Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 23. (9.6.1883)
- Date
- 1883-06-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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disehes Zar Beleaektang aller Jadentham und Jaden betreffenden tltterarliehen Er* •efcelaaagea aaf dem Gebiete der Philo• •ephle, Gesckirkte, Ethnegraphfe, Theo• logie, Orieatalia, Exegeee, Homiletik, Lltargik, Pidagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 9Ttog|9^'6ux<j, 9. duni 18S3. Bäcker der elaeebliglg•■ LItteretar,weleke der Bedactio■ aafeoaadt werde■, Bade■ 1■ dieaem Blatte elaitkeiät Baaprsekaag. Bel Elaseadaag to■ ■wel Beceaaieaa- Exemplare■ erfelitt elamallae karae׳ Gratli-Iaierttoa. Das ״Jfldlgche Llttermtnr-Blatt« erscheint Wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Ma^k. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Bnchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratnr-Blatt‘־ gratis. — Inserate werden mit 86 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet and Von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expeditäon ▼on 6. L. Danbe & Co., Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert Inhalt: I Wissenschaftliche Aufsätze: Rappoport und Luzzatto. III■ _ . Von Rabbiner Dr. S. Gronemann. (Fortsetzung.) — lieber Sch’ma and בחך שם. I Litteratnrbericht. Dr. Wünsche, Aug. 1. Bibliothjeca Rabbinica u. 8. w. 18. Lieferung. Schluss v. Midrasch Sehe mos. Rabba. 2. 19. Lieferung. Schluss v. Midrasch Debarim. Rabba. Notizen. Nachdruck nur mit -volle! Quellenangabe gestattet. i Rappoport und Luzzatto. m. Von Rabbiner Dr. S. Grone mann, i (Fortsetzung). j Luzzatto’s Angriffe auf Maimonides waten auch die erste Veranlassung, dass sich die Reibung zwischen ihm und Rappoport in viel schärferem Maasse als je vorher erneuerte. Wir haben in unserem zweiten Artikel gesehen, wie das freundschaftliche Band, nachdem es zum zweiten Mal gelockert worden war, sich wieder zwischen den beiden Männern neu befestigt i hatte. Zwar war nach dieser Zeit die Correepondenz j nicht mehr eine so rege, wie vorher, aber das war ׳ nur auf äussere Verhältnisse zurückzuführen. Luzzatto’s | Briefe athmen auch jetzt die innigste Verehrung für j seinen Freund, und, als dieser 1838 zum Rabbiner in \ Tamopol berufen wurde, giebt er seine Freude darüber [ in einem schwungvollen Gedichte Ausdruck, in dem er ihm nach seinen eigenen Worten ein Loh spendet, wie es kaum einem der grössten Gaonim je gespendet worden ist, 11a8 aber auch, als es wider die Absicht seines Verfassers gedruckt wurde, wegen seiner Seitenhiebe auf die durch die Nacht des Chassidismus in Galizien herrschende Finstemiss auf manchen Seiten grossen Anstoss erregte. Um so schwerer aber konnte es Lugzatto überwinden, dass auch Rappoport eine gegen seine antimaimunidische Abhandlung gerichtete Zurechtweisung der Zeitschrift ״Kerem Chempd“ übergab, ohne sie ihm vorher, wie er es von einen! Freunde glaubte erwarten zu dürfeD, zur Durchsicht zu überreichen. *) Die hierdurch hervorgerufene Verstimmung wurde zwar wieder gehoben, aber nur sehr: vorübergehend. Rappoport pflegte als Mitredacteur des von Goldenberg herausgegebenen ״Kerem Chemed“ die eingegangenen Beiträge früher durchzulesen und mit Erlaubniss der Verfasser daran seine eigenen wissenschaftlichen Bemerkungen zu knüpfen. Da hat er denn auch an den Beiträgen Luzzatto’s sich Veränderungen, Auslassungen and Randbemerkungen gestattet, welche diesen zu der schweren Beschuldigung veranlassten, als habe er damit beabsichtigt, ihn in den Augen der Leser zu verkleinern, für sich aber aus seiner Herabsetzung Ehre zu gewinnen. Diese Vorwürfe durften wohl zum grossen Theil auf Kosten der übergrossen pedantischen Empfindlichkeit Luzzato’s zu setzen sein, einer derselben jedoch erscheint, so wie er in diesen Briefen begründet wird, gravirender Natur zu sein; ein Urtheil indessen lässt sich nur nach Anhörung beider Tlieile fällen, und wir müssen desshalj). wenn wir früher es nur als unseren Wunsch aussprächep, jetzt, nachdem dieser häusliche Streit einmal an’s Licht der ()Öffentlichkeit gezogen worden ist, als eine Pflicht der Gerechtigkeit bezeichnen, auch--die darauf bezüglichen Briefe Rappoports zu , veröffentlichen. Genug — am 1. Jjar 5689 richtet L. an R. einen geharnischten Brief, in dem er ihm ein ganzes Register seiner Sünde vorhält und!mit den Worten schliesst: Adieu Dir, Adieu Goldenbetg und Adieu seinem Weinberg (Kerem Chemed) und das sei Euch wie mir der Scheide briefj der abschneidet zwischen mir und Euch־ von nun an bis in Ewigkeit“.*) Es war nicht die Art Luzzatto’s, wenn er Groll gegen Jemanden hatte, ihn mit zarten Händen zu berühren. Dass aber ein Rappoport ihn 80 behandeln sollte, wie er, Alles recht heiss nehmend und auf die Spitze treibend, von ihm sich behandelt glaubte, dass der Mahn ihm untreu geworden sein sollte, zu dem er mehr wie zu irgend Jemandem sich innerlioh hingezogen fühlte, der Einzige, bei dem er je in seinem Leben die Initiative zu einer freund-. schaftlichen Correspondenz eröffnet hatte, — das konnte er nicht überwinden und in seiner Brust ver- וי. )לגי >־