Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 34. (23.8.1882)
- Date
- 1882-08-23
- Page
- Seite 136 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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deneft die Wespea nage»“ gerade nicht. Aber es ist ein eigenartig Gefühl, sich sagen ab. 'müssen: מJetzt bist Du eine Wespe^ und webe Dir, wenn Dir an detn Büchlein Etwas missfällt, dann bist Du geächtet, denn Herr Elk bat sein Opus als hoch über allem Tadel stehend bezeichnet. Darum mach’s kurz. Crämieux als Franzose und als Jude. Seltsam, dass weder seiner Mutter, noch seiner Kinder Erwähnung geschieht? Hat das mit einer wahrheitsgetreuen Schilderung Cr.’s nichts zu than? Freilich für eine Charakteristik hat Herr Elk keinen Raum. Dazu bietet er allzuviel Betrachtungea allgemeinster Art. Der Abbd Deutz wird ״Jude“ genannt, obechoa der Schluss des Briefes von Crdmieux an ihn deutlich auf seine Taufe * anspielt. Ein kurioser Schnitzer 18t*8, dass die Kürze der Regierung Ludwig XYI1I. dem Fraktionsgetriebe zugeschrieben wird! Sonst ist das ganze Büchlein in recht schönem Hebräisch geschrieben and kann den Freunden desselben empfohlen werden. Lewin. Notizen. 1) In einer jüngst erschienenen Nr. der Criminal- ■eitang finden wir folgende Eidesformel, die humangesinnte Richter im Mittelalter(?) bei Juden in Anwendung gebracht haben. (Wann?) Forma ains Juden ayd. י Ich N. jud schwer und betzeag, bey dem ewigen Gott Adonay, das ich der sach N. gantz unschuldig und nichtz darum pflichtig byn, ich hab oder will kainerley ▼alsch, Betrug oder Unwahrheit darinn gebranchen, oder das ist war, oder will das geträulich halten and vollziehen, on all Gevaerd uu verporglichait, das bitt ich den wai en Gott Adonay, vor dieser Wahrheit zu helffen und bestäte. Wo ich aber in dieser Sach schuld oder uhrecht hab, ai nich Unwahrheit, valsch oder Betrug gebrauchen, solchs nitt halten oder vollziehe werdt. So sey ich ewigkljch heran verflucht, and sot über mich geen un vertzeeren das Feuer, das 80dom und Gomora un alle flüch die an der Thora im Gesetz geschrieben stehen und mir den war Gott Adonay nymtner zu Ifülf noch zu state kommen, da- , wider 8011 und will ich füran von Juden, oder andern Menschen nymmermehr bitten, begeeren noch auf- .| nemen ai nich erklärung,~*aus8legung, aboehmung oder 1 Vergebung ditz aida, auch damitt nymandes betriegen. ' Also helf mir des Alles ond yedes, der war Gott Adonay and nymmer anders, Amen 1 2) Cincinnati. Amerika beklagt den Tod eines seiner bedeutendsten Rabbiner, des Prof. Dr. Abraham De Sola. De Sola entstammte einer altehrwürdigen jüdisch-spanischen Familie und wurde itn Jahre 1825 zu London geboren. 1847 folgte er einem Rufe nach Cincinnati, wo er bis an sein Lebensende eine reiche Thätigkeit entfaltete. Aus der Menge seiner Schriften nennen wir: ״Geschichte der Juden Polens“, .,Geschichte der Juden Frankreichs“, ״Leben Sabbatai Zwi’s,“ ,,Leben des Saadia Gaon“, ״Cornmentar zu 8amuel Haa&gid's Einleitung in den Talmud.“ Der ״American, lsraelite“ widmet-ihm einen panegyrischen Nachruf, der mit folgenden Sätzen schliesst; ״So haben denn die amerikanischen Juden wiederum einen Bannerträger verloren, d&sen leere Stelle so leicht nicht wird ausgefüllt werden können. A. De Sola war von streng orthodoxer Gesinnung, trat aber darum doch nie in Opposition gegen andere von den reinigen abweichende 'Bestrebungen. ־ Er war zu gelehrt, um ein Fanatiker za sein, der Sache seines Volkes za sehr voa ganzem Herzen ergeben, tun Veranlassung za Zwist und Uneinigkeit in dessen Mitte za geben; er war ebenso tolerant wie orthodox.