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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-06-23 · No. 25. (23.6.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 25. (23.6.1883)
Date
1883-06-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 25. Jüdisches Jahrg. XIL Car Bel •acht« »ff all«r JUeitkia t«d )14«! l«tr<ffMde1 UttenriiekM Kr• MfetliiiKei uf 4•■ Gablet• 4er Phile• •Mhi«! Geeehlehte, Ethaegraphle, Theo•!•fle, OrfeaUHi, Exegeae, Heaiiletlk, Lltargik, PfcUfoglk. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 23. duni 1883. Meter 4er etaoehliglge• Lltteratar, welche 4nr Be4artI0a sageeaa4t wer4ea, 1*44■ ln 4i«*en1 Blatte etagehew4e Beegrechaag. 14 Etaeea4ang ▼•» sw ei Beeeaeieas* ExMaplarea erfolgt 4uull|e kane Gratfe«la»erttea. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Ueber den Talmud als Quelle für das Studium der Geschichte der Mathematik!Yortrag von Dr. Mahler-Wien. — Bemerkungen und Erklärungen Litteraturberichte. Biblisches Lesebuch für die israel. Jugend. Bearbeitet von Oscar Waldeck. I. Theil. Wien. Verlag von Jul. Klinkhardt. 1883. Notizen. Inserate. Nachdruck nur mit -trolle! Quellenangabe gestattet. Ueber den Talmud als Quelle für das Studium der Geschichte der Mathematik. Vortrag*) von Dr. Mahler-Wien. Das »Jldlsche LiUeratar-Blatt*‘ erscheint w&chentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlioh bet allen Postanstalten und Buchhandlungen # Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit £5 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet und von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expeditioa yon 6» 1*# PaabB * Co»» Frankfurt a. M.? Magdebnry^ Berli^ Cbln, Ham^arg, München, Zürich, Wien, Paris befördert* Quadrates seien, deren Erlänterang sehr erwünscht wäre, entschloss ich mioh — nachdem ich die nöthigen Sprachkenntnisse hierfür einigermassen besitze, — diese Stelle zu sichten. Wie überrascht war ich nun, hier eine Fülle geometrischer Sätze zu finden, die für die Geschichte der älteren Mathematik von grösster Wichtigkeit sind. Die Sache wusste mich so zu fesseln, dass ich nicht die Mühe scheute, nicht nur die obengenannte, sondern auch die übrigen damit in Verbindung stehenden Stellen des Talmuds zu überschauen und gründlich zu sichten. Und nun will ich einen Theil meiner auf diesem Gebiete bisher gemachten Forschungen hier der geehrten Versammlung vorzulegen. Vor Allem gilt es als unwiderlegbare Tb&tsache, dass die Gemarahisten (so genannt die Männer, die sich mit Abfassung und geordneter Zusammenstellung der den Talmud bildenden Bücher beschäftigten) überall, wo es sich um die Verhältnisszahl zwischen Umfang und Durchmesser eines Kreises handelte, die Zahl 7t 3 als solche annahmen. Die in Succa Fol. VII, 2 vorkommende Stelle, woselbst Rabbi Jochanan die Behauptung ausdrückt, dass eine Succa (Laubhütte), deren Basisfiäche kreisförmig ist, 24 Ellen im Umfange auf 8 Ellen in. der Breite haben soll und dies mit den Worten begründet: A) . . . . ״Jedes Kreisrund, dass im Umfange 3 Spannen bat, hat in der Breite 1 Spanne“: sowie eine ähnliche in Eruwin F0L LVI, 2 und eine in Eruwin Fol. LXXVI, 2 vorkommende Stelle bezeugen dies ganz deutlich, so dass wir nicht nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, sondern mit ganzer Gewissheit sagen können, die Verhältnisszahl 7t — 3 habe altorientalischer Messkunde ängehört. Die Gemarahisten haben aber auch schon die Thatsache erkannt, dass ein einem Kreise umschriebenes Quadrat zu jenem Kreise in dem Verhältnisse 4: (7t 3), ein diesem Kreise eingeschriebenes Quadrat zu dem dem Kreise umschriebenen Quadrat in dem Verhältnisse 1: 2 und zu jenem Kreise/sonach in dem Verhältnisse 2 : (7t 3) steht. . Schon vor Jahren hatte ich Gelegenheit in Erfahrnng zu bringen, dass der Talmud vom Standpunkte der Wissenschaft ans einer näheren Beachtung, eines eingehenden Studiums und eines tieferen Forischens werth und würdig ist, denn fast jedes Gebiet der Wissenschaft ist darin enthalten. Namentlich sind es Mathematik und Astronomie, mit denen sich die alten jüdischen Gelehrten mit besonderer Vorliebe he- 8chäftigten und welche sonach auch im Talmud eine bedeutende Rolle spielen. Als ich nun vor ungefähr einem halben Jahre gelegentlich eines Studiums in dem 20. Bande der ״Zeitschrift für Mathematik und Physik“ die sehr interessante Recension von Professor Cantor über die Oppert’sche Schrift: ״L’etaloh des mesures Assyriennes“, in welcher sich Oppert die Aufgabe stellte, die Längenmaasse, Flächenmaasse Und Hohlmaasse, so wie die Gewichte der Assyrer *0 viel als möglich aus assyrischen Quellen abzuleiten, las und dabei die Bemerkung fand, die Verhältnisszahl * 3 =־ habe altorientalischer Rechtskunde angjehört, welche Cantor mit einer auf Fol. VIII, 2 des mit 8ucca überschriebenen Theiles - des babylonischen Talmuds vorkommenden Stelle begründet, wobei er hinzufügt, dass daselbst noch weitere schwer ver- *feindliche Auseinandersetzungen über Flächeninhalte des Kreises der umschriebenen und des eingeschriebenen *) Auf der 5ft. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Eisenach. (Ausführlicher behandelte dieses Thema Herr Dr. Zuckermanu im Jahresbericht des jüd -theoL Seininars *״ Breslau 1878: ״Das Mathematische im Talmud“. Red.) .•ik* Al...

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