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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-06-02 · No. 22. (2.6.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 22. (2.6.1883)
Date
1883-06-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zmr Belmktug *Her J14entk111 ■■<1 J«4ca kcfertVnB«■ llttenuiach•■ Kr- Mk«lmf«1 a»f 4m 6«kl«U der Fhlloi^kle, 8(fek!ekte, Etkitfnpkfe, Theo• ldgfe» Orteatalf•» Engne, Homiletik, Lltarfik, PI4a|0§lk. H e r a u 8 g e g e b e n ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 91ta^a cGkvuj, 2. cUttti 1883. Biettr41rtiuthli|)(n Llltcrttar.wakki 41» Mittln ■■gwaadt werdva ,■ M«. 1■ dl«M■ BUtt• «U|tkt>4• iMfrak•■!;' B«l Bunin( »•■ 1v•! IiiuiIim• txM(I1na «folgt ctunllg• kitM eratU-lBMTtiOB. Das *JHUche Littcrmtmr-Blatt" erscheint Wöchentlich in einem halben Bogen; Preis'bei allen Buchhandlungen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Bachhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 8( Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet und Von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annonoen-Expedition von 6. L. Daube & Co., Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Z-irich, Wien, Paris befördert. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Rappoport und Luzzatto. HI. Von Babbiner Dr. S. Gronemann. Fortsetzung. — Die Juden in Indien. Fortsetzung. Litteratu r.berichte. Homodrich, (המדריך) eine methodische Zusammenstellung von Mischna- und Gemarwtexten etc. — Erklärung. Notizen. — Inserate. — Drnckfehler-Berichjtigung. Rappoport und Luzzatto. m. Von Babbiner Dr. S. Gronemann.! (Fortsetzung). | Das Seltsame aber ist, dass Luzzatto1 in eben der Zeit, da er mit diesem Geschichtsschreiber in engeren Verkehr getreten war, gerade — worauf wir später noch zurückkommen werden — mit dem Manne wieder auf das Aeusserste gespannt war, dem er einst seinen Verkehr mit jenem nicht hatte ־verzeihen können, — nämlich mit Rappoport. ״Wer hätte je geglaubt“, so schreibt er selbst an Jopt, ״dass selbst Rappoport gegen mich als Feind aufstehen, dass, naohdem ioh ihn elf Jahre auf das Herzlichste geliebt und ihm gedient wie ein Stier im Joche und wie ein Esel bei der Last, ihm Sammlungen ans vielen Handschriften gemacht, und ihn hoch über die Sterne erhoben habe, er in seinen Noten zu meinen Abhandlungen wie ein Krieger Hass anfachen werde“.*) Man wird natürlich dieses scharfe Urtheil; ans dem Gesichtspunkte seiner persönlichen gereizten Empfindungen betrachten müssen, aber konnte man nicht, wenn man sich an seine früheren heftigen Angriffe auf Jost erinnert, mit noch grösserem Rechte sagen: Wer hätte je geglaubt, dass Luzzatto mit Jost noch einmal Briefe wechseln und sogar Beiträge für seine ״Annalen“ liefern werde? Und dabei muss man von ihm sagen, dass er in Bezug auf seine religiöse An- Behauungsweise sich niemals geändert, dass er hierin von seinem 13. Jahre bis zu seinem Lebensende sich gleich geblieben, und von einer Falschheit gegen irgend Jemanden kann nun vollends bei einer 80 durch und ר p. 623. durch wahreu Natur nicht die Rede sein. Er verfehlt auch nicht, fast in jedenA seiner an Jost gerichteten Briefe den Gegensatz in ihren religiösen Anschauungen zu betonen, aber das ist eben das Characteristische an jedem besseren Menschen, dato bei aller Erregtheit und stürmischer Leidenschaftlichkeit doch schliesslich die Milde hervorbricht. So nimmt denn auch Luzzatto zuletzt, wie er sich ansdrückt, sich an Rabbi Meir ein Beispiel, der einen Elischa selbst nach seinem Abfälle noch geliebt, und gelangt nun endlich dahin, für sein verändertes'Verhalten ganz dieselben Gründe vorzubringen, die’ er selbst vor einigen Jahren bei Rappoport scharf bekämpft hatte.*) Freilich musste auch Jost ebensogut wie alle Anderen darauf verzichten, immer nur Liebend Würdigkeiten zu hören; als er, in dem erwähnten Streite anfänglich nur für Luzzatto eintretend, später nach Anhörung der anderen Partei auch Rappoport in seinen Annalen in Schutz nahm, schrieb ihm jener in der grössten Kaltblütigkeit, ohne noch zur gereizten Stimmung gekommen zu sein: ״Feme sei es mir, Dir deshalb zu zürnen, denn ich weiss ja Wohl, dass der Journalist Jedermann zu Willen sein muss und sie allesammt gleich Buhldirnen für Geld feil sind“. **) Was war zu thun? ״Man musste einmal seine Eigenheiten in den Kauf nehmen, und wenn auch im Anfänge sich Viele daran stiessen, allgemach gewöhnten sie sich daran und Hessen sich von ihm, dessen Hera und Character sie kannten, Manches gefallen. Eigenartig war aber Luzzatto nicht bloss im Umgänge mit seinen Zeitgenossen, sondern auch in der Wissenschaft. Auch hier schlug er seine eigenen Wege ein, durch welche er sich oft mit der ganzen Htterarischen Welt in Widerspruch setzte, mit den StrengreHgiösen sowohl wie mit den freier Denkenden, so dass wir ihn immer klagen hören, wie er ״ein Mann des Streites und des Zankes sei für die ganze Welt“. Was ihm dabei noch besonders eigen ist, ist, dass er auch innerhalb der Forschung Alles persönHoh nimmt, sich pejnönüch verletzt fühlt, wenn *) p. 599 ff. 6. **) p. 663. 709. •\4 3:-f ■■ ז*/׳" 11 ׳ 1—ך•*'

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