Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 2. (13.1.1883)
- Date
- 1883-01-13
- Page
- Seite 8 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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8 — *s XbiMrohor vor dem Kadiach Joeöm können wir «pvOrdigen Ab« dünn* der Geeänge לשל1^מו רעלים kairaohten. (Forisateung folgt) * Qfgen Bnfb|m’8 ,Bach des Kabel“ 'von Dr. Josef Seiberling — Ente Lieferung -— ־Wien 1882• Verlag_dee Verfassers IL Leopoldsgssse 27*. Die Bassen holen in der Neuzeit Alles nach, was Deutschland schon im 15. and 16. Jahrhundert ägtshgsmacht hat Ihr -Pfefferkorn“ hat im Jahre _ 19>8 geschrieben. Aber die rasa. Juden-haben gottlob ‘ nöthig, dass ein Beuchlin ihre Vertheiaigung Sie haben nicht allein das Wissen, sondern die Farmgewandtheit, welche ihre Schriftsteller _*»lon fähig macht. Herr Dr. S., früher Beamter im pa. MiniRteriam für jüd. Angelegenheiten, hat schon 1870 gegen des getauften Juden, dar in unwissender;׳Xaichtfertigkeit mit Bohling wetteifert, Fantasiegebiide •ufklärend gewirkt und bietet in der vorgenannten .fldmft eine treffliche, kfihl und vornehm gehaltene fttiiili'jj.uii([ — bei der der Inhalt sachgemäße erjzvalich, die Diktion bei einem Ausländer geradezu .überraschend ist In der ersten Abtheilung: ״Ueber :den Talmud“, (32 S) wird eine klare und gemein fassbähe Erklärung und gedrängte Inhaltsangabe des TSahnud gegeben. Die zweite: Ueber Brafinann’s Frage, voo welcher Bedeutung das Landesgesetz für einen Juden sei? ist trotz der Kürze (10 8.) besonders schwerwiegend, da der unwissende und böswillige : *ftaffing die Abneigung gegen ,heidnische Gerichtshöfe* und den harmlosen Spruch: ״Babbonon ikru Halte“ gegen ,Dino di Malchusso dino“ in’s Feld zu * Ähren sacht. Es ist ekelhaft, die Niederträchtigkeit dbs HaUunken, der in der Jugend vielleicht etwas Sehulchan aruch gelernt hat und der mit dieser Jugendkunde“ ausgerüstet den Talmud und das JtSfenthum verlästert, im Einzelnen darzustellen. Aber es ist besonders für Bussland — leider wohl auch für Deutschland — heutzutage nöthig — und sobald der Ekel überwunden, ist die Operation für einen Kundigen, wie Herr Dr. S., nicht schwer. Damit 4be Posse nicht fehle, hat Brefinann ein Gesetz, ״Meropie“ im Talmud — nein im Schulohau aruch — entdeckt, mit ,Verfinsterung des Eigenthümers“ (!!) übersetzt and daraus ein grauenhaftes Bild geschaffen, wie die Juden eine grässliche Kette bilden, um alle Besitzenden niederzuwerfen und sich deren Gut anzueignen. Das giebt dem Verfasser den Anlass zu der köstlichen Studie ,־Ueber das von Brafmann unter dem sonderbaren Namen ״Meropie“ erdichtete jüd. Becht“. (11 S.) Nur damit kann Referent sich nicht einverstanden erklären, dass Br. das griechische Wort ״meropie“ erkundet habe. & hat ״Maarüjo“ vornehm lesen wollen, aber ihn klang ״Ijlaariw“ in den Ohren, und das ,Abendgebet“ brachte •ihn zu der ״Verdunkelung“. Dass in den Angriffen eines getauften Amhaarez die Kolnidreformel nicht fehlen durfte, ist selbstverständlich — und so schließet - unser Heft die Abhandlung: ״Ueber die Gebetsformel Kol Nidre“ (10 8.), in welcher dem Juden nichts Neues gesagt wird, aber das alte Wahre, wie nicht Gewissenlosigkeit, sondern die zarteste Gewissenhaftigkeit in Hathoras Nedarim, wie im Kol Eidre zum Ausdruck kommt׳, Jedem, der sich überzeugen lassen will, überzeugend nachgewiesen ist. So sei das Schriftchen Freund und Feind bestens empfohlen als ein wahres Wort am reohten Ort! Coblenz. Lewin. Notizen. ייזו^י?יי?י 1. Einem Artikel der-Köln. Ztg.“, ״Orientalia“ betitelt, entnehmen wir folgende Notiz Aber die Jaden im ▼ordern Kleinaaien, welche die Fsdenscbeinigkeit der antiaemitiaohan Theorieen grell beleuchtet: ״Juden epeniacher Herkunft giebt ea in Smjrna etwa 12.0• 0, V,. der Bevölkerung, und ähnliche, aber kleinere Bruchtheile hilden sie in den der Küste nahe liegenden Städten. Ihre Physiognomie weicht augenfällig von dem, was man bei-nna jüdischen Typus nennt, ab, namentlich bei den Frauen — ea wäre leicht, in Magnesia oder irgend einer ähnlichen Stadt eine Dutzend Juden und Armenier 80 aaazuwählen, daaa bei uns jedermann den letztem typische Juden-, den erstem Christengeaichter zusprechen