterhafte Prosperität ihrem Wohlthätigkeitssinn verdankte, wie sie anch ihrer Zeit vieles Erepriessliche der ganzen Judenheit leisteten. Der obengenannte B. Isaak b. Simson heirathete nacheinander zwei Töchter des rühmlichst bekannten Prager-Oberrabbiners B Löwi b. BezaleL Erstere verschied kinderlos in Nikolsbarg; letztere in Prag, wo sie ihre Ruhestätte neben der ihres Vaters fand, und hinterliess zwei SöhneB Chaim, weloher früher Babbiner in Nikolsburg und Frankfurt a. M. war, dann einem Ruf nach Polen folgte, und daselbst starb; B Naftali, der zweite Sohn, der anch in mehreren Gemeinden als Babbiner thätig war, wie in Prossnitz, Nikolsburg, Pinsk in Lithauen und Lublin, woselbst er das Irdische segnete. Auch hatten sie eine Schwester — die später auf einer Beise nach Palästina in Sofia starb — verheirathet mit B. Samuel b. Isaak בכרך Babbiner m בוססלא, den man auch bald berufen hat, den vakanten Babbinatsposten in Worms und der Pfalz zu besetzen, worauf^ nach seinem Hinsoheiden, der Sohn B. Simson, und der wohlbekannte Enkel B Chaim Iair, Verfasser des Baches חות יאיר, aufeinander folgten. B. Samuel b. Isaak hatte auch eine Tochter, die Gattin eines gewissen B. (?)0בלא Babbiner in Schneittach war, und sehr beachtenswerthe Kinder hinterliess, unter denselben z. B den sehr geschätzten Greis B. Simon, dem alle sechs Theile der Misohna mündlich geläufig sind, und Enkel, die in der hiesigen Gemeinde Prag eine ehrenvolle Stellung einnehmen, hier sei genannt B Isaak, der heute, nämlich im Jahre 1729, hier als Babbinats-Assessor fungiit. Jetzt kehren wir zu B. Naftali b. Isaak zurück. Seine Kinder erwarben sich grossen Bnf in Polen wo sie Schalen und Lehrhänser errichteten, sie sind als höchste Würdenträger in den dortigen Gemeinden thätig. Namhaft mache ich nur zwei Söhne: B Chaim, dessen Sohn B Naftali Cohen Babbiner in Glogau, und dessen Tochter, Gattin B Feiwel’s Babbinats- Aspirant in Prag ist, und der zweite Sohn B Isaak Babbiner in Stefan, und später in Lublin, wo er verschied, und seine Buhestätte bei der seines Vaters fand. Letzterer heirathete eine Tochter des B. Mendel Margulies, Rabbiners in Przemysl, aus deren Ehe er drei Söhne hatte: 1) R. Naftali, der durch eine Reihe von Jahren in verschiedenen Gemeinden hintereinander als Babbiner thätig war, und auf einer Beise nach dem gelobten Lande begriffen, wohin er als Nassi berufen worden ist, in Konstantinopel starb,*) 2) B. Jesaias Babbinats-Assessor in Brody, auf Wunsch dessen ich dieses Schreiben aiifertige, 3) B. Jehude Leb Babbiner in Plotzk. — Nachträglich sei noqh za erwähnen, das B. Akibe von Frankfurt, wie auch B. Samuel Edeles — vulgo מהר״שא — derselben Familie angehören. — Salomon Spinner in Tarnow. *) Landahut’s Angabe Amude Ha-Abode 282: וד׳ נפתלי ר יצחק ב״ר שמשק חתנו של ר יהודאי ליוואי p תקן היה אביד בפראג beruht offenbar auf einem Irrthnm, da er den Grossvater mit dem Enkel verwechselt; and weil das von Landshath dort angeführte Bach שלו" נפתלי (edirt Brünn 1757; mir nicht vorliegt, bin ich nicht in der Lage, es einer Kritik zu unterziehen welchen R. Naftali b. Isaak das Buch als Autor hat

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