Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 39. (27.9.1882)
- Date
- 1882-09-27
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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leranz —ל ,Achtung meine Helfen und Damen!“ —eins , zwei drei — unparteiische*) Urtheile roh Gelehrten (?) über Juden und Judentbum — hier der schwarze bis in die Seele hinein verderbte Jude — eins, zwei, ' drei — hinein mit ihm ias Taufbecken — gluck, gluck, gluck — kein Engel ist so rein — tarn, tarn, tarn, — christliche Liebe — Tableau! Wir lachen und doch ist uns todes-traurig zu Muthe. Gegen solche Feinde haben wir zu kämpfen, , solche Leute zerbrechen sich unseren Kopf! Nun so ..'; sei denn eins dieser 15 Hanswurstiaden an den Prani, ger gestellt; ist ein Funke von ßchain in diesem Mis- ,,aionainspektor und Lic. theol., dann mag. er erkennen, 7 wie_wenig die Juden geneigt sein durften, solcher .״Wahrheit‘ und solcher ״Liebe“ sich in die Arme zu werfen. Das4.C&pitel lautet: ״Wasglauben die Juden?‘ . Bis zum Ekel abgedroschene Phrasen aber altes und neues Testament, Uber Talmud etc., unter dem hand- . werkstnässigen Objektivismus vorgetragen — immer die .Wolfsklaue unter dem Sehaafspelz — eröffnen den Hei gen. Non kömmt das caput coenae 1 Wir . müssen citiren: . .r ״Apr> augenfälligsten wird die Kluft, welche die Juden vonnuns Christen trennt in der Lehre vom Heil. Diu Voraussetzungen der Nothwendigkeit einer Vej■- ,.söbnung das . sandigen Menschen hut dem heiligen‘ Pf»1‘!) j» piper,Sahne, welche für die menschliche , ßciujidu gegenüber der ,göttlichen Gerechtigkeit gelei- ,stet werden müsse, liegen im jüdischen Glauben vor,, L-insofern in, ihm JäüpfijC. Gnade, Ver^öhmjpg, Sünden- Vergebung u.1(s. w technische Begriffe sind. Aber in welcher Weise hilft inan׳ sieh Ober die eigentliche Carurdinelfrage: Wie erlengt ein Mensch die Vergebung seiner Sunden,? in.LehreundLpbea hinweg?‘ Man höre! ..,*Dia streng .tai^udiscbeni^Juden halten ,an dem Ö.pfe.r ein.ef Hahnes oder ,Huhnes .Tp.st.jJ (Jntf. nun fojgieia. Citpt eipes Collegßn, der das pogenanote Kapp.o re.s schlagen ](eine nachweislich heidnische, ip^den spätesten. Zeiten des Mittelalters ins Juffenthum eipgedrungeqe und nur vqn abergläubischen . Gemüthern noch hie und ,da gepflegte Sitte) beschreibt und darin den letzten Rest des alttestämentlichen Opfers dndea will. •״Die fortgeschrittenen Juden setzen Fasten, Beten und Almosenspenden an die Stelle dieses Ritus, uad , die fortgeschrittensten appellireu einfach an die Barmherzigkeit Gottes ohne zu bedenken, dass der heilige Gott nicht, ohne Weiteres seine Barmherzigkeit walten lassen kann.“ Der Herr Missionsiospektor Karl Heinrieb Chsistian tlaih erlaubt es:nicht 1 Nune apptaudite! Den wahrheitsliebenden Leser, welcher die talmudische und rabbinische Heils- und Sündenvergebungslehre kennen fernen ,Will, verweisen׳ wir auf tlaiinoaides und auf die Gebete um Sühne und Vergebung in unseren Gebetbüchern. Maimonides (Hilchot Teschuba Cap. 1.) lehrt: Seitdem der Tempel zerstört ist und der Opfercultus aufgehört hat, ist als einziges Heilmittel für den sündigen Menschen die aufrichtige Reue übrig geblieben. Herzliebe Reue versöhnt alle Sünden, ■wer seio Leben lang gesündigt, zuletzt afier noch aufrichtig bereut hat, dem darf man auch nicht die geringste Sünde mehr vorwerfen. Und also bete der Bereuende: 0״ Herr, ich habe gesündigt, gefrevelt und gefehlt, ich bereue tief iqeine Missethat und schäme mich ihrer, verzeihe Allgütiger! nie will ieff wieder den Weg des Lasters wandein,“ Dies ist der Reue und Sündenvergebung wesentlichste. Grandlage. *) Di« ndpnrteiisctuten?? von dem ehemaligen Bonner KomatunjOngllng (tehnriber, reep. Abeehreiber) and deeeen Sehweif: Sttins■,?»