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Das jüdische Literaturblatt · 1882-08-02 · No. 31. (2.8.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 31. (2.8.1882)
Date
1882-08-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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m י Zer Btlcuktug aller Jade■- than and Jade■ betragenden literarisch• Krtchelaaagea ut dem Gebiete der Ph(losopble. OesehlehteJBthaonraphle.The- •logi^rieaUlU, Kugae, Homlletlk, Lltarglk, PUtgoglk. Heraasgegeben i ■־ J ' von .1 j ■ Rabbiner Dr. Moritz Rah Hier. •m• -j~/ Magdeburjf, 3• Aagast 1883. Btteher der etmliligig(■ LIteratar, welche der Bedacttoa ngesaadt werden, ladea la dleaemBlatte eingeh■ Beasecea- 1«f.B«IHmatugT«a«wtl Beceaaloasexemplarea erfolgt aaeh Erwhha. L d.'Woeheasehr. I* ז 4- •T־ Das ״Jfiilifielte Litcratarblatt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buohhandlssgn■ (in Lei pxig bei Robert Friese) pro Jahrg1tng:8llk. Abonnenten der ״IsraelitischenWochenschrift“ (die vierteljährl. bei allen PostoiuMtm and Bachhandlnngen ä Ui. kostet! erhalten Um» ״Jüdische Literaturblatt“ gr» tis. — laacrate werden mit25 PC für die drstge־ , \T spaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich eutgegengenominen durch die Gentral-AnnonCen-Expedition von Gr. L. DaaBe * j Jk Co., Frankfurt a. H, Magdeburg, ßtrlin, Hamburg, Cöln, llnnalien, Zürich, Wies, Paiis.; ' Inhalt: Wissenschaftliche Aufsatze: Voltaire und die JudeD. II. . Eine neue Biograptre Raschi's. Besprochen v. Dr. J.Caro-Erfurt. Li terat <1 r her ic h t: Recensionen: Kathews, H J. M. A. Anecdota Oxonjensia. Texts, documents, and extracts chiefly from Uanuscripts in the Bodlejana and other Qxford libraries. Notizen. Nachdruck nur ait voller Quellenangabe gestattet. Voltaire und die Juden. II. Der Process*) ist sehr verwickelt — blieb daher , selbst den Richtern dunkel, die in' ihm erkannten. Sachsen, dessen Churfilrst damals K|önig von Polen war, hatte Papiergeld verausgabt, das ״Sieuerbillet* genannt wurde und dessen Curs 65 stand. Durch den Dresdener Vertrag hatte Friedrich II. seinen (Jnterthanen die Parieinlösung zusichern lajssen. Natürlich wurde, urn Sachsen nicht zu ruinireti, allen Preussen der weitere Ankauf dieses Papieres verboten Am 43. November 1750 liess Voltaire, ohpe sicli um dieses Verbot zu kümmern, einen jildischeo Juwelier Abraham Hirsch oder Hirschei kommen1 und beauftragte! ihn, nach Sachsen zu reisen, um soldhe Rillete für ihni anzukaufen. Vergeblich wies Hirsehel auf den Befehl des Königs hin. Voltaire betoute seinen Einfluss, garantirte ihm Straflosigkeit und übprgab ihm einen Wechsel. Als Garantie gal! •Hirschei! an Voltaire Diamanten für 18000 Francs. Ephraim Veitei aber wollte dieses ״Geschäft* dem Hirschei t.ich|t gönnen und erzählte Voltaire, Hirschei der dem sächsischen Hole schon Diamanten verkauft habe, sei 1dort zu bekannt, als dass er sich durch den Ankauf der Billete com• promittiren sollte — er würde wolil das Geld unterschlagen. Sogleich untersagte Voltaire seinem Pariser Bankier, den Wechsel zu honorireh• Aber Hirschei hatte ihn schon begeben und er wurde protestirt. Von seiner Reise heimgekehrt, macht Hirtchel Voltaire Vorwürfe wegen dieses Protestes, der seinen Credit geschädigt habe. Obschon zuerst schlecht behandelt, wird ihm endlich von dem Dichter!Entschädigung für den Protest und für seine Reisekosten gegeben. Als Ersatz für die atifgewendete Zeit tjnd Mühe entschädigte ihn Voltaire, indem er von il)m für 3000 Thaler Diamanten kaufte. 