Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 23. (9.6.1883)
- Date
- 1883-06-09
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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— 92 — ברכות im Wochengebete nicht giebt, selbst nicht an Sabbat and Festen, aasgenommen מוסף von <T*% Yerf. hat diesen offenbaren Fehler nicht beachtet. Za diesen einzelnen Irrthämera, welche mit noch wenigen anderen za berichtigen waren, können wir aber auch bemerken, dass bei einzelnen Verbesserungen van Fürst nach unserer Meinung der Verfasser im Rechte za sein scheint. Z. B. 18. Lie£ S. 831 mit סנידק and משחקין. Aach hat Verf. nicht mit Unrecht in S. 328 Z. 5. v. a. in der Tradition öber die Ansichten R. Jochanan’s and R. Lakisch über die Zeit des Thorastadiams eine Corraption der Lesart angenommen, da die Stelle in Wajkr. Rabb. p. 19 seiner- Correctur Unterstützang giebt. (Schluss folgt.) ¥ - “Notizen. 1. Bei der Kürzung, die meine ״Quelle der Segnungen“ im Badactkmebareau erfahren, so dass ich selber mein Opus noch Wnmn erkannte, könnte ich mich folglich der Verantwortlichkeit ftbsrhöben fühlen, wenn der dargebotene ״Labetrunk“' Herrn Collegen Rabb. Krön er-Brandenburg nicht gemundet. Und da ee jetzt ministerieller Brauch ist, Interpellationen unbeantwortet zu lassen, würden mich Herrn K.’s Fragen ebenfalls nicht in meiner stoischen Buhe gestört haben, wann nicht das ״Dankgebet“, dass er mir insmuirt and selbt gegen die Widerlegung aea Herrn Dr. Rothschild - Alzey mit vieler Dialektik aufrecht halt, mich genöthigt, meinen Standpunkt zu erklären. (So viel mir noch erinnerlich, —- ich besitze nämlich von keiner meiner veröffentlichten Arbeiten Copien — habe ich im qu. Artikel Herrn Dr. Sidon vom pilpnlistischen Standpunkte gegen die Angriffe schützen wollen, die er wegen seiner Auffassung erfahren.*) Alsdann zollte ich Herrn Dr. Braun-Stargard meine Anerkennung, dass er in מעין המאורע auf die Spar der einzig richtigen Quelle geführt.) Diese Quelle erweiterte ich bis auf יעלה ויבא. Hierbei betrat ich nur die breitspurige .Bahn, die schon Baschi ausgetreten (vid. Sab. 24 a unaSuk. 46 a). Non laset Herr K. seine erste Interpellation vom Stapel. ״Wo in aller Welt sagt man תמיד DV בכל das יעלה לבא?“ Es liegt Ooaeeqnenz in dieser Interpellation. Denn Herr K. übersetzt dieee drei Worte ״an jedem Tage beständig“-. Nim erlaube ich mir ihn za fragen, ob er in dem Satze: ״Und Aharon soll tragen das Recht der Kinder Israels auf seinem Herzen vor dem Ewigen "PDn“ (Exod. 28, 29) ebenfalls mit ״beständig“, nämlich Abends, Morgens, und Mittags übersetzen wül? Oder ist etwa das הערבים fO של *TW) auch Abends, Morgens, und Mittags dargebracht worden?