Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 22. (31.5.1882)
- Date
- 1882-05-31
- Page
- Seite 88 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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eingehenden Erklärungen aber den Ursprung dersel• ben, Namen und Zeichen der Accente eine Reihe von klaren, einfachen, zutreffenden Gesetzen aber, die Dichotomie auf. Er unterscheidet eine compjete, generelle, partielle, logische, syntactische, Dichotomie und zeigt nun in ganz genauer Weise die Gesetze, welche in der Anwendung jedes einzelnen trennenden Accents and der zu ihm gehörigen verbindenden in Anwendüng kamen. Das Ergebniss dieser Behandlung liegt einmal in einer sehr präcisen Formulirung der Gesetze und ihrer Ausnahmen, in einer fast statistischen Ge• nauigkeit der Beispiele und einer Beleuchtung der masoretischen Accentuation, deren Richtigkeit an einzelren Stellen nicht ganz zweifellos erscheint. Schon Baer hat eine Reihe von Correctureu vorgenommen, die sich bei unsern Druckern nothwendig gemacht habep. Aber Wiekes geht etwas freier und Scharfer vor, weil ihn das.Pietätsgefttbl des Baer zurückhielt, nicht einschräokte. Üeber mehr alsr 100 BibelsteLlen verbreitet der Verfasser ein neues Licht und schlägt auf Grund von Manuscripten eine grosse Reihe von Accents* Verbesserungen vor, welche Baer entweder nicht vernehmen wollte, oder übersehen hat. Eine grosse Zahl von den vorgeschlagenen Correcturen sind allerdings nicht nur durch Mscr. zu stützen, sondern in Wirklii'hkeit der Regel entsprechender. Bei einem neuen Commentar der 3 poetischen Bücher werden daher diese Correcturen mit zu besprechen sein. Andere Correcturen aber erscheinen mehr als Ausfluss einer subjectiven Auffassung des Verfassers resp. des Accentators und weniger-als Consequenz seiner Regel; z. B. auf 8. 36 die Stellen in P8. 42, 9; 71, 3; 93, 5. Auch selbstständige, von Manuscripten nicht unterstützte Correcturen schlägt er vor, auch hier mehrfach' sehr 8ubjective, z. B. S. 44, bei den Psalinworten 89, 48: וכר חלד TO אני, die Verfasser durch eine Caesur hinter וכר treTfnen will. In vielen Fällen scheint Verfasser riehtiger als Baer zu accentuiren. Die Anmerkungen fast zu jedem einzelnen Tongesetze oder einer seiner Ausnahmen zeugen von der Gewissenhaftigkeit,. mit weleher Verfasser die Quellen berücksichtigt und geprüft bat. Wir können das Buch unserer unmassgeblicben Meinung nach für eine ausgezeichnete Arbeit erklären, die um so anmuthender ist, als ihr Verfasser trotz seiner freieren Stellung und schärferen Consequenz das Urtheil fällen muss, dass die Accentuatiän selbst ein 'grossartiges Werk mit feinster Präcisiön ausgeführt und die Masora eine treue Ueherlieferuhg' desselben sei. Jedem Freunde der alttestamentl. Literatur sei dieses Werk aufs Wärmste empföhle{!, als Studie wird sie jedem Lernbegierigen grosse Dienste leisten. Der angehängte arab. Text ist historisch interessant. Lengsfeld. _ Kroner. Notizen. 1) In Ritters Erdkunde XV. Theil, I. Abth. (2te Ausg.) S. 351,Je8en wir: ,Der wilde Eber ist der grösste Zerstpier der Gerstenfelder, 8ch’air Arabi, die gemeine Gerste die überall in Palästina wächst;׳ daher die Araber vielmehr die sogenannte Sch’air Chepchaby od. sechs• zeitige Gerste aussäen, weil diese von den wilden Schweinen nicht berührt wird.