Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 6. (10.2.1883)
- Date
- 1883-02-10
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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l».־rr: 24 — דלים.אפיונים ™f1 דכאים **>«• auck ,קר ת,ישרי לב.חמיפי דדך, אהבי שכי.ממקשי דד «ad kurzweg צדיקים ,חסידים a!\d ישרים *!«naimt werden. Alle diese Bezeichnungen sind dem Verfasser synonym nnd identisch mit צניים and ענדם. Arme and Sanfianütbige. Der Verf. findet non, dass damit nur die Leviten bezeichnet sein konnten. Sie waren arm, ohnä Grandbesitz and aat den Zehnten and die Gaben der Bemittelten angewiesen. Fromme Könige, wie Chiakija, haben wohl •ai die Entrichtung dieser Gaben an die Leviten gesehen; aber in den Zeiten des Abfalls and des Götzendienstes, waren sich ja selbst die Priester, ihre Vorgesetzten — mit Ausnahme der Söhne Zadoks — vielfach betheiligten, ging es ihnen schlecht. Sie waren aber auch die Sanftmäthigen'und Gottesfärchtigen, weil sie sich an der Schwelgerei und an dem Götzendienst der Vornehmen and Reichen nicht betheiligten. ענו and גי? sind daher nach, dem Verf nicht ursprünglich begrifFsverwiindt (Hagfeld und Delitzsch), sondern sind es erst durch historische Vorginge geworden. Die Aatoren der meisten Psalmen waren demnach Korachiden, Assaphiden, Jeduthaniden oder andere Leviten, die' vermöge ihrer socialen Stellung arm דים? and vermöge ihrer Gesinnung sanfunäthig גדם? waren. Nur wenige Psalstammen von Davididen, entweder von davidimen t sehen Königen oder deren Nachkommen, ,welche über den Verlast der davidischen Krone klagten. Dieses hochbedeutsame Ergehn iss allein, welches der Verfasser übrigens schon früher-in seiner Monatsschrift erörtert hat, sichert dem Bache seinen dauernden Werth. Wir gewinnen dadurch einen neuen und grossen Lichtblick in das Leben and die Kämpfe der Parteien der alten jüdischen Welt, wir sehen Bewegung in den sonst eintönigen and vielfach anverstandenen Zuständen, nnd wir erkennen den Kreis, der den Propheten zur Seite stand and dieselben zu ihren Strafreden gegen die Grossen and Mächtigen des Landes ermuthigte״ . Aber aach sonst sind die 10 Kapitel, der Einleitung an neaen and allgemein historischen Gesichtspunkten and Ergebnissen sehr reich and instructiv. loh mache hier nur noch besonders aufmerksam auf die in Cap. IX gegebene überaus lehrreiche Geschichte der Massora p. 100 ff. Die Meinung des Verfassers 108). dass in den Berichten, dass man in der Tora es R. Meir geschrieben gefunden habe והנה פזוב מות oder כתנות אר etc. eine irrthümliche Textveränderung gemeint sei, möchte ich meinerseits noch nicht als entschieden annehmen. Die Erklärung des Verfassers, da88 diese auf phonetischer Verwechselung beruht, nnd die dadurch za erklären sei, dass R. Meir nach dem Gedächtniss und nicht aas einem vorliegenden Exemplar copirt habe, scheitert an der jerastdemisehen Relation (vom Verf. citirt) בספת שר ר־מ מצאו כתוב דומה• משא תטה und תמה könnten durch das Auge, aber nicht durch das Gehör verwechselt werden. Au88e1dem zeigen die betreffenden Midraschstellen ganz deutlich, dass mit diesen Veränderungen ein bestimmter Midrasch angedeutet sein soll. Ich würde mich daher eher der von dem Verf. nicht erwähnten Meinung Rappoports (Erech millin p. 8) zuneigen, dass die betreffenden Aenderungen von R. Meir nicht aas Versehen, sondern mit Absicht, nicht in den Text sondern an den Rand geschrieben wurden. Aber aach durch diese Auflassung wird die