würde. Und in den grossen, furchtsamen Augen der Weiber steckt etwas, was an den Zug von Schutz- und Heimathlosigkeit erinnert, der z. B. auch bei polnischen Jüdinnen oft so bezeichnend nervortritt. Hier hat dasselbe seine voUe Begründung. Sie sind eine arme, gedrückte Ba^e, verächtlich behandelt von Moslems und Christen, angeredet mit ״Jandi“, furchtsam — schon in Konstantinopel gehen sie Abends nur truppweise nach ihren Wohnungen ■— zusammennistend in engen, schmutzigen Winkeln, Lohndiener ihr alles and Händler mit allem, was alt und gering ist Ihre Schacherfähigkeit kommt gegenüber der der Griechen und Armenier nicht zu Erfolgen Damit ihnen nicht zu wohl werde, veranstaltet der Griechenpöbel in den Küstenstädten alljährlich eine Judenhetze, unter dem bekannten Vorwände, dass sie rituellen Christenmord verübten, und zu Ostern darf sich 8 Tage lang keiner von ihnen auf der Strasse sehen lassen, sonst werfen ihn die griechischen Barschen mit Steinen. Ihre Feigheit ist zugleich Erzeugniss und Ursache der fortwährenden schlechten Behandlung, die sie erleiden, wohl von der Inquisition her mitgebracht and fortgepflanzt.“ 2. ״Ueber Land und Meer“ des Jahrganges 1882/83 zeichnet den ״Judenkirhhof“ von Obermarsberg &. a. Diemel, im östL Winkel des Regierungsbezirks Arnsberg. Da die im Thals liegende Schwesterstaat Niedermarsberg als alte Horhusum . schon im Jahre 900 Stadtrecht erhalten hat, dürfte es der Mühe lohnen, auf diesem Friedhofe nach alten Grabdenkmälern zu suchen. Wenn ein Leser ds Bl. dort oder in der Nähe wohnt, sei er freundlichst ersucht, uns Näheres über das Denk- und Merkwürdige dieses Friedhofes mitzutheilen. Dieselbe Nummer bringt lebensfrische und wahre Typen aus Ostfriesland, darunter fehlt — in einer Andres und Consorten erschreckenden Länge und Fülle — auch der jüdische Rindvieh* Schlächter nicht, die Waaren den Kunden auf dem Kopfe zutragend. Die Bindviehschlächterei wird nämlich nur von Jaden betrieben, wie denn hier (und, wenn man nur sehen wollte — auch in den meisten Gegenden! Red.) die Juden auch andere Handwerke erlernen und besonders als Schuhmacher, Schneider und Uhrmacher thätig sind. d. A. v. Banke’s Urtheil über Schiller’s ״Sendung Moses.“ Im Hl. Theile seiner Weltgeschichte schreibet: ״Unser Schiller hat, gestützt auf Untersuchungen über die ägyptischen Mysterien, die zu seiner Zeit Aufsehen erregten, den Versuch gemacht, die ״Sendung Moses“ psychologisch zu erläutern. Man sollte nur wünschen, Schiller hätte das poetisch zu einem Monologe des Moses verarbeiten können. — Historischen Werth bat seine Darstellung nicht. Denn wie soll man annehmen, dass Moses die ägyptische Geheimlehre von dem Einen wahren Gott kennen gelernt, sie zur geistigen Belebung zu verwenden gedacht, aber dann doch in der Ueber- - zeugung, dass das Volk unfähig sein würde, sie 80 auizufa&sen, sich entschlossen habe, den wahren Gott ״auf eine fabelhafte Art zu verkündigen“, also doch die Wahrheit zu verfälschen! Schade, wenn sin echtes Talent sich durch*halbe Gelehrsamkeit verführen lässt, das Unmögliche wahrscheinlich machen zu wollen.“ — (Banke, Weltgeechichte HI. 2. p. 19 f.) 4. Die in No. 1 erwähnte, im Besitze derPosener Synagogengemeinde befindliche Urkunde eines polnischen Königs, in. welcher den christlichen Unterthanen die Erhebung der Blutbeschuldigung gegen die Juden mit Rücksicht auf die Bullen Papst Innocenz IV. vom Jahre 12)7 verbietet, ist das Prievilegiam Casimiriamun, welches Casimir der Grosse den Juden Grosspolens ertheilte und aus der obigen Urkunde von Perles in der ״Geschichte der Juden in Posen 5 129—145 ihrem wahren Inhalte nach mit den Bestätigungen der spätem polnischen Könige mitgetheilt wurde. Die die Bfotbeschuldigung betreffende Stelle befindet sich auf S..141 und ist der Hinweis auf dieselbe gerade jetzt recht zeitgemäas. Auch Grätz hat Geschichte Vlfl, 2)9 und 440 diese Urkunde behandelt und die Bulle Innocenz 1,V, ־ für gewisse Kreise wichtiger als die Zeugnisse moderner christlicher Professoren, ist in der Geschichte VH, 196 zum Abdrucke gebracht. Verantwortlicher Redaeteur Dr. Bah me r, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag ▼an Robert Friese, Leipzig-