Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 24. (14.6.1882)
- Date
- 1882-06-14
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 96 — ייי זיוי!*וווןןייי*י8יי*ממייממן r- ־־*& & . Liquida statuirt bat, gebahrt der Heroetrutaa Rohm, mit •einem 1962 erschienenen ״Judenspiegel* den Reigen der Jadenhqtzliteratur unserer Tage eröffnet au haben. Nicht -beipflichten können wir der 8. 26 aas- & . gesprochenen und achon vielfach widerlegten Behauptung, dass sich die grossen publicistischeu Organe Ber* Uns in den Händen der Juden befinden. Der Herr Verf. hat sich in eingehender Weise mit den zu einer umfangreichen Literatur angewachsenen Eneugnissen der schmachvollen Bewegung unserer Zeit beschäftigt, und bietet uns in obengenannter Schrift eine treffliche rückblickende Ski/.ze, von der wir wünscheu möchten, dass sie auch in deutsche Sprache abersetzt, den weitesten Kreisen zugänglich gemacht werde und segensreich wirken möge! Presse ■ndJadentham. Von IsidorSinger. Mit einem Briefe von Mr. L. Oliphant’s an den Verf. Wien 1882. Verlag “der Buchhlg. D. Löwy. 163 S. Dieses neneste Werk des durch die Bisinarkklage rasch bekannt gewordenen Verf. behandelt einen der tiefgreifeqdsten Krebsschäden in der Judenheit: die äuskserst winzige Unterstatzung der jad. Journale von Seiten unserer Olauhensgenossen. Der Herr Verf. weist vergleichsweise auf die Eocyclica Leo XIII. vom 15. Februar 1882 hin. worin der katholischen Christenheit an’ä-Herz gelegt wird, in ihren, •beziehentlich neu zu grandenden Pressorganen ihre Interessen allseitig zu vertreten F0r diese Idee vom jüdischen Standpunkte aus, tritt Herr Sipger energisch in die Schranken. Sein Werk zerfällt in folgende Theile: 1) Allgeai Einlei- W'* tung. 2) Die Presse, die Erweckerin des Bewusstseins des Judenthams, 3) als Förderin der Einigkeit in Israel. 4) als Mentor in der jad. Gemeinde, 5) als Herold des begeisternden Wortes in Israel, 6) als öffent*. liehe Lehrerin des Judenthums, 7) als die Förderin des Studiums der jüd.'.Literatur und der hebr. Sprache, 8) als Trägerin der Cultur za den Juden des Glans. 9) Schlussbetrachtangen. 10) Anhang: Ueberblick aber sämmtliche jad Zeitschriften. . * Aus jeder Zeile des genannten Werkes strömt dem Leser der Hauch warm pulsirenden, echt jüdischen Lebens entgegen, und sprechen wir die Erwartung aus, dass viele unserer Glaubensgenossen durch die LeetOre des Singer’schen Buches aus ihrer Apathie aufgerüttelt werden und sich angeregt fllhlen mögen, etwas mehr als bis jetzt für die Förderung jüdischer Blätter za thun. 8p. Karrein, Dr. Adolf, Rabbiner und Prediger in Linz. Maggid le-Adam. Die Menschenlehre des Judenthums. Wien 1882. Selbstverlag. Vor 2 Jahren besprachen wir in diesem Blatte die unter dem Titel ,Maggid Mereschith“ erschienenen Reden des Autors. Vor einigen Tagen erschien von demselben, von dem erhabenen Ideengehalt des reinen Judenthums durchdrungenen Redner eine zweite, dem Schwiegervater des Herausgebers, Dr. L• Löwe, dem in den weitesten Kreisen als begeisterten Anhänger des Judenthams und bedeutender Gelehrter bekannten Sekretär Sir Moses Montefiore’s und Rectors des «Lady Judith Montefiore’s theologs eal College* in Ramsgate und desse□ Gemahlin (geb. Silberstein) gewidmete Serie. Die ,Menschenlehre des Judenthums* behandelt in geistreicher Weise die bedeutendsten Er- ■cbeiaungen der menschlichen Gesellschaft nach den