Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 44. (1.11.1882)
- Date
- 1882-11-01
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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(MbekadAj, Dr. J. Ueber di« &ukanft and Be- *echtiguag de• Jadenthams. Neuwied a. Leipzig 1883. Heaser's Verlag. Bin wirklich treffliche• Schriftctiea, so leidensch&fUlOB und objectiv gehalten, dass •ich’• auch bei ehrlichen Oegaera Anerkennung und Achtung erzwingen masa. Wenngleich durch die antisemitische Bewegang unserer Tage herrorgerufea, ist es doch durchaha keine gewöhnliche Flugschrift, die mit dem Erlösehen dieser Bewegung ihre Bedeutung verliert, die vielmehr durch die Art der Untersuchung^ durch ihre edle Sprache, breite historische und philosophische Untarlage aOf bleibenden Werth Anspruch hat. Die Fri- •ehe, Klarheit und Lebendigkeit der Sprache, lassen es ganz besonders geeignet erscheinen, eben in denjeoigen Kreisen innerhalb des Judeathuma, in denen noch nicht alle Liebe sum Glauben der Väter ersterben, aber wenig Kenntnis• des positiven Judenthams vorhanden ist, and sich diese gern ergänzen möchten, mit Nataea, aber auch mit Hehagen gelesen za werden. Nicht minder können wir es zum Lesen in Ober- Massen von höheren öchalen, sowie in Lehrer-Seminariea etc. dringend empfohlen. Es ist in der Tbat ein gutes Wort zur rechten Stande.. Möchte es sich doch in recht vielen jüdischen Familien einbürgern. Es wflrde zam 8egen werden. ■mmU, L. Psychologie xa&'Verständniss des Antisemitismus. Treue Worte an Freund and Feind. Wien 1882. Verlag des Verfassers. ״Treue Worte“ nennt der Verfea9er des Schriftcheas •einen Inhalt auf dem Titelblatt. Ja, wenn es damit nur gethaa wäre! Aber wie manches treu and ehrlich gemeinte Wort geht nicht ungehört verloren fas unserer vom wüsten Lärm der Leidenschaften und Earteiintereasea •0 arg aufgeregten Zeit, nach selbst wenn es weniger allgemein gehalten und dem practisehen Leben verwandter ist? Das Sehriftchen ist mit Wörme and Liebe entworfen nnd sucht nachzu weisen, wie eng verwandt der hier and dort gepflegte und gehätschelte Antisemitismus dem gefürchteten and bekämpftea Commonismas, and dem noeh ärgeren Nihilismus ist, wie alle drei denselben unlauteren Quellen in der Menschenbrust entspringen, leicht nnd natargemäss ln einander abergehen, wie es in diesen menscheafeindlichen Bestrebungen and Strömungen keinen Halt gab und somit der vemchteaswerthe aad unberechtigte Antisemitismus nicht bloss dem Judentbum, sondern der gänaea bürgerlichen Gesellschaft gefährlich sei und ihr zur Unehre gereiche. Zar Rftndignng der entzügelten Leidenschaften reicht aber, so fahrt der Verfasaer aa, Verstand and Wissen nicht aus, hier bedarf ea der wirksamen Mithilfe des Hertens und Gemüthes, denn nur durch Moral und Gewissen ist hier mit Erfolg etwas auszurichten. Darum .haben -nnd drüben eine bessere Hebung and Pflege des Gemathsand Innenlebens durch ächten auf Moral nud werkthätige Liebe gegründeten Religio as- und V 01 k 8Unterricht. Mögen die Wünsche des gutgemeinten 8chriltchens nicht nutzlos verhallen. Max Weinberg. Notiieo. 1) Herr Dr. Caro erklärt קיטים בגמל in Wajikra r. S• 38 für Schatzmeister, indem er בדדגיל liest für ]בגרי. Non süd abQt בורנין nicht: Schätze, sondern: Hatten, Dörfer, Karawanatrom. In Echa r. sowenig als Midr. Thill. heisst ביתני Schatz oder Schatzmeister. Vergleicht man aber die vorliegende Stelle mit. Esther rabba, nnd mit Pesikta za Panebath Omer, sowie mit l Pesikta r&bbatti hierzu, so findet man, dass diese Stellen-alle durch Glossen corrurapirt sind. Hier steht; טאל דעביד קומום בגריל מאן.