Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 17. (26.4.1882)
- Date
- 1882-04-26
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
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Bescharffeniss Beder den Kauf abachliesschaffeobeit sende Trunk. •- breagen=briDgee,miUeld. Lei lieh gleich Betttuch, bamelich (langsam) ist deaisch Leilach. nach unserem Bache eine leinen Thora vorle- Verschmelzung des poleen wird von ״lei״ nischen pomali und des Regel od. ״leich“, ״leih״ deutschen mällich. Gesang hergeleitet. Brem Augenbraunen Lab(Löb, Leib)f. Löewe ist ,(tir. Ogebräm). deutsche Neb-nf. menhappen hapsen mehr (.),מ daher auch :,min‘!) schnappen, klingt auch Meinster=Meister (Weigleich dem polnischen gand). chapac erhaschen. Mahn ist Maien sich dasig (dosig) dieser da. ergötzen (Minne?) (Lexer.) - - Was is der Maiei? Was eitel nur, aHejn. giebt e9 in Weikerts Geeinraumen*= eimßhmen. dichten. Nürnb. Mundart. Entwert Antwort. Nareschkeit Narseelfter =־ alfer(Schmeller). keit, mhd. forchtsam vorchtsaon Nachper Nachbar, als ״furchtbar״ ist bis ins neiert nur von neuer, 15. Jahrhundert allgeneuert (Stras9burger Bimein gebräuchlich. bei). — n i k s ־= nichts. Fadem Faden, mittel- Par mit Pergament. dentsch: Vadern. ' pruan,*־prüfen,beweisen, gefallt fällt, älterer Schmu tzern, Schmu^sen deutscher Sprachgebrauch schmuSsern, hei ml i (?11 für Zus%jpmenfallen. iu’8 Ohr sagen. Gascht bedarftiger schlummen — schlum- Fremder. mern (ist md.) Gesäss (gesess) auch jetzt Sarwer Servirer, Aufnoch für Sitz gebraucht wfirter. Gesäze Sitz, Wohn- Schrolle Scholle, sitz (Luther hat Gesäss Schlumper SchmutzfQr Stuhlsitz.) hans findet sich in rhei- Gimgold Gimme,Edelnischen Dialekten. stein, Juwel, das Herr- Stolzheit und Stolzkeit lichste, _ ist mittelhochdeutsch. Gesetz Strophe(Frisch). Schrellen — betrügen, g e r i n g^= behend, schnell prellen, (Frisch, 8chmeller). (Weigand). Seiger =־ Uhr, namenth 0 n haben (nassanisch). lieh schlesische Mundart, itlicher jeder, iklich, 8elbert=9elb8t(Schmeller.) mitteldeutsch. tödtschen >= schlagen, Kalle Haub (Haube im ' stossen ist die wörtliche Mygen). Uebersetzung von תקע. Kaphon=Kapaun(Grimm.) tragen schwanger wer- Kren (Chrein) ist wohl den (Lexer slavischenürsprungesjaber t r e v e n Thränen, mundbesonders in Bayern für artlich: Trähe. ״Heerrettich“ gebräuchlich, thar, tar dürften (noch Krenk Krankheit, pfälbei Luther.) zer Mundart. Tiefniss Tiefe. לן|יץ Loff, Müssiggänunt, un' und. ger, Cobl. Lappes — Vieh Vieh (Conrad v. närrisch, jaul. Megenberg.) Leinkauf od. Weinkauf Wälgerholz, (Wurzel- " '== Leikauf od. Wxnkof, holz) (Weigand). Wehstuhl (Gebärstuhl). Worze 1s Worteis (hol- Weh tag Schmerz. ländisch-deutsch), verschleisen verslij- Zöchen Docht von ten (holländisch-deutsch.) zöchen (ziehen). Den sprachlichen Theil abschliessend, gestatten wir uns einige Emeodirungs- oder Erklärungsvor- Schläge. Sollte nicht S. 466 וינוביל für ״ וירבילWürfel“ verschrieben sein? Da אסתניס kraftlos, schwach, krank bedeutet, (שדעתו אינו יפה heisst eben, dass er ein ״weheleidiger“ ist), so dürfte ויגר weiger (der Wehe hat) sein. Auch טוזלא ist wohl nichts Anderes als Muschel! ״Blitzeln“ (S. 482) ist doch wohl nicht deminutiv von ״blitzen“ sondern das hochdeutsche ״blinzeln“. ״Hofer“ S. 73 scheint kein Druckfehler zu sein. Es ist: ״der mir Hoffnung giebt־״ (ähnlich gebildet, wie ״Bedienerיודינש (.״ S. 560 mahnt deutlich an ״Jiddines“ jüd. Frauen! Schal ent wird in unserer Chrestomathie vom altspanischen ״escalantar warmhalten abgeleitet und ihm das französische und englische Charlotte (sprich: Cbalot) zur Seite gestellt, das dem־ Wesen, wie dem Laute nach dasselbe ist! Coblenz. Lewin. Zur Geschichte desAberglaubens im Talmud. (Schluss.) / 2. Daa böse Auge. Leider aber wird noch viel gegen die einfache Worterklärung gesündigt, und die Folgen davon sind, dass dem Talmud oder zum mindesien einigen seiner Mitarbeiter mancher Aberglaube impatirt wird, der ihm sicherlich nicht zu Grunde liegt. Was wird z. B. nicht Alles in den viel gelästerten Talmud Uber עין הרע hineingelegt! Und doch spricht er nur, wie schon Herr Seminarrabbiner Dr. Joel in seiner vorjährigen verdienstvollen Programmarbeit richtig bemerkt, vom ״bösen Auge,“ das sich in Neid, Missganst u. dgl. manifestirt. Erstaunlich ist es nur, dass selbst dieser hochgelehrte Autor, der doch in der ged. Abhandlung pag 75 ff. den Begriff des ״bösen Auges“ nach Gebühr würdigt, an manchen Stellen die riehtige Pointe nicht erfasst und darum die Meinung zum Ausdrucke bringt, dass nicht alle Talmudlehrer dem sogenannten bösen Auge eine so grosse Bedeutung beigelegt, was doch eigentlich 80 viel sagen will, dass mancher uoter ihnen vom Aberglauben wohl befangen war. Und doch fehlt jeder Annaltepunkt dafür, wenn die richtige Auffassung des bösen Auges, das sittlich böse Auge consequent durchgeführt wird. Wenn Rab der Anblick eines Friedhofes zu der Expektoration Veranlassung gab: ״Neunundneunzig Procent der hier Ruhenden sind an den Folgen des ״bösen Auges* gestorben“, braucht man nur au die Mischnah zu deuken ״ הקנא ה והתאוה מוציאין את האדם מן העולםNeid und Begehrlichkeit bringen den Menschen um das Dasein“ und die Lösung ist gefunden ifad der Hinweis des Rabbi Jochanan auf seine Abstammung von Josef, des-, sen Nachkommen gegen die Macht des bösen Auges gefeit sind, scheint nur ein geistreiches Apercu zu sein. R. Jochanan, der in höchst edler Absicht zu gewissen Tageszeiten in der Nähe des rituellen Badehauses sich einzufinden pflegte, wurde von seinen Commilitonen interpellirt, ob er denn nicht das böse Auge fürchte. Jeder Unbefangene muss darin die Warnung erkenneu, dass seinem sittlichen Kufe Gefahr drohe, wenn er von einem bösen 1Auge an dieser Stelle erblickt