Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1882-10-18 · No. 42. (18.10.1882) · p. Seite 167

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 42. (18.10.1882)
Date
1882-10-18
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/5367336-6488244-8755995--2195-4855415
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Marcas Kopfstein, Dr. Die ABaph-Psalmea, historisch kritisch untersucht. Marburg. Oscar Ehrhar dt’s Universitäts-Buchhandlung. Die meisten Jnangaral-Dissertatioüeu tragen den Charakter jener' ersten lyrischen Ergüsse, deren sich die meisten jungen Leute von idealer Denkungsart im ^Jünglingsalter schuldig machen. Es ist so angenehm, zum ersten Male Öffentlich sagen zu können ״wir nehmen an“ ,wir behaupten* etc. nnd doch wie sehr befangen sind diese jugend• liehen Aburtheiler noch von den Lehrern, die sie gehOrt und von den Autoren, die sie gelbsen haben. Die vorliegende Arbeit sticht günstig durch den Ton ruhigär Bescheidenheit und sachlicher Prüfung von fthnliehen Elaboraten ab und zeigt, dass der Verf. das behandelte Gebiet so ziemlich beherrscht. Freilich ist aach das Resultat-ein bescheidenes, denn die Zusamraengehörigkeit verschiedener Psalmen zü einem ,wohlgeordneten‘*־ Ganzen zu beweisen, ist eine Aufgabe, die man mit ein wenig Dialektik selbst bei den entferntesten Liedern zu lösen im Stande ist. Dass die Asaph Lieder aber makkabäisebe seien, ist ebenso leicht bebaupiet, als bestritten. Zwingende gründe die Psalmeu als der syrischen Zeit entstammend zn betrachten, sind auch hier nicht vorgebraclit. Schlagwörter, wie wir sie vielfach bei christlichen Exegeten finden, c. B. ״Pb. 81 ist schon wegen seiner Beziehung auf den Pentateuch und die Urgeschichte in die spätere Zeit zu versetzen“ impooiren uns wenig und wir sehen auch für den strebsamen und fleissjgen Verfasser die Zeit kommen, wo er auf die zuweilen komischen Erklfirungskttnete der Hitzig, Ohlhauseh, Ehrt, Hengstenbarg u. A. mit anderen Augen bücken wird, als zur Zeit der ersten G&hrung. Am überzeugendsten hat übrigens der Verf. seine Hypothese durch die Tabelle auf 8. 18 u. 19 vertheidigt, in welcher er die Aebnlichkeit der' Sprechweise in den bezüglichen Psalmen nachweist and geschickt gegenüber stell(.*) Caro Pilsen. Trauerrede an der Bahre des rieljährigen Vorsitzenden des Getneindevorstandes Herrn Julius A1 e 11• f e 1 d, gehalten von Dr. M. Rabmer, Rabbiner in Mägdebürg. 1882. (Auf Wunsch der Familie dem Druck uhedgebaoi). < fsraei ist nicht verwaist, solange in still bescheidener Pflichttreue solche Vorsteher: für seine Gemeinden-wirken,-solange solch Redner anspornen zu edlem v Thun and dasselbe in so würdiger Weise ehrend anerkennen. Wovon der Redner! nicht sprach, was nur zwischen den Zeilen hervor leuchtet, ehret den Dahingeschiedenen, ehrt den Lebenden am meisten — die Verbindung zwischen Vorsteher und Rabbiner, das gemeinsame Streben zam Wohle qes Ganzen. L. Notizen. 1) In der Berliner Gesellschaft für Anthropologie hielt vor einiger Zeit Herr Wetzstein einen eben so anregenden als durch eine heitere Blamenlese arabischer Sprichwörter gewürzten Vortrag: ״Ueber den Glaube der Ara¬ *) Der Verf. muss in Zukunft grössere Sörgfeft »uf des Stil verwettden and im Oebrsueh der Bilder Torriehtigereein. «Hm wier ,Viel• beben den Pflugschar ihres Geiste■ am;Psalter gewZii ■ad na Glanxe gebracht* oder: ,Der SchlOssel/■u den ־Psalmen ist die Gesammtfchroblk, und ln der Anwendung dieses Schlüssels liegt der Kretnwe* (!)• heben einem Kritiker (ia aiaaae >ie htjflpd.. *•) 4a d4r׳ hämischen Bemerkung Anlass gagaben: ,Der 8til ist wta1«Mrihu*vd!1 dltssr Seite gewöhnt ürtt•■ <׳ (Zed.) ' ״.V1,' ber, Naturell_ und Charakter eines Mannes gehe auf den Sohn seiner Schwester .