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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-02-10 · No. 6. (10.2.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 6. (10.2.1883)
Date
1883-02-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zer Maelil»; »Iler Jodeethee) »»4 JilM äetreSeede« lltterarlKhea Kr- »«badnagt« »»f dtw Seklet« der. Phlleeepfcle, ^reehlehte, Ktkiegrapkle, Theelegle, OileeUII«, Kxegeae, Hoalletlk, Mtkrgfk, Pidegoglk. Herausgegeben ▼OB Rabbiner Dr. Horiti Rahmer. 0ltag9e-6i*r<j, 10. cFektt,tat. 1883. Bieber der eineUa^ga UtkaraUr.nicba der Bedaetln tifeadt werte», Bad»» I» diese« Blatte elagebeade 1 Bei Elaeeadaag re» irtl. Exeaplarea erfelgt etaaaNl firaUe-laeertla». * Das „Jldlsehe Lltteratnr-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Boten; Preis bei allen Buchhandlajursa (in Leipzig bei Robert Friese) pi“b Jahrgang! 8 Hark. Abonnenten der „Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten and Bncbhandlnngen S Yark kostet) erhalten das „Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit SS PL für die gespaltene Petitzeile berechnet j und von der Expedition dieses Blattes sowie durch ine Central-Annonoen-Expedüion . von G. L. I)a«be £ Ce., Frankfurt a. M., Majgdebarg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert.' Inhalt: W issenschaftl. Aufsätze: Eine biblische Reminiscenz. — Professor Franck überden sittlichen und geistigen Zustand der Juden. (Schluss). — Analekten. Die liblischen Namen. Litteraturberichte. Grätz, Prof. Dr. H., ('(«mmentar zu den Psalmen nebst Text und Uebersetzung, Von Rabbiner Dr. Rosenthal in Bentben. (Fortsetzung.) — Rede zur Feier des sechshundertjährigen Habslmrgsfjubilänms. Von Dr. A. J e 11 i n e k. Notiz. — Berichtigung. Nachdruck nur mit trolle Quellenangabs gestattet. Eine historische Reminiscenz. Unter dem Titel „Zur Geschichte; der polnischen Erhebungen war in der „Neuen freien Presse“ vom 18. Januar c. folgende Notiz zu lesen: „In No. tioüil Ihres geschätzten Blattes findet sich in „der Original-Correspondenz aus Petersburg die Repro- „ductiou eines der „Raskija Starin“ entnommenen „Depeschenwechsels zwischen Warschau und Petersburg „anlässlich der polnischen Unruhen jvom Jahre lekil. „Noch interessanter“, heisst es da, „sind die Depeschen „in Betreff der vom Erzbischof FjBlkowski, Grafen „Zamojski, Grafen Malachowski, Schjonker, Kronenberg „dem Fürsten Gortschakow überreichte4Collectivbittschrift „au den Czar.“ In der angeführten Depesche vom-Fürsten „Gortschakow an den Czar heisst es: „Soeben über- „ reichten mir Erzbischof Fialkowski i and fünf hiesige „Notahlen eine Bittschrift.“ Auch inf der Antwort vom „18. Februar verlangt der Kaiser Alexander rlie Namensnennung der fünf Notahlen, die zusammen mit „Fialkowski die Eingabe überreichten.! Aus diesen beiden „Depeschen ist bis zur Evidenz ersichtlich, dass fünf „Personen ausser dem Erzbischof an Rem Collectivscliritt „betheiligt waren. Ihr Correspondeutj resp. das russische „Blatt erwähnte aber nur füllt Namen incl. desjenigen „des Erzbischofs. Nun bin ich um eher in der Lage, „diese kleine Lücke zu ergänzen, als ich zu dem fünften „Mitgliede der Deputation in so enger verwandsohaftlicher „Beziehung stand, dass es mir ein) Leichtes war, ein „klares Bild der damaligen Vorgang» zu erlangen. Die „fünfte ungenannte Person war der Ober-Rahbiner in „Warschau, Bär Meiseis, etwas später auch .Mitglied der „städtischen Behörde (Delagacva Miaita Warszawz). Die „in' meinen Händen b'findlichen Original-Unterschriften | „säntmtlicher Mitglieder der Delegation stellen die Wahr- .„hert ‘meiner Behauptung ausser frage. Dank dieser „zwiefachen, ■' (firm rsitiitsli „Meiseis das allerhöchsten Ortes erregte Missfallet mit „viermonatlicher Kerkerhaft entgelten. In die feuchten „Mauern der Citadelle gesperrt, blieb er unerscliütterliohg';,| „weder Drohungen noch Verheissungenseitens der Re- : „gierung vermochten ihm irgend ein Geständniss, za „entlocken, und erst als alle Versuche an dem festen „Willen des Gefangenen scheiterten, wurde er aus „an Beweismaterial für ein Schulderkenntnias entl -— freilich nur, um des Amtes beraubt, im vorgerückten (3 „Alter einem trostlosen Exil entgegenzngehen.“ Der russische Verfasser des oben., erwähnten)! Artikels, der das Material zu seinen Publikationen j aus dem Staatsarchive schöpft und,' znm Behufs der , Fixirung des schwankenden Bildes jener episoden--: reichen Epoche, mit Angabe von Namen und Daten nicht sparsam ist, hat gleichwohl, wie ans obiger'-? Notiz erhellt, wo es sich um Namensnennungdes] jüdischen Deputirten handelt, trotz historisch Genauigkeit, vollständiges Stillschweigen beobachtet — ob zufällig oder absichtlich, wollen wir dahin- Y gestellt sein lassen. , ' Dass ich die dadurch entstandene kleine Lücke- -r zu ergänzen mich bemüssigt fühlte, und, einmal'» bei diesem Thema angelangt, hier einen weiteren. Rückblick in die trübe Vergangenheit mir gestatte?-ii geschah und geschieht wahrlich nicht ans eitler Ruhmredigkeit, auch nicht in der pietätvollen?^ immerhin rein persönlichen Absicht, das Andenken^! des einst Gefeierten der Vergessenheit zn entreissen. Es drängte mich vielmehr hiezu das bei jetziger Strömung leicht begreifliche Verlangen, wieder Illustration zu der Behauptung zu liefern, dass der den Juden gemachte Vorwurf, sie wären ein Staat im Staate, stets fremd dem Boden, der ihnen eine- Heimath geboten, ^auf pure Absurdität und Böswillig- ’ keit beruhe. Die Behauptung ist nicht, neu, ist vielmehr so oft und inso verschiedene^ Beleuchtung , schon producirt worden, dass sie den Anstrich eines '. Gemeinplatzes gewinnt. . Aber der Angriff der GegnM?jJ der zu der häufigen Betonung derselben Anlass ge-ij boten, ist mit nichten neu; die Lüge wird jetat in soji veralteter, wurmstichiger Gewandung feilgeboten, Rsifcp n.usfte Rabbinern au denr gegenüber sich nicht zu scheuen bram#^

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