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Das jüdische Literaturblatt · 1882-09-13 · No. 37. (13.9.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 37. (13.9.1882)
Date
1882-09-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zar Beleaehtaag allar Jadentku and Jaden betretenden literarisch. Ermehelnangen naf de« Seblete der Philosophie. &eecklekte,Kth>ojrraphle,The- 010fto,OrleataUa, Exegese, HoaUetU(, Liturgik, Pädagogik. Herausgesreben von; Hubbiner Ur. Moritz Hah:n<-r. '''״'־־-־<■•—M—i—־'־י■■ ־'• r MHff<lel)11r(f, 13. September ־ - J >.i Bieber der •lasehUgtgaa Li• teratnr, waloha dar Kedaetiea lugemsadt werden, •nden in diene* Bl»tte eingeh. Bnapreofcang. BelKinnendang roa ival Receaniomnexeaplama arfeigt nach Erwihn. L d.Weeheuehr. ®•s LiteraturblnttH erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen BaeblMuMUShfSll (ia Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:(? Hk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die Vierteljahr!, bei allen Postanstaltea and Buchhandlungen S Hk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literaturblau“ gratis. — Inserate werden mit 15 PC für die dreigeipaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Ceutral-Annonceu-Ezpedition von Gl. L. Oaabe Ä Co., Frankfurt a. U., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Der Maler des altjüdischen Familienlebens. Zum Neujahrsfeste. Von Max Weinberg. (Schluss.) — Rappaport und Luzzatto. — Collectanea. Von Dr. Kroner, Rabbiner in Brandenburg. Li terat ■irberic b t: Recensionen: Eine neue Biographie Ra־ sehi's, besprochen von Dr. Caro. (Schluss von Nr. 32.) — Brann, Rabb. Dr. M. Das bibliographische Handbuch des Schabtai Bass in der lateinischen Debersetzung Clanners. No tiz. Nachdrack nur alt Voller Quellenangabe gestattet. Der Maler des altjüdischen Familienlebens- Zu■ firajdhrsfeste. Von Max Weinberg. , (Schluss.) Oder sollte es etwa unseren Jünglingen und Jung, frauen schaden, wenn, begleitet von dem erklärenden Wort eines verständigen Vaters, einer verständigen Mutter, ihr Blick einmal ein Weilchen auf jenes vielbeneidete, still umfriedete Familienleben zurückgelenkt würde, wie es zum Aerger und Verdruss unserer Has* ser und Verfolger noch vof* einem Menschenalter in den bescheidenen Räumen unserer Altvordern so behaglich und anheimelnd sich abspielte? War es denn nicht eben die geistige Gesundheit dieser Verhältnisse, die unsere Väter mit Muth und Kraft ausrüste• ten, alle jene Kränkungen, Verdächtigungen, Schmähungen, Demüthigungen und Verfolgungen, Foltern und Martern zu überstehen, die Hass und Unverstand eines finstern Mittelalters für sia eidacht und erfunden? Die vor Versumpfung geistiger Entartung und Verkoinmenheit sie schützte und trotz alldem und alldem die Hoffnung auf einstigen Sonnenschein in ihnen nicht untergehen liess? Die vor Allem sie befähigte, eben nachdem die Fesseln und Mauern gesprengt, das frisehe tagesbelle Licht ertragen, und nützen zu können, denen indirect also auch wir so Vieles verdanken von dem, was wir sind und haben? Aber es geht uns hierin ganz ebenso wie Börne so treffend von dem philosophischen Nachwuchs seiner Zeit und ihrer Stellung za Schelling sagt: ,Man hat angefangen über die Naturphilosophie (Schelling«) zu lächeln. Auch das hälfe noch geschehen mögen, hätte man darüber gelächelt, wie man über ן seine eigenen Kinderjahre lächelt. Sie haben aber die Naturphilosophie vergessen, wie sie eigennützig über den spendenden Herbst den Frühling vergessen, welcher zugesagt Sie denken nicht daran, dass,, wenn sie die Naturphilosophie entbehren ge lernt, diese selbstes war, die ihre Ent behrlichkeit gelehrt and dass sie Schelling die gr. 088e Wohlthat verdanken, die: dass er sie des;längeren Bedürfnisses der WohlUiaten Oberhob. Die Naturwissenschaft ist der1'Schlüssel zum Himmel wie der.Erde; werden Schlüssel für den Schatz genommen und statt Gold, Eisen gefunden -7der hat sich selbst anzuklagen . . . Die ganze antijüdische Strömung und Bewegung •unserer Tage, die — darüber möge sieb Niemand täusehen — nicht sobald wieder zu Rüste gehen und gewiss nicht von der Bi Id fläche verschwinden wird, ohne uns noch manche tiefe Wunde geschlagen za haben, gemahnt uns mit eindringlichstem Ernst £u Sammlung und Nachdenken, und da fragt sichs wirklich, ob es nicht rathsam und wohlgethan sei,, auf jene Arsenale und Bollwerke zurückzuschauen, aus denen unsere Väter in Noth und Gefahr ihren Schutz und ihre Waffen geholt: auf das zw!qg eng begrenzte, tägliche Wirth®■ hausgelage und größte Welt ausschliessende, aber von י Behagen und innerer Zufriedenheit getragene und von religiösem Geist durchwehte altjüdische Familienleben? Und in diesem Sinn und Zusammenhang betrach-־ tet, können die herrlichen Schöpfungen Oppenheim's nicht blos, wie der gelehrte Erklärer (fieser Bilder einmal meint,1 als Denkmals einer in unwiederbringlichem Erlöschen begriffenen Zeit gelten, die noch ebeu rechtzeitig vom Pinsel des Künstlers festgehaltea ist, sondern sie können und sollen dazu beitragen, das Gesunde, Herz- und Geiststärkende jener Zustände uns wieder zurückzuholen und, wenn auch vielfach in modernisirter Fassung in unseren Häusern und Familiea wieder heimisch zu machen. Aus diesem Grunde weiss ich zum Herannahen des Neujahrsfestes unseren Müttern und Vätern, den Jungen wie den Alten, kein schöneres Neujahrsgeschenk anzarathen, als jene herrliehen Bilder Oppenheims. Und gewiss, dann wird sich für Alle erfüllen, was jüngst der gesch. Redaete^g^

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