דעביד קיסום קלטור מאל דעביד טגיסמאר פלטץ. in אסתר רבה steht; טעביד תטיל פנמון קגסיל קלטור. in Pesikta: דעביד קוטום פנטון קיסום קלטיר. in Pesikta rabb. קיטים פנטון קטום קרטור. E9 ist leicht ersichtlich, dass פנטול aus קלטור wie קרטיר (welches Letztere8 gar keinen Sinn hier hat) aas פלטיל entstanden ist, ebenso auch בגריל, und nur durch Abschreiber verdorben; ebenso ist רוטיל פנטיל in Esther r. aus 'קומי פלסין verdorben. Die Stelle heisstalsö: ״Der, welcher com es palatii, Major domus, Minister (st, der '•0H Bader werden?" Vielleicht war טגיסטאר סל&וץ magister palatir Lesart, wie sie noch in Wajikra rabba steht. Hierzu kam als erklärende Glosse קיטים פלסיל comes palatir, und später durch Abschreiber קיטים ia 'ריסי, dann דומיל verdorben; ferner פלטיל in פנטיל, und ia קלט״, woraus wieder קרסיר geworden. Die Lesart in allen vorgenannten Stellen hiess demnach: מאן דעביז־ קיטים פלטין איחעביד בלן od.:טאן דעביד סגיסטאר פלטין איחעביד בלל. Ich habe dies bereits in meinen Noten zu Wansche’s Uebers. von Midr. Esther 8. 101 u. 102 dargelegt. 2) Auf die Anfrage des Herrn Dr. Dusch&k in Betreff אל תקרי וינבל אלא וינבל צור ישועתו bemerke ich: Die angeführte Stelle in Jaikat ist dem Sifre entnommen za 5. B. M. 32,15. Die ganze Stelle bedarf einer Umstellung; and zwar so: במרה שמדדתס בי מדדתי לכם נטשתי את נחלתי עזבת־ את ביתי: נטשתי את נחלתי שנאמר כי נטשת עמן■ בית יעקב ונאסר רטוש אלצן עשהו עיבוד את ביתי שילה אהל שכן באדם ונאמר וינבל צור ישועתו pon שנאמר ויטש כענין שנאסר ויביאני אל החצר הפנימית וגר ר׳ דוסחאי בר ר׳ ינאי אומר אל חקרי ר54ל אלא ר!5ל צור ישועתו• 80 ist ויסש אלק עשהו die Begründung von כי נטשת עטך בית יעקב, wie וינבל צור ישועתו die Begründung von ויטש משק שילה ist: weil Israel Gott, seinen Schöpfer, verstossen, hat Gott sein Volk, das Haus Jakobs, verstossea, weil Israel den Fels seines Heiles, d. i. Gott entwürdigt hat, indem es nach Jecheskel 8,16 in unanständiger Weise Gott im Tempel den Rücken gekehrt,*) darum hat Gott den Tempel in Schilo verworfen. Dem R. Dositheos ben Jannai (so ist za lesen statt den aus der Abbreviatur בר״י entstandenen Lösung (בר ר יהודה!, ist aber der Ausdruck: ,Israel habe Gott, den Hort seines Heiles, entwürdigt“, der Ehrerbietung vor Gott unangemessen; er bezieht daher צור ישועתו nicht auf Gott, sondern auf den Tempel; uns וינבל nimmt er passirisch im Niphal **) als Folge von £ויטש אל עשהו: weil Israel Gott, seinen Schöpfer verlassen, darum wurde der 8tein seiues Heiles (der Tempel) durch Gott entwürdigt, der Entwürdigung durch Feinde preisgegeben. Um seine Berechtigung naehzuweisen, ציר ישועתו auf den Tempel za beziehen, and וינבל auf die Entwürdigung des Tempels durch Gott zu beziehen, führt R. Dositheos Jereaiia 14,21 an, wo Jeremia za Gott betet: 1 כבודךte3 ״ אל תנבלmögest du nicht entwürdigen den Thron deiner Herrlichkeit", welches Jonath&n übersetzt durch ״ את ריבית כורסא יקוץden Ort, wo der Thron deiner Herrlichkeit ist“, also: ״den Tempel,“ wie es Ralbag aaf Jerusalem bezieht. Auf diese Weise erhält der genannte Midrasch seine einfache Erklärung. Dr. Fürst, Rabbiner. *) Welches auch Rasch! zu Jech. 8,16 die grösste Entwilrdigang 60Um ist, die sieh denken lasst. **) Muss Wohl Pua,l heissen, das ja das Pussivam vom PiSl ist; wir freuen ans übrigens mit Urn. F. in der Auflassung and BrkUmag des אל תקרי übereiasastimaten, (Vgl, die ' letzte Anm, in vor. Nr. 8. 1.T21; M stand also wahrscheinlich im Nidrasch:,'אל תקר, וינבל אלא וינוכל ובו. . TsraalWCrtWshsr ftsäsitsnr Pr. Rahmtr ia Magdsbarg. Druck von fl. Herback ia Barbjr. Verlag von Robert Priese in Leipzig. i ו