Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 28. (12.7.1882)
- Date
- 1882-07-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5367336-6488244-8755981--2124-4855357- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
r \ Herausgegeben \—*־־ -O 1 Zar Belenehtang aller Jadenan ■M trnimm betreflndan von MSher der elasehttglgen U. ׳ terelar, eretohe.de* ■•da•«•• j dea OeMete der Philosophie, Rabbiner Dr. Moritz Rabiner. «ngeeeedt werden, Inden in dleacw Blatt» ctngch.t«aprash 1 ■ geschieht*,Eihnesrsphlc,The- ־־—״- '}*« ׳1 1 ■<-- — smc.BslKtnssndnngveerwe'1 ■ ן ele»t»10rtentsHe, Exegese, Ho- Rsccneloascxcwpiarcn srtMgt : ' Bilstlk, Litargik, Pädagogik. V 1 J Magdeburg, lä. Jnll 1883. anek Brwkha. L'd.Weeheanhr.! 1 _1* Da• nJttdlMhe UtwatwMalt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Prei* bei allen L Leipsig bei Robert Fr lese) pro Jahrgang:® Mk. Abonnenten der ״liraelitischen Wochenschrift* (die Vierteljahr!, bei 1 and Bnehhandlungen 8 Mk. kostet) erhalten das: ״Jüdische Literatorblatt" rrstis. — lawwrekt« werden mit i5 Pt für die׳ •paltene Petitieile berechnet and ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annancen-Expedition von G. SiCo•! Frankfurt a• M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, Mönchen, Zürich, Wien, Paris. 1 n ls ss I *1 Wissenschaftliche Aufsatze: ״Christentham und jüdische Presse.“ II. — Die Rabbinersynode in Erfhrt 1391. Von Babbinsr Dr. J. Caro. Literatnrbericht: Recensionen: Oppenheim, Joach. תולדות המשנה. Zur Geschichte der Mischna. — Rede, gehalten in ’ der Generalversammlung der ״ftederlandschtj afdeeling* der Alliance Israelite universelle za Rotterdam. -■ ׳ — Mnchdrnck aar mit veiler QseMeeangabe gestattet. ״Christenthitm and jüdische Presse.“ 11. Nachdem wir in voriger Nr. in dem offenen Sendschreiben au Hm. Prof. Franz Delitzsch von t h e o - logischer Seite Protest gegen die eigentliche Substanz der gegen das ״Literaturblatt“ erhobenen Anklage eingelegt haben, lassen wir nunmehr eine Beleuchtung der ganzen ׳Angelegenheit aus der Feder eines gewiegten, vött Liebe filr das Judenthum erfüllten Juristen, des Herrn Rechtsanwalt M e tz in Bielefeld, folgen, der in mild-versöhnlicher Form die Lehreh, die sich aus dem ganzen literarischen Zwischenfall fjür beide Theile ergeben, zieht. Wir acceptiren sie —I bis auf einige in den Noten niedergelegte divergirendjen Ansichten — unsererseits bereitwilligst und empfehlen sie allen unseren gesch. Mitarbeitern aufs Eindringlichste. (Red.) Keinem ernst und religiös denkenden Menschen, am allerwenigsten einen Juden, darf ein Wort des alten frommen Delitzsch gleichgültig ^ein. Es ist ein hartes und strenges Urtheil, welches!derselbe in der oben bezeiebneten Schrift nicht übel ,die jüdische Presse‘, sondern über einzelne Organe derselben, insbesondere aueb Uber das ״Jüdische Literaturblau‘1 fällt. Auch in diesem seinem strengen Uriheile verläugnet der ehrwürdige Theologe seine Gewissenhaftigkeit und vor Allem die Liebe nicht, die er fi|r Israel im Herzen trägt. Dies bezeugt schon der erste jSatz der Vorrede: ״In tiefster Seele unsympathisch! ist mir jener Antisemiti8mu8, welcher nur für die (Schattenseiten des jüdischen Volkes offene Augen dessen Tagenden.“ Auch in der Schrift selbst vefwahrt er sich auf das Entschiedenste gegen jede Judenfeindlichkeit, namentlieh g^en jede ,Verallgemeinerung der von ihm im Kwselqen ,vo^gebrfchten Anklagen. Einen 8Qlct)?a Tadler dürfen Wir ans gefallen tjassen, twizih ,wenn Min Tadel materiell ungerecht Würde, denn,, wie und nicht für das Motto der Delitz’schen Schrift lautet: ״Trcfl gemeint sind des Liebenden Schläge.“ Die wesentliche Anklage des Verfassers geht dabin, dass mehrfach in der jüdischen, dh. in der roa Juden für Juden und für spezifisch jüdische Zwecke und Interessen geschriebenen Presse das Christenthum und dessen 8tifte£ verhöhnt und geschmäht, odqr dass wenigstens in unpassender, das christliche Gefühl ▼erletzender Weise von demselben gesprochen wurde. Ich bin nicht in der Lage, die Richtigkeit der Sämmtlichen Citate oder auch nur eines erheblichen Theiles derselben prüfen zu können und glauben nach einem Manne, wie Delitzsch gegeuübcr, einer solchen Prüfung überhoben׳ zu sein, indessen kann es auch ihm leicht passiren, dass er von einer unrichtigen Auffassung ausgebt. Dies tritt gleich in der Vorrede hervor. In derselben beklagt er sich über Seite 8 d^s Jüdischen Literaturblattes von 4882, wo nach seiner Angabe ״Die Mission des Christentums als zum ,Abfalle von dem eipeu wahren Gotte verlockende bauernfangerische Seelenfängerei verschreien sei.“!. Allein von allem djesen ist an der gerügten Stelle nicht die Rede. Es handelte sich um die Recension einer ßebrift: ״Warum treten wir nicht in d*9 Christenthum ein? Von einem Juden.“ In dieser sehr kurzen and abfälligen Reoen^ioa wird gar nicht von der Mission des Christentums gesprochen, noch weniger dieselbe eine Bauernfäjfgerei genannt. Der Recensent rügt nur, dass offenbar ein Christ unter der angenommenen Maske eines Juden die Juden zum Christentbume zu bekehren versucht und nennt diese Fahrt unter falscher Flagge eine Banemfängerei. Mit dieser Characterisirung wird •ich jeder ehrliche, einen Betrug verabscheuende Mann einverstanden erklären müssen^ wenn ihm anch der ▼ulgäre, obgleich allgemein gebräuchliche Ausdruck ״Bauernfängerei“ vielleicht nicht salonfähig erscheinen möchte. ln diesem Falle^hat also Herr Professor Delitzsch Unrecht;*) im fiebrigen mag er vielleicht zdm *) Auch Wasa andern Blatte bat er Unrecht getliee. Die in Cincinnati erscheinende, Deborah* *raucht ans am Aufnahme fal-