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Das jüdische Literaturblatt · 1882-06-28 · No. 26. (28.6.1882) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 26. (28.6.1882)
Date
1882-06-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Herausgegeben TOD Rslbbiner Dr. Moritz Ra 11 in er. Sar ntmltai 1Un;14« an ni J>4w bctrcffndea IMmriaak. KraeMBUgca *■( MHbU dar PkUoaopbl•, eaaaU«kte,Ktkaornphle,Tkr- ■>Hlt,Orle»t»Bi, beien, Ho- ■Batfll, Liturgik, Fkdmgoglk. Blaker der ehuekUglgea 14• taratar, wataka dar «ageaaadt werdaa, M■ t» SitanMlIlattn 1da[nk kaoai amg. BalElaaaaaaagraa »wal >laa akkl Dm nJttdlaeke Llteratarklatt“ erecheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen BaaMnadtaafM Qg Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang:8 Uli. Abonnenten der israelitischen Wochenschrift" (die viertel] ihrL bei allen Posta aatsltea and Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literatnrblatt" gratis. — Inserate werden mit 25 Pt für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annonaea-Expedition ron G. 1^. Danhe Sc C0a Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris.! lahalti Wissensehaftliche Aufsätze: Religion und:Wunder. Von Dr. H. Hirschfeld, Rabbiner in Gleiwitz. (Schluss.) — Tosefta in ihrer Bedeutung für die Wissenschaft, ▼ortrag des Oberrabbiners Dr. Zuckermandcl in Trier. (Schlifaa.) Literat urbericht: Reeensionen: Lichtenstein-Anageton, Edm. Den Manen Auerbachs. Unter Mitwirkung •der herrorregendsten Schriftsteller. Zn Gunsten der russischeh Jaden. Hotizen. — Inserate. Nasfckaefc nur mit ▼•Iler Quellenangabe׳ gestattet. Religion and Wunder. Von Dr. H. Hirschfeld, Rabbiner in jGleiwitz. (Schluss.) Bie Wundrr der Weltleituug Auch die andern Wunder, die im,1 Offenbarungs- Glauben in der Schrift erzählt werden,! die zur Anerkennung der Weltleitung des freien, geistigen Gottes innerhalb der Gesetzmässigkeit der Natur sich vollzogen haben, und die Anerkennung ein^r höhern, göttliehen Macht der freiwilligen, waltenden Gnade und Liebe bewahrheiten und beweisen sollen, entsprechen ganz der angegebenen Bestimmung ujid dem dargestellten Zwecke. Sie thun dar und bekunden, dass die göttliche Allweisheit und Vorsehung innerhalb der Natur und mit natürlichen Kräften die [Bosheit bestraft, wie bei den Plagen in Aegypten, der!Bedrängten und Unterdrückten sich annimmt, wie bei der Erlösung Israels, in Getahren errettet, wie beim Durchgang durch das Meer, die Darbenden speist und ßrnährt, wie in der Wüste mit dem Manna, die Kranken heilt, wie die von den Schlangen Gebissenen, uiuj höhere Zwecke anstrebt und erreicht, dass sie, um den Menschen die Gnade einer liebenden VorsebuDg zu zeigen, um sie zu belehren und der Belehrung Eingang zu versebaffen, und sie zu bekräftigen, auch die!Propheten begeisterte and unterwies, und durch 6|e Wuaderthaten vollzieht und die Zukunft ▼erkundet. Alle diese Wunderbegebenheiten haben sich im Wege und in den Prozessen der Natur wie in Elementarereignissen, Hei• lungen and Ahnungen, zugetragen, qur dass die wal• tenden Kräfte bald erhöhet, bald vermindert wurden. Es wurden mit ihnen höhere Ziele erreicht, und was mit and in den Naturkr&ften. nie angestrebt wird, näm• lieh geistige.Fortschritte zu verwirklichen and Wahr¬ 1 beiten zu erlangen, das wird durch sie erreicht. Ba stellt sich dadurch gegen die Erfahrung und die hen* sehende Ansicht die W ahrheit heraus, dass auch im Laufe der Natur eine gütige Vorsehung waltet, und Liebe und Gnade nach dem freien, göttlichen Willen, durch seine Allmacht ohne Wuaderthaten sich bewährt. Die Naturkräfte werden dabei nur zu höhern sittlichen Zwecken und zur Erkenntniss und Beglaubigung der religiösen geistigen Wahrheit verwendet und aagewendeh Vie eigeatlleke■ Iwecke. Doch um diese Wahrheiten nur kund zu geben, und Uber den wahrhaften geistigen Gott die Menschen zu belehren, wenn weiter nichts als das theoretische Wissen dadurch verbreitet worden wäre, würde die; ser ganze Apparat-der Religion mit ihren Wundern doch nicht erforderlich und wohl auch nicht ins Len ben gesetzt worden sein. Denn es wäre doch ohnehin Alles so geschehen, wie es geschieht, auch wenn die Menschen es nieht wüssten. Die freiwillige göttliche Allmacht und Allweisheit eines geistigen Gottes hätte das Weltall ins Leben gerufen, und es in Liebe and Gnade erhalten und geleitet, und mit den Naturkräi• ten Gerechtigkeit geübt, ■der Unterdrückten sich enge* nommen, die Sittlichkeit, gefördert und das menschr liehe Lebep veredelt und vervollkommnet. Ob die Menschen das aber, erkennen, wäre im Gänsen gleichgiltig; Gott gegenüber ist es doch gleich, ob'die Mensehen ihn als absolute Nothwendigkeit oder als freiwilligen Gott wissen und glauben, und seine Weltieitung sich denken als Ergebnisse der unabänderliche■׳ Allweisheit oder als Acte der Liebe, Gnade und Gerechtigkeit. Die Religion muss mit ihren Wahrheiten und Lehren nolhwendig eine höhere Bedeutung für das Labe• haben, und einen unentbehrlichen Einfluss auf den Menschen üben. Und 80 ist es in Wirklichkeit. Ja, man kann sich .kein menschenwürdiges Dasein denken, ohne die Erkenntniss solcher religiösen Wahrheiten. In der unfreien Nothwendigkeit, die aus der Allwei*־ heit and der verwirklichten Allmacht sieh ergibt, und bä welcher es anders nicht geschehen kann, ist Alllat and auch das menschliche Leben ganz exact genau berechnet und. wie in einem Fatum prädestiairt, von -:-•Sf -'־it Vi i

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