Priacipien des Judenthums. Der Redner, dem eine tiefe literarische Bildung, reiche Kenntniss des jüdisehen Schriftthums und eine treffliche Rednergabe zu ר Gebote . steht, bat auch in diesen seinen Reden, als würdiger Jünger Jelliueks, dem er ,als dem wohlverdienten Meister der Rede und der Redner“־ die erste Serie gewidmet hat, mit grosser Vorliebe die Bagadah benutzt and ist'dieses Vorgehen gar vielen anserer jüdischen Prediger, die jenen unerschöpflichen Born jüdischer Weisheit noch immer zu wenig zu Rate ziehen, aufs Wärmste zu empfehlen. —r. Notizen. 1) Eine jüdische Garnison im Tower von London. ln seiner im Jahre 1821 erschienenen ,Geschichte des Towers von London“ erzählt Johann Baylay wie folgt: ,Als im Jahre 1265 der Earl von Gloucester den päpstlichen Gesandten Otto zur Uebergabe des Towers aufforderte, weigerte sich dieser, der Aafforderune nachzukommen. Die Garnison, von einer grossen Anzahl Juden anterstüzt, denen es gestattet war, zur Zeit der Judenverfolgung daselbpt Zuflucht zu nehmen, leistete einen langen und erfolgreichen Widerstand.“ Dies ist wieder ein schöner Beweis von einstiger, wahrer christlicher Liebe einerseits, und anderseits, dass die Juden oft bereit waren, für ihre Wohlthäter und Beschützer ihr Herzensblut hiazageben. Harrow, Mai. Ch. 2) Als Nachtrag zu meinen früheren Erklärungen des עגל als Phallus (1881 No. 9, 12, 15) verweise ich noch auf Hos. 13, 2. I. Röm. 19, 18. Der Ausdruck ״ עגל חסקוןdas Kalb küssen“ hat keinen Sinn. Offenbar kann hier nur der buhlerische Götzendienst der Heiden gemeint sein, welcher sich an den Phallusdienst des ägyptischen Apis-Stiers knüpft und von den Israeliten wiederholt nachgeahmt wurde. R.—A. Das Jnrikeft der Monatsschrift ״Uf 4er Iahe“ bietet wieder manche angenehme Ueberrasehung. Vor Allem werden wir mit einem neuen italienischen Novellisten d. Verga bekannt gemacht, dessen sizilianische Geschichte ,Die Wölfin“ von der Kraft, Frische und Originalität desselben Zeugniss ablegt. Carl Bus, der bekannte Berliner Ornithologe, behandelt ein bisher wenig beleuchtetes Thema, ״lie färb» 4er Ysgel״, und giebt uns in seiner eben so wissenschaftlichen als allgemein verständlichen Weise sehr interessante Aufklärungen über dieselben. Ausserdem bringt das Heft ein sehr hübsches Gedicht von 1. Sei4el (Berlin), eine treffliche Abbandlang von Th. Stromer (Leipzig), ,Ueber den Stil*, den Schluss der Novelle ,Die Bregenzer Klause* von I. Liagg, des L Theiles der ,Dame Carcas* von Eieal- Iler, der Abhandlung Aabe’s über Trajanus Decius, die Fortsetzung des spannenden Romans ״Frau von Soldan“ und eine Reihe interessanter kleiner Artikel von: Veraer (Paris), ״Ueber Chanel“; Zacharias, ״Darwin“; Lehaaaa (Berlin), ״Wildenbruch und die Berliner Kritik“; Giaeaeu (Barcelona), Ueber Fastenrath“; leie■ Zla ■era (London), ״Die Frauenfrage in England“; K. Ba4e, ״Hamburg“; Jalta, ״Pariser Rennen“. Als Supplement briagt das Heft den Artikel ״Die heutige Lage in Europa.“ 25401 Soeben etföten unb ifl bur$ sie um terjeic^nete 8u<$&anblung ju bejietjen: ספר מנחת עזבת. entfjaltenb: Zeit unb Uebetfelpmg bet Flrke Abatla nebft einem galt) neuen brbiftttgen Kommentar unb ttner beut{$en ®rtlärung oon J. Heims■ Car•,. St a b b i n e r. ^itriä SK. 3. grontfurt a. SÄ. 3« Aaafftttamt. V•nmtwcrtlicher BsiseUar Pr. itshmer in Msgdsbarg. Druck ros K. H[orb s«h in Bsrby. Varlsg ▼oa&obsrt Friss• נ■ Lsipzig.