Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 16-17. (21.4.1883)
- Date
- 1883-04-21
- Page
- Seite 67 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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sehr selten mit Taubstummheit behaftet iht, dass dagegen taubstumme und zugleich blutsv irwandte Elten» regelmässig taubstumme Sinder produüren/im Zusammenhänge mit dieser Thatsache lässt pich nur annehmen, dass die Blutsverwandtschaft wie lie Erzeugung der Taubstummheit bei den Kindern einen geheimnissvollen noch nicht genügend Erklärten Einfluss ausübt. — Gleichwohl, und dies mag als beruhigende* Moment dienen, glaubt der Verfasser auf Grund seiner Unter- Buchungen zu dem Schlüsse berechtigt zu sein, dass jene Abnormitäten sich in der Begel nur dann zeigen, wenn erbliche Prädispositionen vorhanden sind, d. h. wenn in der Familie bereits ähnliche Leiden vorgekommen sind. Dann hat die Blutsverwandtschaft den Einfluss, einen, wenn auch noch so geringen Keim ztir raschen und intensiven Entwickelung zu] bringen. Es ist dem Verf. sowohl, wie dem Beferenten daran gelegen, diese Thatsachen zur Kenntnis^ weiterer jüdischer Kreise zu bringen, und ist jeder Leset gebeten, für Verbreitung derselben gefälligst Sorge zju tragen. Der praktische Zweck, der damit verfolgt wird, ist der, diejenigen Glaubensgenossen, die im Verwandtschaftsverhältniss stehend, entschlossen sind, aich durch die Ehe mit einander zu verbinden, zu veranlassen, wenigstens den Hausarzt, der ja die sanitären!Zustände der Famile kennt, zu Käthe zu ziehen. Ich brauche nicht erst zu betonen, wie sehr dadurch manchle Unruhe und Sorge aus den Gemüthern genommen werden könnte, und wie sich Manche unserer Glaubensgenossen dadurch doch vielleicht abhalten lassen dürften, die Zahl jener unglücklichen Familien zu vermehren, in denen eins oder gar mehrere der bedauenswerjthen Individuen angetronen werden, deren Krankheit oben erwähnt worden. (Wir sprechen dem Verfasser der Schrift sowohl, wie dem gesch ärztlichen Beferenten für dasj Interesse, das sie diesem Gegenstände in uns. Bl. gewidmet, und für die wohlgemeinten Lehren zugleich ifm Namen unserer Leser den wohlverdienten Dank aus. Bed.) Notizen. 1. In Bezug auf einig» der Notizen in No. 13 de» ,,Litt.-Bl.“*] *ei mir Folgendes zu beregen gestattet: Ad. צ. Zu dem von Herrn Dr. Caro-Pilsen ingezogenen <275 ־ des O. Chajim bemerkt T. Sahab: 1231 של «HS שלוה וחלב אין חשש כלל. Dementsprechend haben auch dea vom Remo dort angeführten Minhag sogar viele sehr bedeutende Gemeinden nicht recipirt Ad. 4. Wenn wir auch, gestützt auf Baba mezia 71,1, besuglich des <ju Midrasch eine andere Ansicht haben als Herr Dr. Duschak, 80 stimmen wir mit demselben doch darin überein, dass der Talmud oft die Aehnlichkeit und Gleichheit vom Wörtern (nicht ״Homonvmität“ Gleichlaut von Wörtern lediglich verschiedener Bedeutung!) zu dem betr. Zwecke benützt; wir behaupten sogar, dass dies öfter geschieht, als tban gewöhnlieh annimmt- Führen wir heute nur einige frappante Beispiele an! , In der Pessach-Agada (Tr. Pesachim) heisst es: ,ואת לפלנד אלו הבנים כמה שנאמר כל הבן הילוד יwoher das? offenbar aus Job. 6,7 : כי ארם ללמל יולד• ,_, Ferner heisst es in p. Äboth 6.3:הלומד מחברו וכי קראו וימי.אלופו,ומידלו שנאמר ואתה אנוש כלדבי אלום* ומיחד ln letzter Belegstelle steht ja nicht רבי, woher nun jenes לבו? Zweifellos daher, dass ehaldäisch (targumisch) das hehr. אלות durch Kwiedergeben wird. (Vergl. Targ.Onk. za 1. M.36,15 ff) Auch die Deutung des מריב *m Schluss unserer Mischna gehört hierher R&dchi bemerkt eu 2. M 2,11, der Frohnvogt —- — habe die Israeliten schon zur Arbeit angehalten, wenn der Hahn den Tagesanbruch ankündigte: *) In meinen Notizen, da». 7*. 