Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 24. (16.6.1883)
- Date
- 1883-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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lir B«le1eht11g aller Jeieethan and Jade« tatreffaade■ HttcrarUche• Er- Mhlmgei saf 4•■ Gebiet« der Phile* •ephfe, Aeechlehte» KthaefTaphle, Theo• ioflc, Orleatalia, KxegMt, ■oadletlk, Litarflk, Pldageglk. Rabbmer rausgegeberr von Dr. Moritz Rahnier. , 16. cUitti 1883. Biek«rdarelaKkliglgeBl.ltt«ratar,wtlckc der Badactloa ngNudt werde*, flade* la dleaaai Blatte elareheaide Beaarrehaa*. Bel Blaeeadaaf T0a iwei Beeeaeleai- Exemplare* erftlgt elaaeallfe karae Oratle-Iaeertlea. Das ״Jldlselie Litteratnr-Blatt« erscheint wöcli Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark, allen Fostanstalten und Buchhandlungen 8 Mark kostet) 86 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet und von < von 6. I» Daabe £ Co., Frankfurt a. M., Magdeburg,! entlieh in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in־ Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" (die vierteljährlich bei׳ erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Ingerate werden mit 3r Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expedition erlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Bappoport and Luzzatto, Von Babhiner Dr. S. Gronemann. (Schluss.) — Die ' HI. Juden in Indien. (Fortsetzung). — Collectanea. Von Rabbiner Dr. Kroner in Brandenburg a. d. H. Könan’s. Litteraturbericht. Dr. Wünsche, Aug. nica n. s. w. 18. Lieferung. Schluss v. Rabba. 2. 10. Lieferung. Schluss v. Babba. Notizen. Aus einem Vc rtrage 1. Bibliotheca labbi- Midrasch Sch 3mos. Midrasch Deharim. Naebdruok nur mit Trolle1 Quellenangabe gestattet. auch ihre Worte Eindruck auf mein Herz gemacht haben, deine Worte (im K. Cch. und besonders im 17. Schreiben) allein waren es, welche es völlig amgewandelt und von meinem Gesichte die Decke genommen haben, die lange meine Augen deine herrliehen mit Gold nicht aufzu wägenden Vorzüge verhüllt haben“. Und nun, wie er früher sein Herzensleid der ganzen Welt klageD musste, 80 muss er auch jetzt die Freude seines Herzens über den endlich wieder- Rappoport und Luzzatto. m. Von Rabbiner Dr. S. Gronemann. (Schluss.) Zudem hatte er gleichzeitig mit der Zeitschrift einen Brief von Landau und Eappoports Schwieger- 80hn, Bodek, empfangen, aus dem er ersehen, dass dieser trotz aller Anfeindungen ihn noch mit Liebp in sein Herz schliesse, — weshalb sollte er;noch ׳zögern, der Stimme seines Innern Gehör zu gfcbenj? Genug, am 1. Nissan 5601 drückt er, gleichsam voijbereitend, M. J. Landau in Prag seine Freude j (״ihr werdet es nicht glauben, und doch ist es wahr“) über die gediegenen Forschungen Bappoport aus, *) und wohs Tage später, am 7. Nissan, nach fast zwei- ]ihriger Trennung reicht er diesem selbst durch ein zu ihn gerichtetes Schreiben die Hand zur Verlöhnung hin ״ Betrübt habe ioh mich, als ich Dich Altäre bauen sah den Götzen Griechenlands und den Nichtigkeiten Ihn Esra’s und im Geheimen weinte meine Seele über die grosse Sonne, die der Welt! imtergegangen, doch da ich nachher Deinen von mir; hochgeehrten Namen durch verschiedene Zeitschriften l in schmählicher und entwürdigender Weise hing^ zerrt da hat der Hohn und Spott die Asche wieder rkeggehoben von meiner verborgenen Liebe und wieder \ I lodert sie in meinem Herzen lichterloh “. Er bekennt i dann weiter, dass die Worte aller der Freunde, die I vorher ihn zu versöhnen gesucht, wenn er sie auch | ן angewiesen, doch nicht ganz eindrucklos geblieben I •ind und weiss ihnen dafür Dank. ״Doch wögen gefundenen Freund Allen mittheilen; sofort setzt er sich hin und schreibt Briefe an Schorr nach Brody, an Zunz nach Berlin, denn in allen Himmelsgegenden sollten sie es wissen; Jost aber in Frankfurt a. M. macht er Vorwürfe, dass er in seinen Annalen Bappoport in ungerechtfertigter Weise angegriffen und bemerkt ihm, dass seine spöttischen Bemerkungen für ihn nur der Zündstoff gewesen, die Glnth seiner alten Liebe von Neuem anzufachen. *) Gewiss, eine originelle Persönlickeit, dieser Samuel■ David Lazzatto, aber wir meinen wohl, dass seine- Eigenarten unsere Sympathien nicht verringern, im Gegentheil diese Persönlichkeit nur nooh anziehender machen können. Sind doch seine Schwächen zumeist nur hervorgegangen aas seiner catonischen Strenge und ans den strengen Anforderungen, die er an Andere stellte; in der Hitze seines Kampfes für den von ihm sogenannten Atticismus mussten wohl die Hiebe' wuchtiger fallen und Manchen schwerer treffen, als er es verdiente. Zu einem solchen Kampfe aber war Niemand mehr berufen als er, denn er besass alle jene Tugenden, die er unter den Namen Judaismus zusammeuzufassen pflegte. Sehr vereinzelt dürften solche! anzutreffen sein, die in solch’ hohem Grade selbstlos * und uneigennützig sind, der Wissenschaft ohne irgend welche Nebenabsichten lediglich um ihrer selbst willen dienen. ,Die Welt lässt ihn hungern und darben; sein schon früher ihm gekürztes kleines Gehalt bleibt oft Monate lang aas, dass er genöthigt ist überall zur Unterhaltung seines Hauses Anleihen, zu machen,**) aber er lebt nicht für sich, sondern __- V ף p. 732. 733 736.