über.“ Der Glaube, dass die Charaktereigenschaften des Oheims auf den Neffen übergehen, findet sieh, so setzte der Vortragendeauseinander, am ausgeprägtesten bei den Beduinen, welche sich durch eine überaus feine Beobachtung der-Katar auszeichnen. Erscheinungen innerhalb der Thierwelty in dem Leben des Pferdes und Dromedars, scheiaea zu der eigentümlichen Vorstellung bezüglich dieser Art der Vererbung geistiger Eigenschaften bei dea Menschen Veranlassung gegeben za haben. In wie ferne Zeiten dieser Glaube der Araber hineinraieht, deutet die Tbatsacbe an, dass hieb in Sprichwort. afed Dichtung, in den Formen nnd Sitten des atabicAMa Volkslebens zahlreiche Anspielungen darauf finden. Flucht eia Araber dem andern, so verwünscht er 0Minen Onkel (Bchal*), weil von diesem ja die bÖnCa Eigenschaften seines Landsmannes herrühaen. tüm Sprichwort der Araber sagt: ״Ziehe daa Esel., uod kehre den Koth unter ihm fort, denn schlechter als der Onkel kann nur noch der Neffe 8elnj*_ (Dar Esel in dem־ Sprichwort ist nämlich dar Onkel, der Koth bedeutet dea Neffen.) Nach der Ansicht des Arar bers'besteht der jtfoosch aus drei Dritteln, von denen zwei ein Erbe sind und nur eines dem betreffenden Individuum selber angehört. — Iq später Abendstunde war der Vortragende, wie er berichtete, einem froheren Aufenthalte in Arabien an dem Tijpae aaer Stadt einmal Zeuge eines wüsten Lärms. Ms •fegstvolle Geschrei eines Weibes, das von 8troicfaea bedrängt zu sein schien, veranlasst« ihn,-!•־* *von-der Ursache des Lärmes'au überzeugen. Dte naf eadlieh das Weib: ״Wer von Euch kennt seinen Oaketl* Das soll heissen: wer von Bach besitzt so viel Ehrgefühl, dass er sieh seines Onkels, nicht schämt? Das wirkte wenigstens auf Einen'aas’der Menge; er nannte den Namen seines Oheims and fhsste muthig das Weib, um es ans der Noth za erlösen. — Wenn .die Appellation an den Islam nicht mehr "fruchtet, ftt oft ׳aSejenige an den Onkel noch von Erfolg. Der Edle ־wird hei den Arabern ״geoakelt“, sagen die Ethadtoatai, und bezeichnen damit, dass der Araber einewäMea Mann gern seinen Onkel nennt. Inwieweit die A*־ Behauung der Araber psychölQjpuhh'“bfegrOndetr^kt, glaubt der ▼ärisugandd ׳aftfct ftenlcheidea za dürfen, wie ex es anderweitigen Forschungen Oberl Assi, ob der Glaube der Araber aach bei sonstigen Völkerschaften־ vertreten ist. (Letzteres ist bekanntlich, bei dea Jaden der Fall), da aach in den rabbinischeit Schriften ■ein gleicher Gedanke ausgesprochen wird: חב גנים חמץ אחר אחי האם (שמות רבה «׳ וארא). 3) Durch Zufall kotpait^vHrftotst״jftaCgh•. 48 des Liieraiurblattes v. J. zu *GektehL** 10 Qenetben beflze>!!det sich eine, «ingebeüde fteäensio□ aber Wünfetsbe’s. MidrasohübersettuDg. Am SehliMie derselben bemerkt der eingehende Reeensent za deh- Stella Beasasttth Rabba c. 63 folgendes. ״ ־Aus dem Worte לאומים schHesrt . der Midrasch, Jakob sei beschnitten zur Welt gekomamo. Durch welche Ideenassociatioa mag wohl der Midrasch zu seiner sonder baren Annahme gelangt saiadt.’,— Die vom gelehrten Herrn Reeenseoten gegebene Erklärung ist jedoch Hoch sonderbarer. Zubrot Metathesis von לאומים zu סאולים und dann Lautverwechslung zwischen סאוליס und ־ 1םהו׳לים*‘’EtwassahrcCraplicirt, ג כולי דאי.,1אולי —, deinn ׳ damitist die Erklerung, des 1 Judnasch um nichttf gefördert, theil nur noch schwieriger gemacht. '"Offeabar müsste nach dieser A so ah me auch ühaubcschnitten zur W^t gekommen •ein, was der Mid1asah'\e . .wiss ojep behaupten wollte. Die Erklärung dieser Stalle, die den) Qoxaraeniatoren so einfaoh »ohten^daM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.