2, bitte ich zu lesen; Ne. 10 ־®tatt No. 2u. Einige andere Druckfehler sind sehr] unerheblich, dass 0ie einer Berichtigung wohl nicht bedürfen. K.r. והיה מלכדדם מקרות מכר למלאכתם. woher hat Ka«& bezw. der Midrasch diese Zeitbestimmung? Gewiss nur dabbr, dass ehaldüisch (targ.) איש dnroh נבר wiedergegeben wird, welche» letztere Wort sowohl Mann als auch Hahn — wegen der diesem beigemeasenen Starke — heisst. Synhedrin 106,2 wird die Bestrafung Doög’s besprochen. Beb dei. Aschi sagt: גצמדל של מגמתה כל זונה ממך (קוד לנס ופודב התם ממיתות ומתרנמיק לחלופין ותק אין.בק מוסבר ומוחלט e» schiiesst »ich hier also dem הצ מתה d*e לםנמיתות, diesem das chald. לחלוטין, diesem wiederum das mischnaitische מצורל מוחלט an. Baba kamma 16,2 wird über Jirmejah’s Finch (18,23) gesprochen: יהיו מוכשלים לבנק?־ ו0״, wsa der Tslnrnd dahiS deutet, Jirmeja habe Gott gebeten, א^ילו 3שלה שלושים צדקה הכשילם בבני אדמשאינן מהוננק וכר- Selbst wenn sie kaathätigkeit üben, mögen sie׳ dieselbe Unwürdigen zuwenden pp. In wie fern in gedachtem Jirmejah-Vers MUdthätigkeit angedeutet sei, bemerken Tosafoth znr Stelle: Es heisat מוכשלים לפניך und Jesch. 58,8: פ ••והלך.לפניך צדקך• m Jirm^jahלפניך •teht, in Jeschajah aber dieser Ausdruck neben צדקך sich vorfindet,- so ist dort anf Mildtnätigksit angespielt Brandenburg a d. H. Dr. Ph. Krön er. 2. הוראה. Zu den falschen Begriffen und Deutungen, dih fast allgemein geworden sind, gehört auch der Begriff uha düb Deutung von הודאה. Die Grundbedeutung des Wumelwort« (הודה. ידה) 'st ״aussprechen“, dann ״zngestehen, bekennen, danken.“ Der Dank ist ja auch ein Zugeständnis« und Bekenntniss; aber die Wahl dieser verschiedenen Bedeutungen ist doch nicht gleichgültig. In ברכת הודאה׳ ist nicht der Denk pothalten, sondein ein Bekenntnis^ von Gottes Dasein, Vorsehung Weitung. Welchen Sinn sollte es denn haben (מדדים): ,Vt danken Dir, dass Du unser Gott bist.“ Wohl aber liegt darin ein Zugeständnis und Bekenntnis, eine Anerkennung und Huldigung. Denselben Sinn hat auch להחיות und אל ההודאות.' Hiernach bestehen die drei letzten Benedictionen der TephiDäh aus ״ (רצד<) לכודה Gebet um Wiederherstellung des Tümpeland Opferdienstes“, ״ (מודים) הודאהBekenutmas von Gottes Dasein and Waltang“ und ״ (שים שלום) ברכת שלום(*»wt um Gottes Segen.“ Dieselbe Bedeutung (Bekenntnis) hat im U^־Gebete. ,,Dank“ hat da wiederum keinen Sinn, wshh es heisst: ״Die Völker beten Götzen an, wir aber beten uujd bekennen uns zu Dir, o Gott“. — Ebenso enthält im Haliel (Psalm 118) הודו die Aufforderung, sich zum Gott der Libe (חסך) zu bekennen, ihm zu huldigen; diese Aufforderung wird Bedeutung und die Gegenstände des Dankes sind ja auch dort angegeben .ä-^a ' ׳*•לל.... ולל. 3. Ueber das jüngst erschienene Sehlraheft, Heft 8, der. Hamburg«rackem Beal-EneyclopMIe für Bibel und Talmud Ab-' tbeilung II (Talmudische Artikel) schreibt die ״Berliner Volks- Zeitung“: ' _ *\ ״Mit diesem Hefte beschliesst der Verf., Herr Dr. Hamburger, sein Werk, das Product einer zwanzigjährigen Arbeit, an dos mäh Vollendung durch eien Mann allem seier Zeit fast alle Ffcch-. männer gez weif eit hatten. Obgleich der Werth dieser Encykfcpädie ei rein wissenschaftlicher ist, so wäre es dennoch auch für den Laien nicht ohme Interesse, wenn er jenes Werk einmal i die Hand nähme, um Aufklärung zu suchen Über die Ddgmatik, den Cultus, die Rechts- und Sittenlehre i Bibel und Talmud. Gerade heute, i einer Zeit der Störung des religiösen Friedens, wäre es wünschenswerth, wenn. Leute, die, ohne eine Ahnung von jenen Verhältnissen zu haben, trotzdem :mit wunderberer Kühnheit darüber gesprochen haben, einmal nachteaen möchten unter den Artikei: ״Nichtjuden,“ ״Obrigkeit,“ ״Ninhstenliebe“, ״Wohlthätigkeit“, ״Feindesliebe“, ״Handel“, ״Zins und Wucher“, ״Lehre und Gesetz“, ״Zurückweisung der Blutbeschuldigung“ u. a. m. Das ganze Werk, bei Fi Köhler in Leipzig erschienen, besteht ans zwei Abtheilnngeu, deren erste, 1300 Seiten stark, die biblischen Artikel und deren zweite, umfangreicher als die erste, talmudische Artikel behandelt. Viele Fachmänner haben sich anerkennend über den Werth der ganzen Arbeit ausgesprochen; vor Allem die Professoren S. Munk, Renen, Franz Delitzsch und Zunz.“ *) Dasselbe ist aber auch in dem mittleren 8tück‘von der FalL ־ (Red.) J