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Das jüdische Literaturblatt · 1882-11-08 · No. 45. (8.11.1882) · p. Seite 180

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 45. (8.11.1882)
Date
1882-11-08
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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— 180 Berlin befinden ■all) Glüek zu seinen praktischen Vermachen, wwa wir auch indar Sftekternhett des betreffenden Publikam• «ia»chwere» Hindernis• •eben j and wenn wir auch •eine Tktoreme Jär jüdisebe Nationalität nicht anerkennen. Etwas so tköriebt Pban- (attisches als die letate überstürzte Emigration nach Amerika, bei der Millionen zwecklos kinaasgeworfen wurde■, kann eia ständiges Emigrationsasyl sie werden. M. Friedeberg-Berlin. Herr Cb. 0. Lippe bat einen Cataiog der ״literarischen Poblieatioaen* Dr. Jelli nek's dehn ״Gedenkblatte* des Dr. Joäl Maller (Wien 1862, Verlag von D. Lobwj'i Bucbbandlangl beigegeben. Das Veraetebak• enthält 109 Nummern — die wissenschaftlichen Aufsätze and sonstigen Arbeiten far Zeitungen und Blätter sind nicht besonders genannt. Sie worden eia noch deutlicheres <üid der Vielseitigkeit des grossen Redners gegeben haben, denn deut sehe, französische and hebräische (Orient, literarisch. Centralblatt, Frankels Monatsschrift, ' Wochenschrift, Univers. isradlite, Haschachar, ' Koehbe Jischakj Zeit- Schriften nannten and nennen ihn ihren Mitarbeiter. Von dea 109 selbständigen Editionen gehören 60 dem Gebiete der gottesdienstlichen Vorträge an. roa der Casnalrede bis sur Predigtaammlang. Durch 3 Jahre 1841—46 gab Jellinek im Verein mit J.'Karst, Saalschätz, Zuaz etc. eine Wochenschrift: Sabbnth - Blatt heraus. Seine ersten schriftstellerischen Versuche haben ihn auf das Gebiet geführt, auf»dem er als Gelehrter Grosses geleistet hat.־ Nr. 1 ist die Ausgabe von De RossiV historischen! Schrifustel I er Wörter buch (1839—46) und Nr. 2 die Oebersetzang von Ad. Frank’s Kabbala. Daran reihen sich die Untersuchungen zur Geschichte der Kabbala (Moses ben 8chem >ow de Leon ■ 1851. Beiträge zur Geschichte der Kabbala 1852. ־Ginge Cbochma? hakabboloh 1853, Thomas r. AqainO in der fad. Literatur 1853. Pliilosophie u. Kabbala 1854.) Die Editionen zählen wir vollständig auf: 1846 Chowotfa halwowoih, 1852 Dialog a.ber die Seele von Galen ns, 1853 Midrasch Elqffskera. Maarich von Me- ־ nachem de Loasano (Jellinek hatte 1846 an'er dem Titel Sefath Chachamim Erklärungen der persischen und arab. Wörter aus Talmud etc. gegeben und 1847 Nachträge dazu geliefert). Hierauf von 1853—1878 die 6 Tbeile des Beth-hamid rasch — eine Leistung, die allein genagte, de^n Namen des Herausgebers Dauer zu verleihen. 1854 Seder Olam kotoa von R. Joseph Ihn Zadik, 1854 (2. Auflage. 1872) Rabbi Salomo j Al'amis SiUenlehre 1855 Scfaabtai Douolo Perusch! Naasseh Odom, 1655 R. Menschern ben Tobia bar ן Elieser und R Josef Caro Comuientare zu Ester, Ruth j und Klageliedern, Raschbam zu Koheleth und Scbir haschiriui, Raschbaz zu Abotli, 1856 R Josef Becher Sehor zur Thora, 1858. 1859 Maisilius ab Jnghea.! 1863 R. Jehuda Messer Leon Nofet Zufim, 1875 Scheut I Tob Ibn Falaquera, Dialog, 1876 Salomo Norzi Mik-! dasch Jab. Von 1877 aif folgen sich bisher 9 Kun-! tre8sim. Zum Schlüsse seien noch ,der jüdische Stamm'1! (1860), ״Kranzosen aber Juden* (1880), ,Der jüdische I Stemm in nichtjadischeu Sprüchwörtern* (zwei Serien 1881 u. 1882; hervorgehoben. Wahrlich eine selten reiche and mannigfaltige literarische Thätigkeit, die dieser Gelehrte in unermüdlichem Fleisse־ entfaltete, ganz abgesehen von den unzähligen Anregungen und Anleitungen, die er Jüngeren gegeben, denen er auch seine Bibliothek and seiteneu