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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1882-12-06 · No. 49. (6.12.1882) · p. Seite 196

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 49. (6.12.1882)
Date
1882-12-06
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
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r r mit weit grösserem liechte die Pythagoräer ah die eigen Wichen Urheber dieses Gedankens bezeichnen kann. Bin damischer Beleg aber, dass Saadia hier wahrscheinlich an die Pythagoräer «)dacht hat, ist der Umstand, dass Saadia bei seiner Wiederho lang dieser Theorie sie ausdrücklich die L.ehre der Zahl nennt — die ebenso nothwendige wie geistreiche Correctar des Dr. G. שהמס®־ für das sinnlose שהמקרה natürlich vorausgesetzt. — Unter den Vertretern der Zahlenlehre kann er doch aber nur die Pythagoräer gemeint haben. Allein, selbst abgesehen von den Phytag 1 oräem, hat Saadia kaum an Anaxagoras, h sondern eher noch an Plato gedacht, der ausser an der vom Verfasser eitirten Stelle im Phaedrus, auch in de legibus X, 896 diesen Gedanken, dass die Seele etwas sich selbst Bewegendes sei, klar und unzweideutig ausgesprochen. Wird doch Plato gemeinhin der classische Vertreter dieser Ansicht genannt! Vgl. Aug. Boeckh ״Philolaos des Pythagoräers Lehren* S. 170: ״Plato dixit animam essentiam 3e moventen“. Freilich auf Xenocrates würden die Ausführungen Saadia’s am besten passen; denn dieser nennt ja die Seele ausdrücklich ״animam numerum se moventem esse“ eine sich selbst bewegende Zahl; allein woher sollte die Bekanntschaft Saadia’s mit Xenocrates stammen? Wir haben demnach nur die Wahl zwischen den Pythagoraem und Plato.,^ f Zur Note 3, S. 195 sind noch aus den vom Verf. bereits eitirten Belegstellen weitere hinzazufiigen: Arist. de sensu 376; Metaph. IV. 5 und Theophrast de sensu 21. Die von Saadia angeführte vierte Schule, welche die Seele als eine Verknüpfung der verschiedenen Sinneswahrnehmungen bezeichnet, für die der Verf Note 5 keine Quelle anzugeben weiss und als Nothbehelf den aristotelischen Gemeinsinn nennt — mit dem übrigens, wie der Verf. wähl selbst zugeben wird, diese Theorie garNichts gemein hat — glaube ich mit gutem Rechte in den Eleaten, näher noch in Parmenides zu finden. Von Parinemdes heisst es nämlich, dass er Wahrnehmung und Denken, je nach Uebergewicht des einen öder änderen Bestandtheiles, aus der Mischung der Stoffe ableitete, ״vergl. Brandis, Geschichte der Entwicklung der griechischen Philosophie L S. 93. Wie' ja überhaupt das nachdrückliche Betonen und Hervortretenlassen der Sinnes- Wahrnehmungen, neben dem Begriffe < des Seins, das eigentlich characteristische Sondermoment V der Eleaten bildet; diese aber können Saadia durch die Characteristik, die Arist. in de Anima von ihnen giebt, sehr wohl gekannt haben. (Schluss folgt.) ____' e Zur Erklärung der Sifre-Stelle zu Deut. 32, 15. Ich glaube mit Rücksicht auf מדרש לקח טוב zu Deuter. 32, 15 ed. Wilna s. 114: ו־טוש אלוה.עשזד במדתן מדד להם שנאמר (תהלים צ׳־ח> רטש משק שילה; רנבל צור ישועתו. וכנבדו (ירפד -ס אל תנאץ למק שסך. אל תנבל 2םא כבלדך—dass man die Sifre-Stelle durch Umstellung einzelner Sätze folgendennassen zu emendiren hätte: ייטש אלוה עשהו 1תבל צור ושועתון «)ותשבח ד׳ עשך 1׳]ותפחד תמיד בל ודוס מעד חסת pנוטה שמים דוסד א 1וק(*1 כי. שתים דעות עשה עמי: c המציק] (ישעיה נ״א י מכו מקור מים דדים. 1לחצב להם בארות,בארות-WV1 אם־ להם הקביל־.: במרה שמדדחם בי exנשברים](ירמיה ב״ •־ מדדתי לכם : ׳)עזבת* את ביתי - 1)נטשת* את נחלתי (ירמיה י״ב־׳ז)«•1ו*םש אלוה עשהו]. רטש משק שילה (תהלים ״ב “0 1:ותבל צור ישועתי, אל תנאץ למק שמך - אל תנבל כסא כבודך (ירמיה י־יד ב א) ד׳־א רטש אלוה עשהו [רנבל צוד *) In Folge des darauffolgenden ״כי״ aasgefallen, aber zum Tbeil im *לכי' de* Jalkut erhalten. ■ישועתו(•] כענק שנאמר: ויבא אתי אל חצר בית ד׳ הפנימית..... ..