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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-08-11 · No. 32. (11.8.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 32. (11.8.1883)
Date
1883-08-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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!■r Bdeiehtai! aller JideithNM ind Ji4m bttnfwdM UUtftrliclifR Er- Mh«l»u|N nf 4m tieftet• 4er PhiloetpM«, flMchlefcte, EthMgnpkl•, Theo- M•» OrlmtelU, Kxefeee, Hemtletlk, Litargik, PfcUgoflk. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 11. dUvg^ot 1883. Bleker lu eUKk]i«1«n LttUrstar.mtek• d*r Mm«m!■!«•>41 ward•■, i>4« 1■ die•« Blatt• elkfeheade lMfnrkn|. Bel Rleeeed■■« tc* ■vel Beeeeide■■- KxmiiUr«■ erfolgt «muH•• kane Gratfo-IaMrUea. Das *Jfdische LItterztur-Blztt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen;?reis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen 'Wochenschrift“ (die vierteljährlich hei ’ allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Hark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit IS Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet und von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expedition von 6. L. Daabe t Ce., Frankfurt a. M., Hagiebarg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Der jüdische Ursprung des ÖtaL — Shylock. Von Dr. Paulus Cassel. (Fortsetzung.) — Das rituelle Bad einer Proselytin. VonDr. Rothschild[, Alzey. Litteratarberichte. Baehr, Dr. Oscar. Das Gesetz über falsche Zeugen nah Bibel und Talmud. Noti zen. Oer jüdische Ursprung des Gral. ״Eine Wikingerfahrt des Grals“ betitelt sich eine geistvolle Studie von Heinrich Lehr in No. 26 der ״Gegenwart“, welche einen neuen Beleg dafür bietet, dass die beissendste Ironie dem Nebeneinander der geschiehtlioben Gegensätze entkeimt. Wie die hoohkirchlichen Jadenhasser durch den״ Antisemitismus “ sich, selbst einen Schlag in’s Gesicht versetzt haben, da sie’8 nunmehr nicht ohne Granen hören können, was Luther ohne Sehen verkündet, dass Jesus eis Jud’ gewesen, so hat Wagner’s Germanismus sein Sinnbild gefunden im Gral und dieser — Wehe, Wehe <jb des zudringHohen Judenthums, das selbst das Heftigste nicht schont, das überallhin seine adlerartig gebogene Langnase steckt, das nichts Urgermanisches aafkofnmen lässt! — dieser Gral ist eine ״Schüssel Salom^nis“. Nicht die ״Koralle“, nicht der in Genna anfbeujahrte, von König Baldnin 1101 hei der Erobemngj von Cäsarea den Genuesen geschenkte ״il aacro 04tin0“, sondern eine andere ״Schüssel“ ist der Gral,j von welcher Fredegar Scholasticns, der Chronist der Franken, *rzählt. Der verrätherisohe Aetius musste dan ob seines Truge« erzürnten Westgothenkönigs Thorianand »mit reichen Gaben begütigen. Darunter befand sich eine 500 Pfand schwere goldene Schüssel, reich mit Edelsteinen besetzt. Prokofa ans Cäsarea schildert die Belagerang von C&rcassone durch die Frankenkönige Chlodwig und Theodorich and hebt hervor, ^da88 in dieser Stadt die königlichen Schätze waren, welche einst der Westgothenkönig Alanch bei der Einnahme Rom’n sich angeeignet hatte. Es befänden ■ich darunter die Kleinodien Salomon’s, Königs der Juden. Sie waren von ganz besonderem Werth« und •in ״grüner Edelstein“■ schmückte die meisten der- •®Iben. Dieser Ausdruck giebt die erste Lösang, *••halb der ״Gral“ später gerne als Smaragd gei lacht wurde. Diese Schätze kaimen nach Gesalrich’s Niederläge zn Teodorich nach Ravenna, wurden von Amalrioh später zarüokgebracht. Iji den Wirren nach seinem Tode wird die ״goldene Schüssel“ als der Preis genannt, für welche der Franke Dagobert dem Sisenant־ beim Erkämpfen des Thrones Hilfe leistet. Das Volk nimmt den Boten die Schüssel ab und Dagobert begnügt sich mit 200,000 Solidi. Als mit Toledo der Gothen Schätze in die Hand Tariks fielen; war der Gral nicht dabei. Aber Reiter Tariks verfolgen das Gothenhänflein (Tempeleisen ÄJ, welches das Kleinod hatte bergen wollen und entrissen ihnen denselben bei dem heutigen Medina Coeli oder bei Alo&la de Henares. Der Platz hiess auf Tarik’s Befehl: ״Stadt des Tisches“. Alle arabischen Schriftsteller — mit Ausnahme des Eben Hhaja — lassen das Kleinod ans י dem Tempel von Jerusalem stammen. Ihre orientalische Phantasie reiset siel zn theilweise abenteuerlichen Schilderangen hin. _i Einige geben der Schüssel 365 Fü88e. Andere berichten, ganz gleich der späteren Gralsage, die Schale sei ein einziger, kostbarer Edelstein gewesen, allerdings mit reicher Besetzung von Smaragden, Rubinen, Hyazinthen und Perlen; wieder nach Anderen bestand ״sie nur ans eitel Gold. Aach in dem Streite zwischen Tarik und Mosa ben Nosair spielt der Gral eine grosse Rolle. Tarik hatte heimlich einen Fass davon abnehmen lassen, der ihn später als den eigentlichen Sieger bei dem Kbalifen beglaubigte. Die ״Schüssel Salomonis“, der ״Gral“ ist begraben und ▼erschollen unter den Beiohthümem der Schatek&mmer za Damaskus, wofern wir nicht dem Araber Kotbeddin Glauben schenken, der erzählt, der Kh«RH> habe du Gold einschmelzen lassen und damit die Tbüren der Moschee an der Ka&bah, sowie die Dachrinnen and Säulen der Kaabah selbst vergolden lassen. Wahrscheinlicher ist, dass das Kleinod bei dem fürchterlichen Kampfe zwischen Abbasiden and Omey&den bei der Erstürm ang von Damaskus daroh Abdallah verloren gegangen ist. Es lebte jedoch fort in der Erinnerung, es war zu innig mit den Schicksalen von 4 Völkern verwachsen, den Juden, Römern, Gothen und Arabern, fast jedem derselben durch seine Herkunft geweiht und ehrwürdig, daher die hohe

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