Manuskripte zu.Gebote stellte. Möge das reiche literarische Wissen dieses liebenswürdigen Gelehrten lange der jüd. Wissenschaft zar Verherrliehang und Bereicherung dienen. N ©t i z e o. —-- v 1) ’In Nr. 42 ihres Literaturblatte* (p. 468) sucht Herr Dr. Caro-Pilsen ״eine interessante Bemerkung1־ die er in dea von Horowitz veröffentlichten Respuasen des Gaon Natronai gefunden, zu erklären. — Gestatten 8ie mir, zuvörderst zti bemerken, da^s diese Stelle bereits im Talmud Babli, Baba B^ithra 100b, vorkommt; es ist anstatt ד, פעמים bei Natronai mit dem Talmud מבע zu lesen: Die 8telle lautet: אין פוחתץ משבע מעמדות מושבות למת ו׳כו*, Die Worte Nateoaai's selber-sind übrigens auch von Tur, Jore Deah 876, angefahrt und daselbst heisst es nicht 'ד sondern שבץ. Was nun die Erklärung selber angebt, so ist aufRaschbain zu Baba Bathra a a. O. zu verweisen, wonach siebenmal ‘»הב gezählt Wird, deren jedes sich auf ein Niedersetzen bezieht. Das 'sieiienfache דגל ergiebt »ich folgendermaassen: דגל .הבל הבלים אמר קהלת הבל הבלים הכל הבל — 1; 1 דבל;2 הבלים;1 הבל;2 הבלים. 2) Das Responsmn des Gaon Natronai will keineswegs mit dem Citat Koh. 1,2 das damals übliche viermalige Sich-NiederseUen nach der Beendigung als eine thöfichte und lächerliche Sitte bezeichnen. Der angeführte Vers soll das viermalige Sitzen andeaten: zweimal steht דגל!. un.| י>1& דגלים Plural ist doch mindestens zweimal דבל. Die Wahl des Bibel! erses ist insofern eine überaus geschickte und passende, als er an die Eitelkeit und Flüchtigkeit des menschlichen Lebens erinnert, also jenen Gedanken enthält, von dem die trauernden Hinterbliebenen bei der Rückkehr vom Fiiedhot zumeist erfüllt sind. . 3) Dass das Gebeistück סגן אבות . in Kürze das 81ebengebet des Sabbat h wiederholt, das hat wohl noch Niemand verkannt. Wenn aber mit den Worten ),טע רב, ausdrücklich gesagt seiu soll: 0 Herr, wir beten jetzt מעץ ד, so ist das nach meiner Meinung erstens ziemlich abgeschmackt, zweitens wären dann die Worte ככל י. ם תמיד ganz unverständlich, deteu wir denn a n jedem Tage nur beständig מעין ד oder מעין י׳׳ח? Möglich, dass der Verfasser des Gebetstuckes uns das eigentliche Wesen desselben, dass es nur 'מעין י ist, durch die Wahl <1es Wortes מעין (statt מקור) andeuten wollte; zu übersetzen ist sicherlich nur 80: Wir danken ihm (לך׳ לשמו) täglich, beständig, ihm, dem Urquell aller Segnungen etc, מעין ist nicht als Compositum vor מן und עין, sondern als St. constr. aufzufassen.*) Dr. Cohn-Bisenz. 41 Herr I. S. in Mainz (Nr.42) scheint in der That nur ein sehr gelegentlicher Leser des Literaturbiattes zu seiu; hätte er nach Nr. 48 v. J. nur zwei oder drei Nummern weiter gelesen, 80 hätte er gefunden, dass ich Herrn Dr. Deutsch gegenüber bereits auf die sehr prägnante Deutung des ממעיך יפרח im Midrasch aufmerksam gemacht habe. Dass ,die Coinmeotatoren diese Stelle tür so einfach erachteten, dass sie sie nicht näher zu erörtern für nölhig hielten* ist durchaus nicht richtig, denn מתנות כדונה hat zu נולד מהול ia kurzen Worten dieselbe Erklärung, die Herr I. S. vorschlägt. C. 5) In der Sitzung der Pariser Acudömie des Inscriptions et Beiles Lettros lu£ der Akademiker Hatevy eine Arbeit ,über die Unsterblichkeitsanschauungen bei den semitischen Völkern“, in welcher er der an sich neuerer Gelehrter! eDtgegentrat, dass die semitischen Völker überhaupt keine Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele gehabt hätten. *) Hierüber «in! aas noch 2 andere Erklärungen, die wir in nächster Nr. nittheilen wollen. (Ked.) ▼*MtwcrtlKl»«־ Eedacteur Dr. Rehmer U Magdeburg. Druck von H. H orbteh in Bxrby. Terlug von Robert Priese in Leipu*■

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