* 3) ״Jerusalem“. Bei dem stets wachsenden Intere88e am Heiligen Lande habe ich mich veranlasst gefunden, meine genaue Kenniniss desselben zu der Herausgabe eines Jahrbuches ״J e r u s a 1 e ma zu verwerthen. Dasselbe soll authentische Berichte Uber die gegenwärtigen Zustände sowie über alle Ereignisse im ganzen Lande (mit besonderer Berücksichtigung der israelitischen Bevölkerung) bringen, und sich ausserdem der Förderung aller sich auf das Alterthum Palästinas beziehenden Wissenschaften widmen, so dasss es eine wahre Encyclopädie des Heiligen Landes bilden wird. Der Plan dieses Unternehmens ist einer Reihe von berühmten Orientalisten in Europa, sowie anderen Freunden der Erforschung Palästinas, unterbreitet und von ihnen gebilligt worden; — einige derselben finden sich unter den unten verzeichneten Mitarbeitern, von denen die mit * bezeichneten schon dieses Jahr Beiträge geliefert haben. Im Heiligen Lande geboren (aber mit abendländischer Cultur wohl bekannt) bin ich mit allen Schichten der Gesellschaft intim vertraut und habe schon eine Reihe von Jahren auf das Studium der Verhältnisse dieses Landes verwandt, wie meine vor 4 Jahren erschienene hebräische Topographie Jerusalems genttgend erweist. Die jüdischen Einwohner dieses Landes mit allen ihren religiösen, socialen und politischen Interessen sind ein besonderer Gegenstand meines Studiums gewesen, und bin ich gewiss in der Lage, in dieser Be- Ziehung ein ungeahntes Licht auf das wenig gekannte Leben derselben werfen zu können. Natürlich werde ich bemüht sein, den Anforderungen der Wisenschaft und des lesenden Publikums von Jahr zu Jahr mehr gerecht zu werden. Preis pr. Jahrgang (ungefähr 18 Druckbogen stark mit einer Karte) 5 Mark. (Einige Aufsätze, die specifisch jüdische Dinge von rein wissenschaftlicher Natur behandeln, finden sich zu Ende des Bandes in guter hebräischer Sprache.) A. I. Laues in Jerusalem. Der soeben erschienene I. Band ist zu haben: direct vom Herausgeber A. 1. Lues in Jenuale■ oder bei Herrn Fischl Birsch in lalbentadt. Utarbelter-Veneiekaiu > Dr. Berliner A. in Berlin * Prof. . Capsali Barid in Florenz * Dr. ChapHa T. in Jerusalem * Lector Friedmana 1. in Wien, Herr lalherttaam S. in Bielitz, Dr. Jclllaek A. in WieD, Baurath Schick C. in Jerusalem * Dr. Sehwar* J. in Jerusalem * Dr. Steilsek arider H. in Berlin * Lector Weits J. I. in Wien etc. lakalt di'8 erste■ Bandes: Chronologische Zeittafel; Markttage-, Meteorologische Beobachtungen von Dr. Chaplin; Meass-, Gewicht- und ifüoitabelle; Geldcoars; Preise der Lebensmittel; Hospize und Hdtels; Poet- und Telegraphen wesen; Offizielle Vorsteher der verschiedenen Religionsgesellschaften; Pilger-Verkehr; Export und Import; Synagogen; Gemeinnützige Gesellschäften; Wachsthara der verschiedenen Synagogen und Wohlthätigkeits-Anstalten; Ereignisse des Jahre*; Nekrolog; Sitten und Gebrauche; Jahresberichte der Lehr- und Wohl thätigkeits- Anstalten; Die jüdische Bevölkerung and ihre Beschäftigungen; Gräber, Sterbetage und Grab-Inschriften; Rückblick über die sanitären Verhältnisse Jerusalems, von Dr. Schwarz, Director des Rothschild’eehen Spitals in Jerusalem; Ausdehnung der Stadt Jerusalem und ihre Einwohnerzahl zur Zeit dee zweiten Tempels, von Baarath C Schick; Zwei Reisebeeehreibungen aus dem 18. Jahrhundert, nach Handschriften, zum ersten Haie gedruckt; Das Grab des Propheten Samüe) (mit Karte), T0D Baarath C. .Schick; Die nenentdeekte Insehrilt in Siloeh etc. et*! Verantwortlicher Bedaeteur Dr. Rakmer ia Magdeburg. Drnek von H. Horbach in Uarbv. Verlag von Robert Friese in Leipzig