Darstellung des Verfassers und deren Ergebniss nicht wesentlich beeinträchtigt; dieselbe ist vielmehr in jedem Falle als eine sehr ,.gründliche nnd instractive Leistung anzuerkennen. Ein näheres Eingehen auf die hier vor. Verf in bestimmten Gesetzen formalirten Möglich-:{ keilen der Textänderungen verbietet mir' das hier] vorgesteckte Ziel, und 80 wenden wir ans zu der] Uebersetzung and Erklärung der Psalmen. (Schices folgt.! Rede zur Feier des sechshundertjährigen Habsburgs-Jubiläums. Von Dr. A. Je 11 inek. Wien 188:1• Bei M. Waizner. Wir haben bisher in dem Kampfe gegen den{ Antisemitismus Schritt ftir Schritt mit Jellinek voran-! gehen können, weil er dieselben beiden Fahnen mit uns hochhielt, Judenthum und Deutschthum.1 Dem Grundgedanken seiner jüngst veröffentlichten] ״Rede zur Feier des 000jährigen Habsbur! Jubiläums“ können wir jedoch nicht zustimmen. I den Ruf: Hie Habsburg, hie Hohenzollern — werden wir nie mit einstimmen. Das kann allein den Czecheo den Slaven überhaupt zu Nutz und Frommen ge reichen, aber nicht dem Dputschthume, nicht den Judenthume. Es ist der tiefinnere Ingrimm des von jüd. Sittlichkeit durchglähten Redners darüber, dasi er sein hohes, herrliches Judenthum heutzutage gegen die ekelhafte Blutanklage vertheidigen muss, da Eisenmenger contra Talmud ein zeitgemässer Titel Artikel ung Reden im letzten Viertel des 19 Jahr■{ hunderts ist, der ihn von jenem ״nebenbuhlerischen Staate“, von dessen ״Hauptstadt die gefährlichen Wühlereien gegen Israel ausgingen“, sprechen lässt Wohl ist es wahr, ״vom Norden ist das Unheil her־J gekommen“ — aber nicht der Staat und nicht sein Fürst, sondern ein Priester der Finstemiss hat dui Pandorabüchse geöffnet. Trotz alledem und alleden ist Preussen der Vorkämpfer des geistigen Fortschritt! des sittlichen Freiwerdens und auch der Humanität^! Gerechte Anerkennung dem Grossen und Edlen, wa Habsbargs Fürsten für Israel geleistet haben und der Jetztzeit wirken (Rudolf I. gegen die Bin anklage 1275, Albrecht H. gegem die Brunnenve giftungsklage 1349, Leopold I. gegen Eisenmenger 17(1 und Franz Josef L jetzt) — da sind wir eins, stimmen wir freudig zu, aber das darf nicht blind machen gegen Andere. Auch hier möge das deutsch österreichische Bündniss fest und unerschüttert bleiben Coblenz. L e w i n. Notiz. In der vatikanischen Bibliothek in Rom, so schreib man uns aus der ewigen Stadt, steht eine wichtige Neuer bevor, welche bestimmt ist, den Gelehrten die Studien kiii wesentlich zu erleichtern. Die Benutzung der Manuski (Codices) war bisher mit grossen Schwierigkeiten verbünde wegen des Mangels hinreichender Inhaltsverzeichnisse. P gegenwärtige Präfekt der Bibliothek, Monsignor Ciccolini. jetzt mit der Aufei tigung derselben beschäftigt. Die Bearb tung der unter item Namen ״Bibliotheca palatina“ bekannt! Abtheilung ist bereits beendet: ihr wird jene der naebsteb verzeichneten folgen: die ״llrbinata“, die eigentliche Vatici (vetus et nova) — die Ottobeniana, die Stoskiana, die ,.Regina“( die ״t'apponiana“, die der ״Greci di Pio II־‘ und scnliesslk^ jene der orientalischen Manuskripte. 'tßerichtigung. Durch eia unliebsames Verseh wurden in der jüngsten betr. Besprechung die Zahl der Pie welche das Dewandowski’sche Werk ״Todoh Wesunroh enthält, unrichtig angegeben. Dasselbe enthält nämlich nid 143 sondern 302 Nummern, was hiermit berichtigt wird, M. Rosenhaupt, Verantwortlicher Redakteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, l׳eip2