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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-06-14 · No. 28. (14.6.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 28. (14.6.1883)
Date
1883-06-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VS Kar BHeaebtaag •Iler Jideithin and Jadea betreffaadea lltterarlachaa Kr• 1ek«laaa|6a aaf daia Gableta dar Philo• •dfhla, Gaarhlehta, Ethaofrraphle, TI«• lagfav OrlMtella, Exefaa», HomlUtfk, Litargik, PfcUfOflk. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rabiner. 0TCag9i-6nKj, 14 clwfi 1S83. narkerd«relaaehliglgcaUM«ntar,w«lel1c der Redartloa aageaaadt wird«■, tad«a la die««■ Hlatt« «icrekeade Be«areekaaa. Bei Klaeeadaaf r«a 1w«t Reeeaeleaa* Exmplu-«■ «rfolrt elaaallre karr« GraUi'IaMTtiea. Y . .- --- * 7 ---=^^"^--:1 ---:-— ~ "י I ■ Das ״Jfldische Littermtnr-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis׳ bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Bachhandlangen 8 Hark koste) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — laserate werden mit SS Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet and vor der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expedition von 6. L. Daobe b Ce., Frankfurt a. M., Hagdebarg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Die Neuchristen auf der Insel Mallorca. Von Dr. Lewin in Coblenz. (Fortsetzung.) — Shylock. Von Dr. Paulus Cassel. — Zur Geschiijhte der englisch-jüdischen Presse. Litteratarbericht. Das jüdische Religionsgesetz in der ״ Schule. Vortrag, gehalten von Dr. Joel Müller, j Notizen.; Die Neuchristen auf der Insel Mallor^a *) Von l)r. Lewin-Coblenz- (Fortsetzung). Mehr als 300 Schiffe landeten damals im Haien von Portopi und allein in der Parochie von Santa Cruz lebten 30,000 Seeleute. Begünstigt durch D. Jaime I., — was sich in seinen Gesetzen bekundet vom Kriegsdienst frei, machten die Juden immer grössere Fortschritte in wissenschaftlicher und materieller Beziehung. Das rief ihnen den Hass wach. Schon 1315 wurde ihnen eine Synagoge genommen und in eine Kirche umgewandelt; die Confiscation ihrer Güter wandten sie durch Hergabe von 95,000 Pfund Pesetas ab 1391 wurden fast 300 von ihnen ermordet. Das Volk, von den Behörden bedrückt, liess an den Juden all’ seinen Ingrimm und seine Wuth aus. Die Schilderung der Judenmorde von 1391, die Glorificirung der Disputation von Tortosa meinen wir uns schenken zu dürfen, da die erstere allbekannt ist, bei der anderen der seltsame Standpunkt des spanischen Judenahristen nur belächelt zu werden verdient. Obschon die allgemeine Bekehrung der Juden Mallorca’s 1435 mit allgemeinem Jubel begrüsst und durch ein feierliches Tedeum gefeiert wordeh war, regte sich\die Unduldsamkeit sofort. Unser Spanier schwärmt freilich: ״Die religiöse Einheit ist das;schöne Ideal der grossen Geister“ — ״Ein Hirt unjd eine Heerde“ — ״Hin Volk, ein Glauben“. — Allein mit Recht bemerkt mein Gewährsmann: Die Einheit kann, wenn sie mit solchen Mitteln erwirkt worden ist, nur das erzielen, was sie in Mallorca bewirkt hat — Druck und Hass! Manche wissenschaftlichen Corporationen und besonders die Geistlichkeit wollte die Nachkommen e In Ko. 27 ist zu lesen: Aiim. Z. 13 v. u. ״Dee“ statt, ״De“. Z. 11 v. a. ״historia“ statt ״bistorica“. Z. 8. v. u. ״UW“ statt 1445״“. n. Col. Z. 14 v. o. Ihr Nachkomme“ statt ״ihre Nachkommen“. Z. 7 v. u. ״Tizon“ statt ״Tison“. der getauften Juden nicht zulassen Und in gewissem Sinne mit Recht. ״Denn, (so lautet eine Notiz des ge-־ nannten Herrn) ״länst sich wohl ־ein mehr als 3000 Jahre ״alter Glauben 80 ohne ־Weiteres durch die 3 Tropfen ״Wassers ab waschen? Ich möchte fast glauben, dass ״die durch Feuer und Blut zur Taufe gezwungenen. ״Jaden noch heute nach 400 jährigem Bekennen des ״Cbristenthums nicht voll bekehrt sind. Gelitten ״haben sie durch ihr Christenthum jedenfalls mehr,• ״als irgendwo die Juden für ihr Judenthum. »Noch ״heute werden sie schlimmer behandelt, als in anderen ״Ländern die Juden“. Das war freilich eine seltsame1 Art, glaubenseifrige Christen zu erziehen. Man meinte, dass sie im Herzen Juden geblieben sind! — Ob man sich darin ganz getäuscht hat? Schon 1473 musste Juan H. von Aragon verordnen, dass den Neuchristen die Zulassung zn allen ehrenvollen Beschäftigungen offen bleibe. Hatte doch Papst Nicolaas V. schon am 24. September 1448 eine Bulle (Humani generis inimici) erlassen, durch welche er alle zu Gunsten der christlichen Nachkommen von Mauren und Jaden von Alfons, dem Weisen, Jnan IX and anderen castilischen Königen gegebenen Gesetze bestätigt, die entgegenstehenden Satzungen und Gesetze aulhebt und die Zuwiderhandelnden mit der Excommunication belegt. Seltsam, diese und die vielen anderen Concilienbe^ Schlüsse und päpstlichen Ballen für die Neuchristen — das 16. Concil von Toledo im 7. Jahrhundert erklärt zu Adeligen und von Tribut Befreiten die jüdischen*- Täuflinge; Paul HI. Bulle vom 21. (22.) März 1542, Clemens XI. vom 11. (8.) März 1703 (1704) — sowie die ganze, den Judencharisten günstige Haltung der Kirche, welche Herr Taronji so dankbar anerkennt, haben so wenig Resultat gehabt. War die Kirche zu schwach, um erfolgreicher gegen die Vorurtheile anzukämpfen? Oder hat sie diesen Kampf trotz aller schönen Worte׳ nie ernstlich unternommen? Das ist nicht das einzige Räthsel, welches uns nicht allein das Mittelalter, das in unserem Buche so schön bezeichnet wird als ״die , Epoche der Galanterie, der grossen Charactere, der bedeutenden Menschen, aber zugleich die Zeit der Finsterniss, der blutigen Morde, des tiefen socialen Elendes und besonderer Grausamkeit gegen Sara’8 r. ' ä

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