“ Obige Noliz lässt sich meines Erachtens treffend zur Erklärung des Ausdrucks Ruth •III., 15 וימד שש שעורים verwenden. Die Commeiitatoren und Uebersetser fügen ohne weiteres das Wort סאה, Maas hinzu; ebenso bezeichnet Fürst ins H. W. Buch sub voce שערה das Wort סאה oder איפה als ausgefallen. Der * Talmud, ßynhedrin fol. 93, will die Ellipse niefat gelten lassen, weil das Gewicht von 6 סאה die Tragkraft einer Frau übersteige; noch yiel weniger könne es 6 Gerstenkörner bedeuten, weil das keine dem Boas angemessene Gabe wäre, und legt er dem שש שעורים deshalb eine allegorische Bedeutung bei. Die chaldäische Paraphrase sucht den ersten Einwurf zu beseitigen und übersetzt: er maass 6 Sain Gerste, legte sie ihr auf und es Uberkam sie eine göttliche Kraft, um sie tragen zu können, fügt aber darauf dennoch die tatmodische Deutung von den sechs frommen Personen hinzu, welche von der Ruth abstammen würden. Nach Ritters Mittheilung können wir unter שש שעורים, was ganz der arab. Benennung Sch’air Cheschaby entspricht, die edle Species erkennen, von weleher Boas der Ruth ein — nicht näher bezeichnetes — Quantum zumass und sie hierdurch, wie auch andere Züge in der Erzählung von ihm hervorzuheben suchen, nicht als Fremde und Bettlerin, sondern als ihm gleichstehend betrachtete. Beachteoswerth für meine Conjectur ist, dass der Erzähler das. III., 17 die Ruth bei ihrem Berichte an die Schwiegermutter ebenfalls nicht die Quantität, sondem nur die Qualität des Geschenks erwähnen lässt, indem er ihr die Worte in den Mund legt: auch diese sechs-(zeilige) Gerste hat er mir gegeben. Möglich oder sogar wahrscheinlich, dass auöti der Talmud bei seiner allegorischen Deutung der sechsfach gesegneten Männer, welche durch die ש״ש bezeichnet .werden sollten, die 8pecie3 der sechszeiligen Gerste im Sinne hatte. M. S. Rens. 2j Der erste Halbband der auf 4 Bände berechneten franz. Uebersetzung der Geschichte von Graetz ist im Drucke. Den grössten Theil hat Herr Oberrabbiner Wogue übersetzt — einen Theil müsste er aus zwingenden Gründen einem Andern übertragen. Jetzt arbeitet er am 2. Bande. Das 7. Heft der ,Revue der Gesellschaft zur Verbreitung jüd. Wissens“ ist erschienen. Darunter sind Beiträge von Nichtjuden. Morel b'atio eine Anzahl wichtiger Documente über die Juden auf den Balearen vom 13.—15. Jahrhundert und Rubens Duvel über Baedekers Reisehandbuch in Palästina und Syrien, 80• wie über die durch Derenburg übersetzte arabische Grammatik von Sibawaihi. Götlie’s ״Freudvoll und leidvoll“ ins Hebräische übertragen. XI. X.?!טהרו לב ששון מלאה וכאב ואסון שבעה ומחשבה; — :*TT ׳ ברבי רעיונותיה; t % ״ — T V ’ האוב הטיחלת וכאוב T : אף נבהלת בדאבה; " r t : מטג1ר סביבותיה: T V : T * רנן עד שמי־רום עדי־טרום שמחה! 1״ r J T וצרה נשגבה: T T 1 TT i ועד־טות םתעזצבת; אץ מוב לנפש לבדה אזי צולחת T - 1 - T - J בי אם האהבה: T *: “ T * הנפיש האוהבת! ~ ז/■ v r T tise r-Harrow. Dr. S. M.-Leipzig. Berichtigung. In der Recension ,Frankfurter Rabbiner" in Nr. 21 ist in lesen: S. 83 Z. 19 v. o.: Jaeger’schen Bt. Taeger'• sehen; Z 25 v. o.: gesicherten 8t. gesicherte־, Z• 31 v. o.: Jalknt et Talmud; Z 27 v. u.: Alexander u. 8. w. ha kohen st. Allfäder ן Maltoheu; Z. 21 v. u. oder st. als: Z. 5 v. u. Kernpankt st■ Kreuzpunkt; Z 1 v. u. entstand st. entsand. ^•r**twcrtl'e^*r Bedacteur Dr. Ra hm er in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Baroy. Verlag von Robert Friese in Leipzig• -V-- L■ ■ A-.״