«. Buben* — Jjolriby.g» Nadyr etc. pte, Traarige Zeugf1! ם. Giebt es Einfacheres, Rührenderes, Heiligeres und zugleich dem Menschenverstände Fasslicheres? Rabb. Dr. J. Caro-Erfurt. Zuckermandel, Dr. M. S., Oberrabbiner der 87nagogen - Gemeinde Trier. Supplement, enthaltend Uebersicbt, Register uni Glossar zu Tosefta. Lieferung I. Trier 1882. In Commission der Fr. Lietz’- sehen Buchhandlung. Wenn auch schon in diesem Blatte obigen Werkes Erwähnung geschehen ist, so verdient dasselbe dennoch, dass man darauf zurückkommt. Nicht von jedem Talmudstudjrenden ist zu erwarten, dass er die Tosefta so genau kenne, um schnell sich des Inhalts klar zu sein, den aie einzelnen Tractate und Perakim enthalten, um anzugeben, au welchen Stellen in derselben und welche Personen- und Ortsnamen darin Vorkommen, welche Bibelstellen in derselben erwähnt sind und wo die Tosefta einen Lehrsatz oder eine Meinung wiederholt anführt. Durch diesen Supplementband wird die Tosefta erst ein Werkzeug, das schneller für die Forschung zu verwenden Ist. Der Verfasser hat sich'mit dieser neuen Arbät seines unge• heuer ״rossen Fieihses ein neue9 Verdienst erworben. Selbstverständlich 581 es, dass die Inhaltsangaben nicht wörtlich ' zu nehmbn' sind, da ,in deu einzelnem Pesakfm auch gelegentlich־ mancherlei andere Materien behandelt wprdeu, als,die in der Inhaltsangabe verzeichneten. Die Ordnung der mischnaitiscben Literatur entspriejit eben nicht ganz der in unserer Zeit angewendetea Systematik. Darum wird auf Grund der Tnbältsangaben noch nicht eiü sicheres Ürtheil darüber zu begründen seih, ob eine Materie in der. Tosefta nicht vorkomiht. In dem Bibelstellen verzfelchhiss haben .sich Druckfehler eingesihh&tien, z. B. S.1 XXVT1I,' c'. 6. s. v. שפטים vt6ht 7,19—7,8, muss heisseii i?'8; 8.* XXVI c i, steht 17,13—2,26, muss heissea 17,15—2,26. $. XXX c. 3 's. v. תהליס Steht 131,7—3,14, muss heissen 137,7—3,14. Auch fehlen Angaben wie S. XXVIII c. 1 s. v. דברים fehlt 6,-1,14—15. S. XXX. c. 5 s. v. קהלם fehlt 3,4—5,18. Ebenso sind in dem Namenverzeichnisa von Personen Druckfehler; z. B. S. XXXVII 8. v. ר׳ יוסי הגלילי steht 2.8, muss heissen 2,3'; S. XLI s. v. גמליאל pר steht 5,6, muss heissen 5,5, auch fehlen daselbst manche Angaben, so S. XXXIII s. v. בן זוטא‘ fehlt 2,12, 13; S. XLI 8. v. ר׳ שמעון ב׳ אלעור fehlt 5 6; S. XXXV 8. v. ר׳ יהודה fehlt 5,21. 23; S. XXXI s.'v. אחרים fehlt 6,20; S. XXXII s. v. ר׳ אלעור בר צ׳ fehlt 6,22; S. XXXVI s. v. ר' יוסי fehlt 7,3; auch Verwechselungen finden sich daselbst; z. B. S. XXXIV s. v. 3,28 חנניה בן עקיבא, muss heissen חנניה בן עקביא. Auch in dem Örtsverzeichniss fehlen Angaben wie S. XLIII 8. v. יבנה fehlt 3,29, 73,28; S. XLIV s. 1. ת fehlt 73,26 תחום אריח; s. v. 85.2878 רכפא ,85,24 סוריא. XLIII 8. v. 87,3 ירושלים, 8, 9, 19; 89,1, 6; 90,6 90,10 ארץ ישראל. Dass Verfasser nicht nur wörtlich, sondern auch inhaltlich übereinstimmende Parallelstellen anfuhrt, ist besonders dankenswerth, und gerade dieser Theil des Werkes zeigt in glänzender Weise die grosse Belesenheit, welche Verf. in der Tosefta sich erworben hat. Nicht weniger als beinahe 700 Parallelstellen hat Verfasser herausgefuaden, ein Factum, das in der Erforschung, der Eostehuag der Tosefta noch seine volle Würdigung zu erwarten hat. Es ist de® Verf zu wünschen*, dass er die Müsse finde, sein Werk fortzusetzen resp. zu beendigen, BertoMgmg. Im vor. ״LiteratarbL*: Nr. 38 8. 151 8p■ 1 Z 31 v. o-, ״wenn ich den Früheren an Wissen und Scharfblick nahe*teheu lies ״nachstehe“, ferner ib. Sp 3 Z. 6 v. o. st Nsmeaebruder l._S t am m e brader“vib. Z. 41 v. o. st ״weni“ 1. ״״ en * : _■ - _- 1 -v* -־ -- ׳ 1— Veraatwertlicher Bedacteur Dr. ]lahmer in Magdeburg, Druck von H. Horb aeh in Barbj. Verlag von Robert Frieee in Leipzif• htfilill •1 I 11111־ ihafis L«* -J ״ .. 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