**) Für mich ist "TWT immer am Platze, wo von einer Handlung gesprochen wird, die mit einer gewissen Regelmässigkeit wiederkehrt. Die fraglichen Worte sind za übersetzen: ״An jedem bestimmten Tage legen wir seinem Namen ein Bekenntniss, ab, מעי] המאוחע seiner Bedeutung entsprechend“. Allenfalls fehlt in -der veröffentlichten Notiz die Uebersetzung, ob sie aber durch mich oder die Bedacüon weggeblieben ist, weiss ich nicht mehr; ist aber auch irrelevant. Hat doch die ganze Materie nur für Fachmänner Interesse und hier dürfte wohl das ת*"ל am Platze sein. Was ich innig bedaare, ist die Verwechselung — durch mich oder den Setzer? — von לפניו anstatt לשמו; was Herrn K. genöthigt, diesen Lapsus zu corrigieren. Weiter mterpellirt mich Herr K.: rSeit wann ist denn dieses eine הודאה, ein Dankgebet?“ Er mterpretirt mich nach seiner Weise, um mich mit einer wuchtig geführten^ Frage za schlagen. Einst frag mich ein ev. Pastor, wie wir ‘unsere Eintheilung der Zehngebote logisch recht- *) Wir hatten jenen Passus, der die Lösung der Frage durchaus nicht förderte, sondern nur die Ansicht des Herrn W. über die früheren Erklärungen enthielt, als za weitschweifig gestrichen. Wae wir übrigens damals bei der Wiederaatnahme der Discaesfon über die ״Quelle der Segnungen“ befürchtet, ist eiligetroffen, so dass wir im Sinne vieler Leser aasrafen möchten: Herr, halte ein mit Deinem Segen! ״ Red. •*) Diese letztere Exemplificatiön ist denn doch aber wirklieh gaüs hinfällig. .Erstens wird ja dieses *תמיד hier als Hauptwort, (״da• tägliche -Opfert) gebraucht, sodann ist es durah בין הערבים genau determinirt. Herr Rabbiner Dr. Kroner wird die ״Erwiderung“ sicherlich nicht schuldig bleiben; doch bitten wir beide Herren um gefL Rücksicht auf die Leser. Red. fertigen, da doch אנכי durchaus kein Gebot enthält: ״Lieber Herr“, erwiederte ich ihm, ״wer heisst Sie denn עשרת הדברים falsch mit ״Zehngebot“ zu übersetzen? Bleiben Sie bei der correcten Wortbedeutung, so wird Ihnen nichts Unlogisches in unserer Eintheilung auffallen“. Auch Herrn K. kann ich dieselbe Antwort geben. Mit aller Entschiedenheit muss ich mich davor verwahren, seinen Irrthum mir zuznmnthen. Herrn Collegen Dr. Rothschild spreche ich meinen Dank aus, dass er es unternommen, diesen Irrthum aafzahellen. Freilich blieb der Erfolg aus. Herr K. bleibt bei seiner vorgefassten Meinung,׳ die er in den Satz niedergelegt: Wir hielten es bislang immer für ein Bittgebet. Wie will er denn sein Bittgebet mit dem liturgischen Gesetze in Einklang bringen? אל ישאל אדם ״?צרכיו לא בג• ראשונות ולא בג, אחרונות.weder in den drei ersten noch drei letzten Benedictionen — bekanntlich ברכות הודאה genannt — darf ein Bittgebet eingeschaltet werden“. Ebenso wenig dürfen an Samstag and Feiertagen Bittgebete verrichtet werden. Wenn wir aber יעלה ויבא gerade bei ברכות הודאה sagen and keinen Anstand nehmen, es sogar am Sabbath and Feiertag za verrichten, spricht nicht der Schein dafür, dass es kein Bittgebet ist? Indess wird es von ansera Dezisoren wohl als Bittgebet characterisirt, was aber — wie bald nachgewiesen werden 8011 — seiner Eigenschaft als 1 ברכת הודאה keinen Eintrag tliut. In Abodah Sarah 8a, macht Thonaphoth den Unterschied zwischen צרכיו und צרכי צבור, welche letztere Form von Bittgebet auch da eingeschaltet werden werden darf, wo erstere ausgeschlossen ist. Dieser Entscheidung folgt auch Piske ho-Rosen, Beraehoth Abs. V 109. Herr