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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1882-11-29 · No. 48. (29.11.1882) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 48. (29.11.1882)
Date
1882-11-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 48. ttdisches Jahrg. XI. 1~ Zmr BeJeucbtaag aller Judeutban «ad Jvdea betreffe«»!«» lltarerisehen Er* Mcbelaaagea aaf dem (lebtet« der Pfclto- »•pklo, GcaeUebte, Ethaograpbie, Theologie, OrleatalU, Exegt««, Homiletik» Mtarglk, Pidagogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Bahmer. Magdeburg, 29. November 1882. Bacher der elieehliglgea » ■"—■— ||», der Bedactloe ngeeMdt werde«, lh dleeea Blitte elhgelwde ÜBptiiita, Bd. KlRseidiag re« drei l^cediec. Exemplare« er/elrt aeeh Krwihsx^ 1*' der „Ieraelltleehee TTecheeethlKt'* Das „Jüdische Lltteratar-Blatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Bnohhandlangam (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ..Israelitischen Wochenschrift“ (diel'vierteij&hlbtji bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 8 Mark kostet) erhalten das „Jüdische Litteratir-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 86 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-fixpeditian von G. L. Dnnbe & Co„ Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Cöln, Hamburg; München, Zürich, Wien, Paris. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Zur antisejmitischen Pseudowissenschaft. Von Dr. Buchholz. | Litter atnrberioht. Die Religionsphilosophie <les Saadia, dargestellt und erläutert von Dr. J. Gutftmann. Hotiz. - - -n-— ... . ■ ■ -i-—— ■■ Nachdruck cur mit -voller Quelienangcbe gestattet. Zur antisemitischen Pseudowissenschaft. Von Dr. Buchholz, i (Fortsetzung.) | Diese körperlichen und geistigen Bajcenunterschiede, sagt der Verfasser weiter, sind durch <>ie Absonderung der Juden, durch ihre Gesetze, welche die, Vermischung mit andern Völkern verbieten, durch;ihfe Gebräuche» welche sie von ihren Landesgenossen trennen, zu allen Zeiten und bis auf den heutigen Tag erhalten worden. — »Die Juden beten nioht mit denj Völkern, unter denen sie leben; sie feiern,keine Feste mit ihnen, sie essen nioht mit ihnen zusammen, sie verheirathen sich nicht mit ihnen, ihre Betheiligung an der Arbeit ist nur eine stückweise, auf besondere,; ihnen passende Gebiete beschränkte, ihre biotischen Verhältnisse sind theilweise andere, sie sind körperlich geschieden und auf geistigem Gebiete änssern sie sich anders als die Völker, unter denen sie wohnen. Solche durchgreifende Unterschiede aber stempeln sie überall zu einem allophylen Stamme“ (S. 68). Keiner der hier geltend gemachten Momente trifft ganz zu und in ihrer Gesammtheit berechtigen sie den Verfasser nicht zu dem gehässigen Schlüsse. Denn anoh Katholiken und Protestanten beten nicht zusammen und haben ja ihre besonderen Feste. Dagegen feiern die Juden, namentlich in den grossen nnd Mittelstädten den Sonntag und die christlichen Feste mit den Nichtjuden, wenn auch nicht in der Kirche, so doch ausser derselben, durch Schliessung der Geschäfte nnd Werkstätten nnd Theilnahme an den öffentlichen Belustigungen, worüber der Verfasser von seinen Gesinnungsgenossen manche bittere Klage hören kann. Sie essen und trinkein auch mit den Christen nnd was Heirathen anlacgt, so sind ja auch unter Protestanten und Katholiken Mischehen verhältnissmässig selten, vide Fürstbischof Herzog in Breslau u. A- Wenn die Juden in Deutschland zu den schwereren Handarbeiten einen geringeren Prooentsatz stellen, so betheiligen sie sich in anderen Ländern gerade an diesen ingrösserer Menge. In Holland sind sie Hafenarbeiter, in Russland, Polen, Rumänien •werden die schwersten Arbeiten;, wie Lasttragen, Chausseearbeiten,. Holzhanen, Schmieden, Fuhrwerk, gerade von den Juden versehen. Jede Arbeit ist ihnen recht, die ihnen ehrlich durchs Leben hilft nnd sie in den .Stand. setzt, ihre Familie zu ernähren. Unter den 200,000J3tromem und Vagabunden, welche täglich die Landstrassen Deutschlands unsicher wird, der Verfasser verhältnissmässig ebenso [wenig Jaden finden", wie in den Arbeitennd Corrigendenhäusera. Die biotischen Verhältnisse der1 Jaden, die da, wo sie günstiger als die der nichtjüdisohen Bevölkerung sich gestalten, anerkanntermaassen eine Folge der massigen Lebensweise nnd der grossen Fürsorge für die Neugeborenen sind, können einen wirklich wissenschaftlichen Ethnographen oder Anthropologen ebensowenig wie die vom Verfasser urgirten körperlichen nnd geistigen Unterschiede d&hin bringen, die Juden als einen allophylen Stamm za bezeichnen. Den wissenschaftlichen nnd humanen Geist des Baches kennzeichnet auch die Bemerkung über die Unsauberkeitder Juden, „die ihnen seit den Tagen des Alterthums anhaftete nnd sie wenig geeignet zur Annäherung anderer Völker machte.“ Vergebens suchen wir einen Beleg für diese Sottise des sonst so belesenen Verfassers. Er weiss nur, dass Ammianns Marcelünua von „foctantes et tnmultnantes Jndäei“ berichtet, die Marc Aurel al? noch schlimmer denn die Quaden und Sarmaten bezeichnet haben soll Ich1 verlange von dem Verfasser nicht, dass er die strengen jüdischen Reinheit«- nnd Reinlichkeitsgesetze kenne, die der Jude „seit [den Tagen des Alterthums“ an Körper, Kleid und Speise zu beobachten -hat, obgleich er sieh immerhin darum hätte kümmern müssen, welm. es ihm wirklich darum zu thun gewesen wäre, ein wissenschaftliches Buch »Zur Volkskunden der Juden, ■1 3 -a Ä 1 -

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