והנם שלחים את הומורה אל אפס](יחזקאל חי׳ ט־־ז י״ז). רב• דוסחאי בר׳ •הודי אומד אל תקר• דנבל צור ישועתו אלא רנבל צר ישועתו. Friedmann. der Herausgeber des Sifre hat mit Unrecht das ״ד״א״ gestrichen, es sind dies vielmehr zweierlei resp. dreierlei Erklärungen. Die erste Erklärung will sagen: 1) רטש und 2) וינבל sprechen von zweierlei Sünden: 1) Abwenden von Gott, 2) Mangel des Vertrauens auf Gott, über welche auch die Propheten Jesaja (15, 13) und Jeremia (2,13) Klage führen, wobei noch auf das Wortspiel: עשהו und עשך einer- und צור und לחצב . . . בארות andererseits za achten ist. Dementsprechend auch die Strafe eine zwiefache (Jeremia 12, 7): l) sie haben sich von Gott gewendet, darum verstiess er auch sie, sein Erbe; 3.) sie hegen kein Vertrauen anf Gott, darum verliess auch er sein Heiligthum, das Haus seiner Zutraulichkeit zu .Israel, was dann durch die Wortspiele mit Psalm 78,60; Jesaja 2,6 und Jeremia 14,21 genauer begründet wird. Die zweite Erklärung dagegen behauptet 1) רטש und 2) דנב ל bilde eine Klimax von Vergehen, wie sie auch Jescheskel 8,16; 17 ausgesprochen ist. Erst hatten sie sich von Gott abgewendet, dann aber hätten sie sich so weit verstiegen, ihm selbst mit ihren Unfläthigkeiten zuzu&atzen. (Bekanntlich ist אל אפם״"‘ nur ein Euphemismus fiir 4.אל אב״״‘) R. Dostai schliesst sich daher dieser Auffassung gleichfalls an, nur das er die Herbeiziehung der Parallele Jech. 8,16; 17 nicht für nöthig erachtet da er dies deutlich genug hier 1 Deut. 32,15 selbst ausgesprachen findet, man brauche nur für .,צו ר“ zu lesen: ״ צרder Dränger“ oder ״die Enge“ verdrängte sein (Jsraels) Heil. Vergl. .Jorna fol. 9b; Synhedr. fol. 103h; Echa Rtibb. Einl. S 22; Vajik. cap. 17; Bam. Rabb. cap. 7: wo im Anschlüsse an Jesaja 2S.20 und Jech. 8,5 die Jsraeliten, welche im Tempel zu Jerusalem ein Götzenbild aufgestellt, einer Frau verglichen werden, welche ihren Gatten und ihren Liebhaber auf einmal erwartet., wodann, da der Raum für beide zu eng, die Folge sei, wie das Sprüchwort sage: ״ 1‘תותב א מפד מארי ב*ר:א״Del■ Einwohner vertreibt den Hausherrn.“ Durch Unverständnis ward die Stelle, wie aus dem Jalkut zu ersehen, frühzeitig corumpirt; jedoch scheint dem Verfasser des "לקחטוב;‘‘ wie bemerkt, die richtige Leseart Vorgelegen zu 11aben. Vielleicht ist einer Ihrer sehr gesch. Mitarbeiter in München so freundlich mitzutheilen, wie die Stelle im*handschriftl iche n Jalkut Schim, welchen Rabbinowitz besitzt, lautet. Dr. Goldfahn. Meinen verehrten Collegen danke ich für den Auf- Schluss über den in Rede stehenden Midrasch. Ich will nun auch meine Meinung mittheilen. Ich meine, Rabbi Dostai wollte sagen: אל תקרא וינבל אלא י־נכל; denn נבל auf Gott (als Object) bezogen, wäre eine Blasphemie; nicht so נבל. Dieses Wort bedeutet ״arglistig sein“, findet sich ebenfalls bei der Geringschätzung des Gottesdienstes in Mal. 1, 14; es findet sich auch im Piel, 4 B. Mos. 25, und mit dem Accusativ in 1 B. Mos. 37, H.***) Dr. M. Duschak. *1 Im Jalkut noch erhalten. Ks braucht Kennern de. Midrasch nicht erst gesagt 2« werden, dass die in Klammern! | gegebenen Stellen von mir blos des Verständnisses wegen eiligefügt worden, ■aller trotzdem der Drusch auf Ihnen beruht, wegzubleiben pflegen, indem nur der Anfang der fraglichen Stelle citirt wird. Ebenso sind, selbstverständlich, die arabischen Zahlen '1 und J) blos 1er Erklärung wegen beigefügt. **> Aber da ist es mit 'ל construirt. Ked. **") Hier beim Hithpael hat der Are. איתי die Bedeutung: ״in Bezug auf ihn‘. — (Ked.) Verantwortlicher Re^acteur Dr. Rahmer, Migdebuig. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig•

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