Dr. Kr. hat da einen kleinen Tosaphoth von weniger als zwei Zeilen übersehn. In Beraehoth 34 a sagt Thosaphot: ״ בד״ ה אל... עיקר ברכות אחרונות צרכי צבור הםdie letzten Eulogien sind wesentlich Bittgebete, welche die Bedürffnisse der Gesammtheit amfassen“. Und diese Bittgebete werde nichtsdestoweniger in der Liturgie ברכות הודאה genannt. Gelegentlich möge hier noch die Vermuthung des Kantor Herrn Birnbaum ihre Bestätigung finden. Herr B., der zur Einsicht gelangt, dass zur Erfüllung seines Berufes mehr als musikalische Schulung erforderlich, beschäftigt sich auch mit der codificirten Liturgie, und dieses Stadium brachte ihn zu der Vermuthung, dass da« Magen Aboth einst nur vom Vorbeter vorgetragen worden sein müsse. So rufe ich ihm denn zu : חטבת לראךףן!" Denn im Kol 1>0 Hilchoth Sabbath Thl. 35 heisst es wörtlich ואחר רבלו תקנו שיאמר ש׳ץ בקול רם ברכה אחת מעץ ר־ וגד׳. Ferner:.ולפיכך תקנו שיאמר שיץ ברכה זו Trenscaen. Rabbiner Dr. Simon Wolffsohn. 2. ״ .לחות העדותTafeln des Zeugnisses“ ist die gewöhnliehe Uebersetzung und diese erklärt sich so, dass man dem Sünder und Verbrecher gegenüber die Tafeln des Gesetzes auflegt und auf sie hinweist, um zu ״bezeugen“, dass die verübte That verboten sei. Wir halten diese Erklärung für gesucht und übersetzen ״Tafeln der Warnung“. Denn העיד heisst nicht blos ״bezeugen“, sondern auch ״warnen“. R.—A. Zur Erklärung der redactionellen Frage ״Littr.-Bl.“ No. '20 S. 80 fügen wir hinzu: Die Wiederholung ״wir danken, danken“, Venn als Verstärkung des Dankes aufgefasst werden; die Wiederholung ״wir bekennen, bekennen“, lässt eine ähnliche Aaslegung als Verstärkung des Bekenntnisses weniger zu und gilt darum als Verdacht erregend auf häretische Gesinnung (שתי רשויות>, in gleicher Weise wie die Wiederholung von שמע. Wir verweisen auch noch nachträglich auf ,מודד ün Gebet», אלדד נשמה, welches gegen Heterodoxie zur Bestätigung des orthodoxen Bekenntnisses gerichtet ist, und worin ״Dank“ also keine Stelle hat. R~ — A. 3. No. 20 der ״Archiv, isr.“ leitet ein ״Zickzack in der israel. Welt“ ein. Der junge Herr Toepfer, der dieses Opas geleistet hat, strahlt vor Vergnügen, dass er in No. 18 des ״Jüd. Littr.-Bl.“ gefunden: ״Die Academie der Inschriften in Paris hat sich mit den Mosaiken beschäftigt, welche 15״ Kiloin. von Paris“ einige Meter vom Ufer des Meeres“ gefunden worden sind. Das ist ein Gaudium — &> schlecht beschlagen sind die Deutschen in der Geographie! Wie aber, geehrter Herr Toepfer, wenn das ein ganz kleiner Druckfehler ist, der so leicht paseirt .und doch so wenig Schaden stiftet, dass wir ihn nicht einmal unseren Lesern za verbessern für nöthig erachtet haben? Nicht wahr, ob’s wahr ist?! Nun, in No. 28 der ״Wochenschrift“ vom 7. April 1883 haben wir nach ״Un. isr.“ berichtet: ״In Haromam-Sif bei Tunis will ein frauzös. Capitain . . . Mosaik entdeckt haben!“ Wer will spotten, mus< schärfer sehen und denken, als der tapfere Herr Toepfer io seinem ״Zickzack“. Red. Verantwortlicher Redactenr Dr, R&hmei', Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig-