Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 23. (7.6.1882)
- Date
- 1882-06-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/5367336-6488244-8755971--2099-4855337- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
So. *3. Dm Jahrg. Zar BelfMhtiBf tlln Jade■- _ tkui aad Jadea betretende■ Uterartack. Kraekelaangea an( dem Gebiete der Pklloeopkie, Qeeelllckte-Ktkae|fraphle,Theei ogie,Orleatella, Kxegeee, Ho- '■ülatlk, Lltarglk, Pädagogik. Herausgegeben f -י i v .. Bieksr Ser elasekllgtgea LI- 1 von teratar, weleks Ser BeSaeW«■ ־! Rabbiner Dr. Moritz Rabiner. zageaaadt werde■, tadsa ka dtoeewBlatSe rlagsk Bseprtak — -M-—«J-— aag. BelKlaseadaag ▼oa 1 w e 1 1 Beswlnasexatsplara■ «cisigt Maxilebura;, 7, Juni 108Ö. aack Erwdka. L d.Woekeaeekr. Da* ״J&dtnebe Llteratarblatt*‘ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen BaokhMdaafM Qa Leipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang:81fk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" (die ▼ierteljdhrl. bei allen Post&nstaltes and Bnebhandlangen 3 lfk. kostet) erhalten das ,Jüdische Literaturblatt“ gratis. — Inserate werden mit 25 Pt für die drei gespaltene Petitzeile berechnet und ausschliesslich entgegengenommen durch die Central-Annoncen-Expedition ▼on O■ TDaube Ä Oo., Frankfurt a. M , Magdeburg, Berlin;־ H ambarg, Cöln, München, Zürich, Wien, Paris. ' >1 Inhalt) Wissenschaftliche Aufsätze: Religion!und Wunder. Von Dr. H. Hirschfeld, Rabbiner in Gleiwitz.!(Fortsetzung.) Li terat nr beric h t: Recensionen: Kohn, David. 1) 0׳ מחקרי קהלת כן דוד n. s. w. -2) ם׳ דבר אסתר והוא מבוא למגלח אסתר — Coiiins g. w. ספר השהם דקדוק לה״ק וספר השרשים חברו ח משה בן ר׳ יצחק הידוע ־ ־ מ טדנת אינגלסירא. — Singer, Isidor. Berlin. Wien und der Antisemitismus.! Notizen. Nubdrack nur ■it ■’•Iler Quellenangabe gestattet. Religion und Wunder. Von Dr. H. Hirschfeld, Rabbiner! in Gleiwitz. (Fortsetzung.) Gott in der Jiatar. Als einheitliches Wesen fasst det! Geist die unend• liehe und unermessliche Fülle der mannigfaltigen und verschiedenen Gebilde, Erscheinungen uad Begebenheilen in einen einheitlichen Begriff zusammen im ״All“, und wie fort und tort Eines! aus dem Andern hervorgeht, sich gestaltet und entfallet in den einheitliehen Begriff ״Natur“. In der Najtur sind die fortgesetzten und fortlaufenden Ursachen! die ihre bestimmten Wirkungen haben, zusammengefasst und gedacht. Die Ursachen als solche werden aber wiederum einheitlich als Eine zusammengehalten; die in allen die alleinige Ursache ist, und also die!erste Ursache, der Urgrund aller Dinge. Es ist die^1 der Gottesbegriff, der im menschlichen Geist auftaucht, Gott in der Natur. Nicht aus der Natur bildet er sich heraus; sie in ihrer Mannigfaltigkeit bietet picht die Mittel ihn zu erfassen und in uns zu erwecke^; er ersteht vielmehr in dem Monismus unseres Geistes, als der Einheitsgedanke des Alls und der Natur, des Bestehens und des Wirkens. Die Eigenscbajften, die wir ihm beilegen, mit denen wir ihn bestimmen und bezeichneo, in seiner Erkennbarkeit und!Wirklichkeit definiren, entnehmen 'wir wieder aus der Beschaffenheit der Dinge, die sich in ihren Einzelheiten uns manifestiren, die wir wahrnehmen und erkennen. Wir erkennen nun vor Allem darin die Allwei^hejt, die sich kund gibt, wie da Alles aufs Beste und Zweckmässigste znm Bestand and zur Erhaltung der Wesen, zum Ge-, (leihen and zur Wohlfahrt des Lebens hergerichtet ist; ferner die Allmacht, die'in der Unendlichkeit undUn ermesslichkeit sich darbietet, wie die Allweisheit, dareh sie sich auch verwirklicht, wohl endlich auch die Allgüte, die sich nach der menschlichen Auffassung im Allgemeinen in dem All verkündet, wie sie Leben and Gedeihen, Freude und Lust den Geschöpfen gibt aad bereitet. Der Gott in der Natur wird darum als allweise, allmächtig und allgütig und wohl auch mit noch andern Eigenschaften von uns bezeichnet ק wie wieder auch nach andern Erfahrungen der Menschen in ganz anderer Art, oft als hart, grausam, neidisch nnd selbst• süchtig und launig. Und je nachdem Verschiedene Erfahrungen sich widersprechen und nicht einheitlich sich zusammenfassen lassen, werden verschiedene Gottheiten als einheitliche Begriffe subslitairt. Aus dem Monismus geht durch solche Erfahrungen der Polytheismus hervor. Der Monotheismus in dem einheitliehen Geist begründet bleibt das Grundprincip des Gottesgedankens, das sich in den verschiedenen Erfahi ungen zum Polytheismus gestattet und entfaltet. Gstt der Geister. Der Gott der Natur, durch diese ira einheitlichen Geist offenbart und kund gegeben,, ist aber nicht de?־ wahrhaftige Gott, den wir als Menschen bekennen', rerehren und anbeten. Seine Allweisheit inhärirt ihm, gehört zu seinem Wesen, und stellt sich in ihm unabweislich von selbst dar; wir können sie nicht preisen, verherrlichen und bewundern; sie ist das selbständige Ergebniss der höchsten Weisheit und kann nicht anders sein, nicht anders" stimmen. Die Allmacht ist darch die Weisheit beschränkt und gebünden, kann nichts Anderes schaffen und hervorbringon, als was die AU- Weisheit geeignet und entsprechend findet and festsetzt. Und-die Allgüte kann bei dem Widerstreite der Eiemente uhd im Ringen und den Kämpfen ums Dasein nicht für alle sich gleich bewähren/ An den-Gott der Natur kann man sich nicht wenden, ihn nicht anäehea und anrufen. Er ist, wie die Griechen ihn sich dachten, die Ananke, die Nothwändigkeit, wie sie in ■einer AU• Weisheit genau und unabänderlich bestimmt ist, oder die Tyche, der Zufall, der in seiner Allmacht es so setzt und geschehen lässt, von dem nicht abgawiehea werden kann, oder endlich die Styx, die Unergrflod* lichkeit, die im Verborgenen Alles so an ordnet nnd