Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 30. (26.7.1882)
- Date
- 1882-07-26
- Page
- Seite 120 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•<*־ M• der sonst •0 fnediiebeadea Sfedt durchreiten? 11־ nel blutet* jetzt wär gtaut Körpnv?ud dinm meine ick: Berr D.' bitte jetzt nicht achta^en ■ollen,. so gut gemeint nad» des' Liebendeo Schläge sein mögen.*) Otefeamnnger. Dr. Stier, Rabbiner. Literaturbericht — + Iggereth ■aale Cfcnjjh■,־* Abhandlang ober die Thiere von Knionymos ben KaJonjrnoa, oder Rechts־ atreit zwischen Mensch and Thier ror dem Gerichts־ bofo des Königs der Genien, ein arabisches Märchen Vergleichung des arabischen,, Originals aus dem Hebräischen ins Deutsche übertragen and mit Textes• öagreotarea wie mit sachlichen Erläuterungen ▼ersehen ▼0■ Dr. Julius Landsberger, Grossh. Hess. Landrabbi־ Mr. Darmstadt 1882, G. Jonghaas’sche Hofbach• handlang. Verlag. 213 8. Text, 69 S. ▲nmerkg., gr. 8. 1316 bat Kalonymus das im 10. Jahrhundert als Thal der 51 Abhandlungen der lauteren Brüder und treuen Freunde ▼on muhamnedaaischen Gelehrten ▼er• feeste Märchen übersetzt. 1557 wurde diese Ueberaetsang suerst m Mantua gedruckt, das' Original 1812 in Oateatta. Reiches ▼ielseitiges Wissen und formgewaadter 8öl zeichnen die deutsche Uebertragung dieses geistvollen Traetates aus. Auch wer den einechlagen־ den Fachstudien fern steht wird sich erfreuen an dem < reichen, ealtargesehichtliehen Bildwerke, das ihm ent* j rollt wird in dieser Abhandlung, in welcher der Men• > acbea Anspruch, dass die Thiere ihnen als Diener und j Sklaven naterthan seien, siegreicher bekämpft als erj wiesen wird. Der durchaus nicht niedere 8tandpnnkt I des naturwissenschaftlichen Wissens and der naturphi- , losophisehen Spekulation überrascht, die Fälle der Ju־ dea and Arabern gemeinsamen Segen and’Legenden — deren Herleitung die gelehrten Anmerkungen meiaterhaft und selbst den Laien aampthend geben — ergötzt. Mahamenartig wechselt Prosa and strophi־ •ehe Gliederung. Von Letzterer lassen wir eine kleine Probe folgen: 8. 152. ,Ihr (Menschen) habt indessen auch zu ן jeder einzelnen dieser Arten ein Gegenstück: ,Pur i Bräutigamshü I len, Hochzeitsfeier — Jammerhäuser I Trauetscbleier — für Lachen and Scherzen — Wei-’ j nen und Schmerzen, — für melodisches Tönen — Seafeen and 8töhnen, — für der Freuden Genuss — Wehklagen, Verdruss, — für Wonne schauer — Gefühle der Trauer, — für Freudenhallen, Söller ▼oll milder Lüfte — Veriiesse, Särge und Grüfte, — für. stark befestigte Plätze — Kerker, Fallen und Hetze, — für die Reigen der Hoehentzückten — Wathgeschrei der stark Bedrücktes, — die ▼on Beamten geschlagen, — verzweifelnd klagen, — für gewundene - Kränze, Dia־ deine, — geflochtene Ketten, unbequeme, — bei trock’־ nem Brod, den Hanger zu stillen, — und bittrem Was־ 8er, den Magen zu füllen u. a w. Da der Reinertrag der Lehrerpensionskasse der ,Achawa“ zufliesst, lassen innere and äussere Gründe einen reichen Absatz des Baches erwünscht erscheinen. Coblenz. Lew in. N o t i z e m; I , ־ ' ' 1) Josef Karo, der aus Spanien nach der Tür־ kei mit seinen Eltern als zartes Kind gekommen wer, war bekanntlich ▼on immenser talmadischer Gelehrsamkeit. wovon seine unsterblichen Werke, in welchen er die ganze Rabbinische Geistesarbeit verewigte, Zeugniss gäben. 