3 Tage spätef liess er für 2000 Thaler Ringe und einen sehr werthyollen Spiegel von Hirschei holen. Als jedoch Bezahlung dafür gefordert wurde, gab Voltaire an, er halte dje Gegenstände zu• rück als Entschädigung des ersten vorschnell von ihm abgeschlossenen Kaufes. ״Er zog rnij• mil Gewalt einen *) Die einschlagenden Aktenstücke sipd gesammelt von Ferdin&nä Klein: Annalen der Gesetzgebung. Bejlin, Nicolai, 179*1, Bd. 5. SS ־,tä Ring vom Finger im Beisein seines Dieners Picürd, צ־-׳ warf mich hinaus und rief mir nach, ich dürfte bla• gen, wo ich wollte.*- Am anderen Tage lässt Yoltair* Hirschei zu einem .Oberstlieutenant rufen, misshandelt ihn dort mit Wort' uad That und Wirft ihn tiiaaus. So lautet der von Graetz nach 2 kurzen M6!a0iren, ״Factum, als Prolog dienend*.*) Diese Darstoffnng! basirt auf Hirscheis — sicher durch Volt&ire’s Feinde inspirirto — Aussagen. Wir wollen diese controlliren durch Voltaire’s Versicherungen. Voltaire ist Kläger (10. December). Am 31. setstd der Grosskanzler Cocciji einen Ter1nia_aufden 4. Januar 1751j au. Am 1. Januar erbittet Voltaire rota Minister v. Bismark die Festnehmung Hirschel’s. Er wird eingesperrt und nur'gegen Caution entlassen. Sein Vater stirbt aus Kummer. -Im; Termine läugnet Voltaire alle Angaben seine• Gegners:1 ׳Er versucht den Beweis, dass nicht er Hirsehe! habe kommen lassen, sondern dass dieser ihn überredet habe, gleich den Anderen **) solch BiHete zu kaufen. Nachdem er, freilich zu spät, das Verbot des Königs ei fahren, habe er seinen Wechsel zurückgenommen. Da6s er Hirschei eiucn Ring genommen, bestreitet er, wie auch sein Bedienter. (Die Richter nahmen dies Zeugniss als glaubwürdig an.) Die Begegnung bei dem Oberstlieutenant und die Misshaud-;. lung Hirschel’s sind ■erwiesen — besonders durch das Tagebuch. des Herzogs von Luynes, dem es der Oberst* lieuteuant Chasot erzählt hatte Der Hauptpunkt jedoch, der am schwersten Vol: taire comprommitiirte, war die Verhandlung über eine Rechnung, welche den Juwelenkauf betraf. Hirjsoiiel bestreitet die Echtheit der Rechnung und giebt später zwar seine Unterschrift zu, behauptet aber, dassiVol-, taire Radirungen und Zusätze gemacht habe. Diel A<issagen der S!chverständigen lassen die Frageschieden. Doch die Richter erklären, der Diohtec habe keine Veranlassung gehabt, diesem Stück z^. fälsehen. Hirschei hielt sejae Sache noch nicht fttij vorloren. Er verlangt Entschädigung für die Freiheiitsbd* rauhung. , Abgewiesen,) klagt er von Neuem — woherlieh von Voltaire’s. Feinden aufgestachelt — Voltaire habe die Schmucksacljen vertauscht Den zngela$seueQ Beweis vermochter^r nicht za erbringen. Am 18. Fe- ע _ bruar 1751 würde das Voltaire günstige Urtheil unter . ,der Bedingung gesprochen, dass dieser einen Re'migungseid des Inhaltes schwöre, dass er die Rechnung - / . - I *) In französischer Sprache und beigedruckt den nachgelassen nen Werken Friedrich II., 1789 (ohne Druekort) Band 6, 3,des^ Briefwechsels. j ' .V?': •*) Vergleicbeeiaso Brief an den König. Ed. Benohot, Baad &5, S. 569. ־ :'•>־*

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