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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-02-03 · No. 5. (3.2.1883) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 5. (3.2.1883)
Date
1883-02-03
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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Erklärung des Vati. ist sehr äftKMobeod, samal die Acconunodirnng dar Psalmen an obb l^snfateuch aaoh durch die Eintheiltmg in fünf Bäohor schon in etwas belegt ist. Leider hat es der Verii unterlassen, für diesen Brauch, in Palästina and in Siterar Zeit die Thoraverleenng am Nachmittag des Sabbats mit den entsprechenden Vorlesungen ans den Hagiographen und vorzugsweise oder gar ausschliesslich aas den Psalmen za begleiten, die nöthige Begründung aus den Quellen zu geben. Wie mir scheint, stehen die Quellen mit dieser Behauptung des Verf geradezu im Widerspruch. Nach der palästinensischen Mischna Sabbat 16,1 werden die Hagiographen solche Schriften genannt, die man am Sabbat nicht liest QTO שאץ קורץ VergL damit Tosefta cap. 13 Anfang: שא&רו אץ ß"א״ל קורץ בכתבי^קודש. Erst Samuel scheint in Nehardea di Haphtara aus den Hagiographen eingeführt zu haben. S. Sabbat p. 116b, vergl. damit Tossaphot Sabbat 24 a שאלמלא rr*b gegen deren Emendation von כנביא übrigens der ausdrückliche Bericht des Natronai Gaon (citirt von Bappoport Erech Millin p. 171) spricht, dass man nämlich in den Eaphratländem in älterer Zeit bei Mincha Trostprytohetien {fas Jesajas gelesen habe. Jedenfalls scheint die Einrichtung Samuels in Nehardea lange Zeit vereinzelt gewesen zu sein. In späterer,Zeit mag diese Einrichtung von Nehardia aus sich in manche Gegend verbreitet haben; jedoch ist nirgends ein Anhaltspunkt dafür, dass man mit Au&chluss der andern Hagiographen blos die Psalmen am Sabbat gelesen habe. Der Midrasch Babba, der nach Bappoport’s feiner Bemerkung (daselbst), seine Vorträge mit einem Verse aus den Hagiographen in der Bcgel eröffnet, beschränkt sich keineswegs auf die Psalmen, sondern bringt ver- Bchiedene Ci täte aus sämmtlichän Ketubim. Uebrigeus spricht auch dies nicht einmal fiir den Gebrauch einer Haphtara zu Mincha aus den Ketubim, vergl. die bereits citirte Tosefta Sabbat oap. 18 u. babli 116 b. Nach Mischna Taanit p. 19a müsste man sogar meinen, dass man gerade an der Vorlesung der Psalmen ohne Auswahl und der Beihe nach, also einschliesslich der Bitt- und Klagepsalmen, am Sabbat Anstoss genommen hätte. So lange also der Verl für seine Erklärung nicht eine quellenmässige Begründung liefert, müssen wir dieselbe als eine geistreiche aber noch nicht begründete Hypothese ansehen. (Fortsetzung folgt) Der Talmudjäde. Vierte Bede: Die Bede und Voitrags weise des Talmudlehrer, zunächst Adam be* ,treffend. (Sabbat Wajigasch.) Immer schwerer macht es Jellinek, über diese Beden za refartren. Was soll nun besonders hervorheben, wo Alles siebenfach gesichtet und geläutert ist? Der Talmud wird allzuoft angefeindet, weil man seine ״bildliche Sprache“ nicht verstanden hat. Man darf grosse, weiterlösende Wahrheiten nicht abschwächen oder verschweigen, ans Furcht, sie könnten von Einigen falsch aufgefasst werden, das weist der .Bedner als Sinn zweier leicht misszuverstehenden Talmuds teilen nach und folgert daraus: Soll der Talmud zu Grunde gehen der Thoren wegen, die ihn missverstehen und missbrauchen? Wir behalten den Talmud und befolgen seine Mahnungen für unser politisches, sittliches und sociales Leben. Die talmud. Moral lehrt, dass der Mensch ein Weltbürger ist, indem sie ihn aus Staub von der ganzen Erde geformt werden lässt. — Der Leib ist sinnlich — 11<m Haupt aber vom Bfaobe PslKwtiue’s — and pur ein Mensch wurde geschaffen: Alle haben einen Ursprung. Und so reihet Jellinek köstliche Perlen auf seiner Schnnr, bis er mit der kostbarsten die Bede beschliessst: ״Dies das Gesohleohtsregister Adams.