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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-05-12 · No. 19. (12.5.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 19. (12.5.1883)
Date
1883-05-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Z«r Mmktvig •11er JodeatliiM 11d JUm bctreffeade■ lltt«r&rUehe« Er• aekd«11f«1 uf 41 mb 6«klete der Phile• Mfkii, Gtifklektc, EtkMfn^kle, The•■ legi•, OrleatalU, Ezegeee, HtoaUatlk, JUtvrglk, Pidegeglk. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 9TCag9z6ut^, 12. 0TLai 1883. Bfeherdereiaechligt«•• Littermtur.weleh• der Maetio■ 1ag«u14t werden, IM« 1■ di Me■ Blatte eiacreheede Beagreähanf. Bel n«w1d1R9 ▼•» sw ei Beeeaaie»t• Exemplare■ erfolgt ebmltt« Um 6r1tl1*l1urttt1. L eipzi allen P<---t, . .. ., S$ Pf. für die gespalteae Petitzeile berechnet and von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expeditkw ▼on 6. L. Daabe & Co., Frankfurt a. M., ■agdebarg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. Inhalt: Wi ssenschaftlicbe Aufsätze: Darwinismus ünd die Bibel. (Schluss.) —[Das Judenthum als Mutterreligion derHumanität. Von Bezirksrabbiner Dr. Ho chstädter in! Bad Ems. — Aus der Chronik der Stadt Meiningen. Liltteraturbericht. (ieschichtliches Handbuch. Von Heinr. Ellenberger. N ot i zen. Nachdruck nur mit -rroller Quellenangabe gestattet. Darwinismus und Bibel. (Schloss.) Der Unterschied liegt ausserhalb der Entstehungsge8chioht<‘, in der metaphysischen Anschauung, ob wir den Stoff als vernunftbegabt, aber unbewusst in Ewigkeit ans denken, die wir in seinen aus Molecülen bestehenden Atomen in seiner Totalität als Natur bezeichnen, oder einen Gott als die reijne selbstbewusste Vernunft voraussetzen, die den Stoff hervorrief und mit einer zweckentsprechenden Natur ausstattete, mit andern Worten, ob die Welt das entwickelte Ergebniss einer Uraatur, oder die Bildun^sthat einer Urgottheit ist, ob Zufall oder Weisheit, ob wir Ur- Sachen oder Zweckbestimmungen annehm sn, und doch sind ja Zwecke auch Ursachen, wenn v ir über die Zeitfolge hinausgehen, nnd sollte die Zwe< kmässigkeit, die sich in den einzelnen Theilen kund giebt, in dem Universum nicht geleugnet werden! Dem Bewusstsein kann aus dem Unbewussten nicht!hervorgehen. Doch solche Betrachtungen berühren unsere Aufgäbe nicht mehr und sollen in einer besonderen Abhandlnng ihre Erörterung finden. Hier sollte kiur bewiesen werden, dass ein Jünger Darwins die Angaben der Schrift über den Menschen nicht zu bestreiten braucht und Theologie studiren kann. — Wir habpn hier einen Darwinianer seine Ansichten entwickeln, (und sie nach seiner Anschauung in seinen Worten darateilen lassen. Passen wir sie kurz vom Standpunkte ein er gläubigen Ueberzeugung zusammen, 80 liegt in ihnen eine Wahrheit, die nur innerhalb der Religion anders wird. Das Judenthum setzt einen einig-e nzigen Gott voraus, der selbstbewusst einen freien Wjllen hat, der in Allem schafft und wirkt, durch den *ich vollzieht und geschieht. V V. .!י ■ allein Alles Sprechen wir bildlich! Die Kräfte der Natur sind seine Boten, die Alles besorgen und ausführen; aber sie schaffen und wirken nicht selbstständig, bestehend nicht durch eigene Machtvollkommenheit, sondern in,*.., ihnen lebt, wirkt und schafft nur Gott. Was die'j^‘ neueste Weltanschauung Hartmanns das Unbewusste nennt in Vorstellung und Willen, ist im Judenthum der selbstbewusste freiwillige Gott, den bis zum, freien^־ Willen des Menschen Alles mit Bedacht in Torsehung vollbringt. ' ‘! Die Worte der heiligen Schrift sagen uns nun über die Schöpfung des Menschen Folgendes aus: ,Gott bildete den Menschen aus Staub von der Erde,* dass heisst also: Gott brachte den Menschen durch die Kräfte der Natur, in denen er lebt nnd thätig ist, - und die nur durch ihn wirken, in seiner Form hervor. In welcher Weise er es vollbrachte, berührt nicht die Religion. Ueberlassen wir es den Darwinianem, in ihrer Weise es sich zu construiren. Für das Factum der Schöpfung giebt es einmal keinen andern Ausdruck als: ,Gott bildete den Menschen?. Der Geist im Menschen, der das Ewige und Unendliche erfasst, sich seiner bewusst ist und den freien Willen hat, gehört aber einmal nicht zur Natur, die in nothwendigen Gesetzen sich bewegt, begrenzt. ist durch Zeit und Raum und kein freies Bewusstsein hat. Er kann nur von dem ewigen Geist ausgehen, der ihn dem Stoffe eingiebt. Das sagt nun die heilige Schrift: ״Gott hauchte den Geist dem Menschen ein“. Er ist nach seinem Geiste gebildet worden. ß ThatsächHch finden wir in den Worten der Schrift keinen Unterschied. Was man Entwickelung nennt, ist anch eine Schöpfungsthat Gottes. Auch Erhaltung ist für Gott dasselbe wie Schöpfung; denn sie wird nur duroh Gott besorgt und es besteht und erhält sich Nichts durch 9ich selbst. Gott ist und lebt und wirkt in dem All. Fassen wir wiederholentlioh zur Erklärung der Worte der heiligen Schrift die Betrachtung in einem Bilde zusammen: Der Bildhauer hat den Stoff, den י Stein, als gegeben vor sich, der in 'seiner Beharrlichkeit ihm Widerstand leistet; er arbeitet daran mit ־<*

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