8ein Ideal blieb jedoch die Mischnah; ja diese Verhimmelung der Mischnah soll er einer himmlischen Eingebung schuldig geworden sein. Ich glaube diesen Umstand mit Folgendem zu erklären. Damals erhitzte die Kabbala all« Köpfe,' es herrschte der Wahn, dass die Messias zeit herannahe. Berab bemühte sich demnach, die alte Ordination wieder einzuführen, um dem heiligen Lande den alten Glanz wieder zu ▼erleiheu. Karo lag seinen 8tudien im Lehrhause des Berab ob, ▼on dem er auch die Ordination erhalten und zum künftigen Synhedrial- Mitgliede ernannt wurde. Karo befasste sich auch eifrig mit dem Studium der Kabbala, wozu er ▼ön dem Schwärmer Salamon Molcho und ▼on dessen Gesinnungsgenossen Räubern lebhaft angeregt wurde. Der gefeiertste Kabbalist, der damaligen Zeit Reb lenk Luria in Safet, erschien dem Karo wie eia göttliches Wesen, als der Messias, welchen der Prophet Elia oft besuchte und ihm erhabene Lehren inittbeilie. Nun kann die Messiaszeit (nach einem Midrasch) nur dann eintreten, wenn die Misch na eifrig gehegt, and gepflegt wird. אץ מגלמת מתכנסות אלא בוכות משניות שנא' גם כי יתנו בנדם עתר. אקבצם, (מ״ר פ' צו). Daher glaubte Karo die, Misch na als die erste Bedingung für die Erlösung seiner Zeit ganz besonders stadiren zu müssen. Dr. D u 8 c h a k. 2) Jerusalem. 26 Personen aus Zana (8aa&&) in Arabien sind ▼or Kurzem hierhergekommen, alle kaffefarbig, gekleidet wie die Dorfaraber. Die Männer sprechen auch hebräisch, doch dürfte ein europäischer Jude sie nur schwer ▼erstehen, da sie die Buchstaben nach arabischer W eise aussprechen (נ, p, n sind besonders verschieden). Das Kamez lautet wie o, ב wie ▼ und fast alle Worte betonen sie auf der ersten Silbe (Milel). Hach ihren Angaben sind in Zana 1500 jüd. Familien, deren Häuser ausserhalb der 8tadt siehen. Steuerzahler (vom 15. bis zum 50. Jahre) sind 1500. Kabbalistischer Aberglauben ist allgemein ▼erbreitet. Sie haben 26 Synagogen, sind zumeist Handwerker, Gold-, Silber-, Eisen- und Holzarbeiter, Schneider, Schuster. 2—3 sind reich, d. h. besitzen 5—6000 Frcs. Sie heirathen zu 13 oder 14 Jahren (die Frau ist 8 oder 9 Jahre alt). Ist das Mädchen 13 Jahre geworden, dann ist sie eine alte Jungfer. Und doch überwiegt die Zahl der Männer. Freitag wird am Mittag die Arbeit eingestellt, in den Synagogen 80har gelesen, dann Minchah gebetet. Hach der Sabbath-Toilette liest man ia den Synagogen Schirhaschirim, worauf Maariw gebetet wird. Beim Thoravorlesen liest Jeder seinen Abschnitt selbst vor in einer uns fremdartigen Cantilene, und giebt die LJeber;etzuag jedes Verses. 4 Ausser in Zana wohnen Juden auch in anderen Städten und Dörfern. 8 Tagereisen ▼on Zana wohnen kriegerische Juden in Chaida und Saadah (Saadeh). *) Wir berichtigen hier einen Irrthum, der sich in Nr. 27, S. 106, 8p. b. eingmebliehen. Die daselbst eitirten Worte: .und werden Jene Atwpräebe aAch ron jedem einsichtigen and billig denkenden Christen־ e> tachnld ig t werden* — sind nicht, wie dort •ngemerkt, ▼0■ der Bedaction d. Bl., sondern rühren vom Autor, Herrn Rabb. Dr. 8tier, selbst her; es waren einige andere Sitze, die wir-(«mildert resp. gabt hinweggelasnsn hatten. (Red.) Berichtig■■( ln meinem Aufsatz .Die Rabbinersynode zu Erfurt muae es in dem ersten Artikel statt Harburg heissen: Neustadt bei Wien, und in dem zweiten Bliedenhof statt Blin• denhof. Zeile 26 Ton unten auf 8. 115 lese man: .zu wenden* statt des irrthümlichen .zu werden*. C. Taraatwcrtbehcr Radaetear Dr. Raiair i»Magdeburg. Druck ▼on H. Horbach in liarby. Verlag ▼on Robert Priese in LHpaig.