“ — das ist die Wurzel, ״liebe Deinen Nächsten, wie dich selbst“ die goldene Fracht der Thora! J«, wenn Sie Augen zum Sehen — (und Ohren zum Hören hätten! Doch nein, selbst der Stein aus der Wand muss da zustimmen! Hoffen wir, da?* versteinte Herzen nicht schlimmer sein werden. L. MB* (Mit dieser 4. Bede ist der 1. Cyclus abgeschlossen; jede einzelne Bede kostet 20 Kr., alle 4 zusammen bedeutend ermäaaigt durch D. LSwv’s Buchhandlung in Wien II, Praterstrasse 15.) Bede am Saige des verewigten Herrn Leopold Bitter von Wertheimstein am 9. Januar 1883, gehalten von Dr. Ad. Jellinek. Wien 1883. Verlag des Verfassers. Buohdrackerei in Steyrmühl. Gr. 8, 5 S. ״Im Nediwim“, an Seite des Edlen. — Diesem eine m | Farbennäpfchen entnimmt der Bedner all’ die mannigfachen, satten Farben, mit denen er ein volles Bild eines reichen Menschenlebens liefert. Schon vor 200 Jahren stand der Anherr des Verstorbenen vor Königen, für seine Glaubensgenossen wirkend. Edel erzogen, war^edel seine Erscheinung (besonders gelangen ist dieser Abschnitt). Dankbar gedenkt aer. Bedner der Worte, mit denen der Verewigte als Vor- Steher ihn vor 26 Jahren in’s Amt •ingeführt hat: ״Harmonie, Frieden, Eintracht, Masshalten mögen Sfe als gute Genien and Schutzgeister in der Mitf? unserer Gemeinde stets geleiten, wenn Sie vor ihr and in ihrem Namen reden oder za ihrem Heile thatkräftig handeln.“ So ohne Uebertreibang, so massvoll gehalten ist die Bede, werth ihres Urhebers und des edlen Dahingegangenen. L. Notizen. 1. Von dem trotz seines hohen Alters noch wissenschaftlich rüstig thätigen Professor Dr. Herzfeld, Landrabbiner za Braunschweig, erscheint in nächster Zeit ein Werkehen, be- ׳ titelt: ״Einblicke in das Sprachliche der semitischen Urzeit“, in welcliem Untersuchungen Uber die Entstehung»-, weise der meisten hehr. Wortstämme angestellt werden. — j Wir machen schon ,jetzt Sprachforscher, besonders Orientalisten, [ auf die interessant( Schrift aufmerksam. 2. Petersburg. Nach der ״Busski Wedom.‘1 zeigt sich inj Samaro eine neue Sekte, eine Abzweigung der Sabotn’ki (Sabbatfeieroden); sie nennen sich selbst: Wandelnde in der; Glaubenslehre der ersten Art. Sie beten nicht mit den Sabotniki, noch mit den Juden, sondern allein; lassen sich zur russische■ , Kirche zählen, sie gleichen den Karäern, da sie nur die fünf Bücher Moses (nicht einmal die Propheten) als heilig halten. Beim Gebet lesen and erklären sie diese, singen aber nicM and schlagen kein Kronz. Aber auch die Beachneidung halten sie nicht. Bei Eheschliessungen segnen die Eltern das junge ן Paar, aber sie lassen — der Welt wegen — sich in der Kirche j tränen. Die Feste halten sie nach biblischer Vorschrift. Draekfehler• Berichtigung. In dem Art. ״III. Nachlese* No. 50 d. BL, ist zu lesen: S. 199 Sp. 1 Z. 3 v. o. אתי statt iTWt, sp. 2 z. 8j v. o. וינבל, analog עצר »tatt ונצר• — dem a* 1 IV. ״BednpL hebr. W'ortgebilde“, *No. 4, ist zu lesen: S. 14 Sp. * j z. 10 v. o. בצל oder בצל (vocaiisirt); mit חברברות Z. 34 v. o. muss 8ub 8 die andere Zeile beginnen; Z. 11 r. u. fehlt nach ״lesen“: and, Z. 9 v. u. ist za lesen: ,T"ID arabisch Fara Maos; ׳ S. 15 Z. 37 v. o. ist das נ des zweiten ו3י mit Chirek zu vs«* sehen; Z. 42 ist za lesen: also statt als; Z. 60 des Piel »tat*! das Piel; Z. 52 Objects statt Abjecta. — Verantwortlicher Bedacieur Dr. Kahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von BÖbert Friese, Leipzig

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