Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 13. (31.3.1883)
- Date
- 1883-03-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zar •*laacktaag •Dar Jatratk■■ ••4 katreVndm IltUrariMkaa Er• •aMBaaz«■ aaf Ita GcMaU dar Pkll•- aafkla, «taaklekta, Eth1«frapfcl•, Tkaa- *•*!•> OriaaUlla, Exegea«, BnUttU, UtarvU, PUigoflk. Herausgegeben ron Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 31. 1883. Blekar dar aiaacklisi(aa Uttantar,walrkä dar Zadartlaa xafaaaadt wardaa , Zadaa la diaaa» Blatt« alarakaada kiiinikm. Bai Btaacadaaf m dwal Baeaiaalaaa- Er!■plana arfMgt diadl•• kan• - tirmtl«>las«rtiaa. Das ,«I Id Ische Lltterstsr-Blstt!* erscheint wöchentlich in einem halben Boven; Preis bei allen Bnchhandlunjraa (hs Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bet allen Postanstalten nnd Buchhandlangen 9 Mark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit M ML für die gespaltene Petitzeile berechnet nnd [von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expedition vda.fi• I*. Daube I Ce•, Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Darwinismus und die Bibel. — Die ״Neue Evangelische Kirchen-Zeitung“ über Richard Wagner. Litter aturbericht. Frankfurter Rabbinen. Ein Beitrag zur Geschichte der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. "Von Rabbiner Dr. M. Horwitz. Notizen. Inserate. . Darwinismus und Bibel. (Fortsetzung ) Nach diesen wohlbegründeten und überall wahrgenommenen Grundsätzen entwickelt sich das ganze Thierreich bis auf den Menschen in seiner phisischen Organisation. Es ist nirgends ein jäher Sprang bemerkbar. Die Uebergangsstadieni sind so geringfügig und unbedeutend, dass sie sich ganz von selbst ergeben. Und wenn in der Skala auch noch einzelne Mittelstufen fehlen, die das Aufsteigen erleichtern nnd anschaulich machen, 80 dürfen wir wohl ■voraussetzen, dass die sie repräsentirendeu Species ansgestorben nnd darum nicht vorhanden seien; möglich, ja wahrscheinlich ist es auch, dass wir sie einst versteinert noch vorfinden; wenn aber auch nicht, 80 können wir conjecturirend, nach der sich darbietenden Analogie sie uns denken und constrniren. Bei einer umsichtigen Domestification können wir übrigens noch jetzt zum Theil ähnliche Variationen her8teilen and erzielen. Es ist bei Allem dem ein he- •onderer Schöpfungsact gar nicht erforderlich, nnd wir brauchen keine Gottheit zu bemühen, am die ver- •cbiedenen Gattangen in’s Leben za rufen. So sagt •in Naturforscher neuester Zeit: ״Gebt mir pur Stoff, »nd es bedarf dann nur etwas Geduld unjd einiger Zeit, so einiger Millionen Jahre, um durch geschicktes Züchten, sorgsame Pflege und geeignetes Anrogen ejne ganze Welt mit ihrem complicirten Inhalte zu Stande *u bringen“. Wie der Geologe mit den einfachsten Naturkräften, die man in einem physicalischpn Labo- Ätorium verwendet, den ganzen Bildungsprpcess der ׳ Erde sich vojconstruiren kenn, so kann deir Anthropologe mit den ,natürlichen Zuchtw&hlgesetzenJ die! man überall gebraucht, den Entwickelangsgang der einzelnen Species nach der Desoendenztheorie nach•• weisen, und den Menschen entstehen lassen. ״Nur Stoff!* — Freilich bleibt dann die Frage: ״Woher ihn nehmen?“ Aber sie tangirt den Naturforscher nicht. Stoff ist in unendlicher Fülle da, nnd muss in aller Ewigkeit da gewesen sein. Es bietet solche Annähme selbst einer metaphysischen Betrachtung keine besondere Schwierigkeit. Ob man einen Gott in Ewigkeit, oder den Stoff in Ewigkeit voranssetzt, ist für sie gleichgültig. Ja, man kann sich mit dem ewigen Stoff noch leichter zurechtfinden; denn man erspart dabei die Unbegreiflichkeit eine« Schöpfungsactes, der eine ganz unheimliche nnd nirgends ׳ vorfindliche Wnnderthat voranssetzt, nnd entgeht der ganz unauflöslichen Frage, wenn na» einen Gott annimmt, der in einem bestimmten Momente die Welt ans Nichts ins Dasein riefj was denn bis dahin geschehen, nnd was er bis dahin gethan, welche Motive endlich nnd welche Veranlassung ihn bestimmt, mit einem Male thätig sich zu manifestiren. Während die Entwickelung aus dem Stoffe in aller Ewigkeit vor sich ging and nie aufgehört hat, von Welt zu Welt, im Entstehen nnd Vergehen, in Fortbestand and Fortvererbung, ganz so wie sie sich vor unsem Angen vollzieht. Eines nur bleibt dann dunkel: wie nämlich, wenn wir das All’ in seinem Uranfang# betrachten, die Masse zuerst in Bewegung gerieth, in welcher Weise der erste Stoss, oder das Ausdehnen oder Zusammenprogsen zur Gluthhitze erfolgt ist,, dessen doch der Stoff bedarf um ans seiner starren' Rahe zn treten nnd •die Molecülen za Atomen za- 8ammenzuschwei8sen und diese zur Verbindung nnd Entwickelung zu treiben, und, wenn wir nur die argallische Gestaltung im Auge behalten, wie ans dem anorganischen Stoff der organische hat hervorgehen können, in welcher Art dies ermöglicht ward; doch das ist eine Frage, die den Naturforscher, der nur die vorliegende Natur betrachtet nnd untersucht, nicht weiter beschäftigt nnd molestirt; sie liegt"*‘jenseits seines Thätigkeitskreises.• Die einfache Antwort lautet: