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Das jüdische Literaturblatt · 1882-07-26 · No. 30. (26.7.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 30. (26.7.1882)
Date
1882-07-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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‘3-*-' ד'.,-" --,.מ־- r ן Herausgegeben f -י Zer Mwcttu! aller 1>1h- Zieler «er «mkZ|l(a Li. thui 04 Ma Mntala «!—<■». wlaZs dar ttadaett— IHweili l ImHitaii■ ■■f Rabbiner Dr. Moritz Rahmer., ■!•ס« •rta, Mai 11 «MB »Mm der PlülM0*ht«. -- n» ■eOHaaeadag vea ■ w I •!»(taOrWaUlU, Zxeqee, Honllattk, Lltnrglk, PUageclk. Magdeburg, SO, Juli 1S8Ä. aaek Irwlha. L «.Weekeaeefea Dm )!JÜlMlw Ut«rst«rklattu eraebeint wöchentlich in einem halben Bogen; Frei• bei allen I 0* Leipsig bei Robert Frieae)pro Jahrgang: 8 Bk. Abonnenten der ״IeraelitüchenWochenachrift" (die vierteljihri. bei allen FoetaaeteltM ad Bnehbadlnngen 8 Hk. kostet) erhalten dM ,Jttdieche Literatnrblatt" gratis. — Ineerete werden mitlb Pt Ar die drei(•- rtene PeÜUeile berechnet nnd aasschliessHch entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Kxpedition ron G• T- Dnnhe 004 Frankfurt a. M״, Magdeburg, Berlin, Bambarg, Cöin, Manchen, ZBrich, Wien, Paria lnbalti Wissenschaftliche Aafiatae: Ein neaer, wiseeneehaftlicher Commentar so den Midraschim. — Voltaire nnd die Joden. — Machtrag ca den Artikeln: Christenthnm nnd ittd. Presse. Literatnrberieht: Recensionen: Iggereth Baal• Chajjim, Abhandlang Iber die Thiere von Kalonymoe ben Kalonymoe oder Reehtastreit »wischen Mensch nnd Thier ▼0r dem Gerichtsbofe des Königs der Genien, ein arabisches Mkreben nach Vergleichung des arabischen Originals ans dem Hebrlisehen ina Deutsche übertragen. Motiaen. •ar am veiler QaeNenaagabe geetattet. Ein neaer, wissenschaftlicher Commentar za den Midraschim. Die Mid rasch-Literatur, weiche innerhalb des ersten Jahrtausends, nach der Zerstörung des zweiten Tempels sich bewegt, wurzelt im Leben, im vollen, pulsirenden und vtechselreichen Leben der Gemeinde und des jüdisehen Volkes, und nicht in der abgeschlossenen Schule oder im Lehrhau3e, das vom Geräusche des Alltagslebens wenig beeinflusst ist. Sie will zunächst das Volk belehren, befriedigen, erziehen, trösten, aufmuntern und aneifern, die Prüfungen der Zeit auf sich zu nehmen, dasselbe durch die Verherrlichung seiner Vergangenheit und seiner glorreichen Vorfahren über die Noth und das Elend des Tages erheben und durch färbenreiche und glänzende Bilder seiner Zukunft aufrecht erhallen und mit immer neuer Widerstandskraft ausrüsten. Diese Kunst, ein ganzes Volk nämlich gegen Mutlosigkeit zu schützen und den kalten Armen der Verzweiflung zu entreissen, übt sie mif; unübertroffener Meisterschaft. Personennamen, Ortsnamen, Thiernamen, ein altes Gesetz, das ausser Geltung gekommen ist, eine schlichte, biblische Erzählung, an welcher die meisten Leser gleichgütig vorübergehen, ein grosser, ein kleiner, ein fehlender Buchstabe, kurz Alles, was mit den Grundbüchern des JudenthunSs verknüpft ist, wird unter ihrer Meisterhand zu einer Quelle, welche die Gemüther erfrischt, zu einem Feuer, das die Herzen erwärmt, zur Stütze für die Wankenden, zum Tröste für die Bekümmerten und zur Stärkung für die Schwachen. Diesen Gesichtspunkt muss man immer vor Augen haben, wenn mau die Schriften der Midrasch-Liierattft verstehen, würdigen Und gerecht beurtheilen will. Sie reden alle die Sprache des Volkes, wenden sieb an die Phantasie, das Gemdth, die Anhesauungsweise nnd die Bedürfnisse demselben, sie reden aas ihrer Zeit heraus und für ihre Zeit; sie reden in Sprüchen, Gleichnissen, Erzählungen, Mährehea, Legen• den, und benutzen den im Volke verbreiteten Glauben, um ihr höchstes Ziel zu erreichen: Trost zu bieten, Math eiazufiös8en und die Hoffnung auf den Eintritt besserer Zeiten zu nähren. Das Verständniss dieser Literatur ist viel schwieriger als die sachgemässe Erklärung gesetzlicher, ritueller, haiachischer Werke. Im Midrasch kommt die In-, dividualität des Vortragenden Lehrers zum Durchbraebe, bewegt sich der Geist freier und ungebundener, mschen Zeit- und Örtsverhältnisse ihren Einfluss geltend, ist die Sprache nicht die der Schule, nicht an bestimmte logische und dialektische Formeln gebunden, sondern der Kunst und dem Talente des hagadisebeo Redners überlassen, daher individuell gefärbt. Ohne der Ungerechtigkeit oder der Undankbar keit geziehen zu werden, darf man die Behauptung aussprechen, dass wir noch keinen einzigen Coauneatar zu irgend einem Midraschwerke besitzen, der den Anforderungen der Wissenschaft genügte. Denn ein wissenschaftlicher Commentar zu einem Theila der Midrasch-Literatur muss die sprachliche, historisehe, biographische, antiquarische and exegetisch-homiletische Seite des Midrasch- Textes erläutern und in das rechte Licht stellen. Das sprachliche Gut des Midrasch ist, mit Ausnähme der Fremdwörter, die in ihm Vorkommen, kaum noch zum Gegenstände philologischer Studien gemacht, worden. Hier handelt es sich nicht um das richtige Verständniss der einzelnen Worte, sondern am die riebtige Erkenntniss der Redeweise,' der ׳eigenthttmlichea Bilder, Ausdrücke und Wendungen. Ohne Erforschung des geschichtlichen Details, sowohl des speciell jüdischen, wie des allgemeinen nichtjüdischon, das mit dem Ausspruche eines Hagadisten zusammenhängt, bleibt der midraschische Vortrag . unverständlich. - Die Persönlichkeit des Redners, deren Lebehsschiekscle, Lebensstellung und Lebenserfahrungen, mtlseea sehr, oft in Anschlag gebracht werden, wenn man seinem Voc- & ■% 1־

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