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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-01-27 · No. 4. (27.1.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 4. (27.1.1883)
Date
1883-01-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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fö. 4» Jahrg. Litter Zur MMektaig aller Jadcathaai aad iadaa Mnrwta litterarUehea Br- Mtniaaagaa aaf Im Oeklete der PMIaaephle, «eackkhte, Etki ecraphle, Tkeelede, Orlaiteile, Extfae, Homiletik, Ukuflk, PIdaceglk. Heransgegeben ▼OB Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 0I£a<j9e-6i4X<j, 27. atamuxi 1883. Zfieker der «imaeiCigiaaa Ultaratar,* 4er Bedaettea «agaedadt »erde», 1 la dleaeai Blatte elacakeade 1 Bei Bfaeaadaac eaa eitel Beeeaeieai Bzeaaplarea erMpt eiaamltae kane firatk-lMrtia. Das „JBätscbe Lltteratir-filatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buohhandlnay (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der „Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bet allen Postanstalten nnd Bachhandlangen 8 Mark!kostet) erhalten das „Jüdische Litterator-Blatt“ gratis. — Inserate werden ™t U Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnet and von der Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annonoen-Expeditia» von 6. L. Baabe 6 Ce., Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Cöln, Hamborg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. Inhalt: Wissbnschaftl. Aufsatz: Professor Franck über den sittlichen nnd geistigen Zustand des Jaden, -i- Collectianea. Von Di-. Kroner, Rabbiner in Brandenburg a. H. — IV. Redaplicirte hebräische Wortgebilde milj Wiederholung zweier Wurzellaute.! Litteratarberichte. Tödoh Wesimroh II. und Lewandowski. Von M. Rosenhaupt. (Fortsetz.) — Der Talmujude. Reden von Dr. Ad. J.ellinek. 1 Notiz. Professor Franck Uber den sittlichen und geistigen Zustand des Juden .. ^. stellt er den moralischen Zustand des Verfolgten folgendennassen dar: „In Russland und besonders in 'Russisch-Polen, wo die Israeliten eine Gesellschaft für sich bilden, % durch die Sitte Und die Gesetze von der chrixtdie Eine katholische Revue „die Annalen der christlichen Philosophie“ hat durch die Feder ihres Redacteurs, des Herrn Charaup, Professors in Grenoble folgende Fragen gestellt? „Ist es wahr, wie man hoffentlich sju Unrecht behauptet, dass in Israel das religiöse Bewusstsein seit einem halben Jahrhundert sichtlich abgenommen hat; dass, je weiter sie nach Westep vorrücken, in diesem neuen Anszuge, von dem wir heute slehr genau den Ausgangspunkt und die Stationen kennen, desto mehr die gebildeten oder halbgebildeten Juden ungläubig oder indifferent werden? Ist es wahr, dass bei ihnen die Familie, die vor Kurzem noch so stark war durch die Autorität ihres Oberhauptes, durch die wechselseitige Zuneigung aller ihrer Glieder, nach und nach ihre Bande sich lockern sieht, weichen ihre alten Tugenden der Verderbtheit unserer Zeit und ihren Grundsätzen? Ist es wahr, mit einem.Worte, dass in dem Augenblicke, in welchem der Einfluss der semitischen Race thätiger wird im Schlösse der europäischen Gesellschaft, der religiöse Glaube schwächer wird bei ihr, selbst die ideale Philösophie — seltsame Verirrung bei einem Volke, dass seinen Ruhm und seine Stärke dankt dem Monotheismus seiner Ahnen — nur eine beschränkte Anzahl von Schülern zählt . . .?“ . Herr Adolf Franck, der gelehrte Professor, lieferte in demselben Blatte eine ausführliche Beantwortung. Nachdem er dargethan, wie die jetzige Judenverfolgung entweder aus dem Handelsneide wie in Rumänien, oder dem Raoenhasse, wie in Deutschland, entstanden, liehen Gesellschaft strengstens abgesondert ist, sind sie geblieben was sie» seit mehreren Jahrhunderten immer gewesen sind, das Centrum der orthodoxen Judenheit, der Herd der. talmudischen Studien, eine Pflanzschule von Rabbinern und Gesetzeslehrern. Dort haben Religion und Familie keinerlei Einbusse erlitten. Die Vorwürfe, die den russischen Israeliten gemacht werden, richten sich nach anderen Seiten. Man klagt sie an, die Gewinnsucht auf’s Aeusserxte zu bekunden. Ich bekenne, dass ich dieses nicht für ganz unbegründet halte. Aber wie könnten sie diesem Laster entgehen in den Lebensverhältnissen, welche eine unpolitische Unduldsamkeit ihnen geschaffen hat? Alle, auch die niedrigsten, Anstellungen und alle besseren Gewerbe sind ihnen untersagt. Man hat in neuester Zeit, das Fuhrmannsgewerbe dazu gezählt. Ausgeschlossen vom ’ Wohnen auf dem Lande, mit Ausnahme einiger entfernten Districte, sind gie selbst vom Ackerbau verdrängt. Zusammen gepfercht in einigen Städten, und nur auf den Handel angewiesen; $ gezwungen sich gegenseitig auf diesem einen ihnen gelassenen Gebiete gehässige Concurrenz zu machen — angewiesen, auf allen Gebieten des Handels die ' Hilfsquellen aufzusuchen, welche der christliche. Kaufmann nicht kennt, oder nicht mag, können sie keinen; anderen Ehrgeiz , haben, als Geld, kein andere» Ziel/®? als Gewinn. Und sie gehören doch za der Race, welche anderwärts hingehende Diener dem Staate, nützliche, ehrenvolle Mitglieder der Gesellschaft ge-i‘|jj geben hat. In den Ländern, in welche die Emanoipation alt genug ist, um Früchte gezeitigt zu haben, unterscheiden die Israeliten sich nur durch immer schwächer werdende Nuancen von den verschiedenen Klassen. der Gesellschaft unter welche sie vertheilt sind. ‘ Ih'(^ England, wo die religiösen Ideen im Vordergrund* pstehen upd vereint sind den aristokratischen Id

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