Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 13. (29.3.1882)
- Date
- 1882-03-29
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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— 52 — ״Getreidemarkt“ m. e. h. ״Frucht-. bfl 8 40, Z. 12 T. u. ״Stör“ (Tw.שיבוטא. Nach Aruch haschal. ▼on Kohat s. v. אספנין sowie Kiz. M. ar. zur Mischna bezeichnet es ״Makrele“ oder ״Thunfisch“. Da שיבוטא sowohl einen sehr grossen als einen sehr kleineu Fisch .bezeichnet, 80 scheint ״Thunfisch“ dte beste Bedeutang zu sein. S. 40, Z. 4 v. u. statt ״mit Staub“ m. e. h. ״seinen Boden (Humus).“ (In Jalk. 287 steht auch Tw. עפרה). 8. 41, Z. 7—9 statt ״die Schrecken die Landes und dessen Verwüstungen waren in der Th&t ehemals ▼orbanden, um den Ausspruch Gen 9, 2t Euer Schrecken und eure Furcht wird aut dem Gethier des Feldes sein“ (vergessen ist: ״zu erfüllen“) m. e. h. ״sie (die Thiere) sind nicht vor den Verheerungen des Landes, und nicht vor den Verwüstungen des Landes, sondern ihnen (den Israeliten) voran (ins Exil gezogen), um den Ausspruch u. sr w. Die Caro‘8che Emendation ist, wie der Com > mentar Je. Th. zeigt, unnöthig und dafür לפניהם לפניו Xu nehmen, wie eine Lesart lautet, und der Sinn, wie Matth. Keh. wenn auch schüchtern ihn aogiebt. Denn einmal hat die Uebersetzung von W. bezw. Caro gar keinen einleuchtenden Sinn, zweitens zeigt Jalkut Jirmijahu c. 9 § 281 den deutlichen Zusammenhang der in unserem Midrasch unterbrochenen Stelle, r 8. 45, Z. 5 statt halle“ (Tw. סדקי oiToüojnj.) 8.49, Z. 14 v. u. statt ״in einem Wirthshause ein“ in. e. b. ״kam zu einem Kaufmann und kehrte dann in eine Weinhalle ein.“ (Warum er dort einkehrte, erklärt M. Keh. richtig.) ■ 8. 51, Z. 12 v. u. Unser Text hat בחדא פרגא, dafür ist wohl zu lesen בחדא עינא. 8. 53. Z. 14 statt ,.mein Sohn und eine Tochter“ m. e. h. ״zwei Söhne“ (Tw.חרץ בנין, hier ist Päderastie gemeint.) 8. 60, Z. 23 statt ״begangen habe“ m.. e. h. ״ausgeführt habe.“ (Tw.שבר, שהשברתי. Fürst liest השברתי das ist aber nicht dem Sinne entsprechend, denn בל־לן של מלכיות weist auf *den Kampf Abrahams gegen die ]norgenl. 4 Fürsten.) 8. 63 Z. 5 statt ״Augenbrauen“ m. e. h. ״Augen- Wimpern“ (Tw..ריסי עיניו, es sind dies die Haare, welche ״־zusammenkleben“, beim Weinen ״ausfallen“) 8. 63, Z 18 statt ״sie rollten herab, wie die Narben des Ausschlags“ m. e. h. sie bissen auf wie u. s. w. (Tw. zwar נושרות, aber w. M. K. emendirl נושכות.) S_ 63, Z. 7 v. if. statt ״in Sänften getragen werden“ m. e. h- ״in Umhüllungen (u. d. Füsse) gehen“ (Tw. הז!!״מ אסקפטיות; siehe Aruch ed. Lemberg 1870, 286 col. 1 und Ar. hasch. 8. v. 198). S. 64, Z. 16 statt ״eines Gesanges“ (Ex. 32, 18) ln. e. h. ״der Erniedrigung“ (Tw. ענית). S. 65, Z. 1 statt ״derselbe sagte, es wäre eine Hausschlange“ m. e. h. ״sie sagten, er sei dennoch ge- Storben“ (Tw. in unserem Midrasch ist zwar אמר עכן בית, aber schon M. Keh. macht darauf aufmerksam, dass die Uesart in Ber. ra. p. 12 8. 116 lautet אמרו אעפ״כ מה und die LA. unseres Echali-Midrasch verdorben ist.) S. 65, Z. 14 statt ״Festwalll'ahrer“ m. e. h. ״die tur bestimmten Zeit kommen.“ (Tw. באי מועד. Der Midrasch will zeigen, dass wie die Thiere und Pflanzen darnach sich sehnten, zur bestimmten Zeit von den lännchen aufgesucht zu werden, so auch die Wege sich Bbnten, von den zur bestimmten Zeit Wallfahrenden Bucht za werden.) 8. 68, Z. 16 statt ״verachteten“ m. e. h. ״gebrech- __ (Tw. צותרא Der Mat. Keh. rätli nur מאוס und der Aruch erklärt חסר כל.) (Forts, folgt.) Exegetisehe Notizen. 1) Im V. B. Mos. c. 1, v. 44 heisst es: ״Da kamen die Emoräer vom Berge, verfolgten euch, wie die Bienen thun, und schlugen euch zu Sefr bis gegen Chorma.“ Mit der Bibel in der Hand, sind wir leider nicht im Stande, die Stelle aufzufinden, wo die Emoräer Israel geschlagen oder bezwungen hätten; vielmehr hat Israel in der Schlacht bei Jähaz die Emoräer geschlagen. (Ibid. IV. 21, 25). Da aber die Wahrheit der heil. Schrift unerschütterlich ist, so wären wir anzunehmen geneigt, dass die Emoräer an der Schlacht bei Chorma (ibid. 14,45), in welcher Israel eine Niederlage erlitt, mit den Amalekiten und Canaaniten participirten, worauf Moses sich bezog, und zwar dies uin so wahrscheinlicher, als sowohl hier als dort, das Schlachtfeld Chorma angegeben ist. Talmud R. Hascliana (Tossafot) hält das Kleeblatt Emori, Kanaai, Amalek für synonym, wodurch unsre schüchterne Meinung an Subsistenz gewinnt. Hoch interessant ist es, dass auch die Sainaritaner diese Unbequemlichkeit wittern, und nach ihrer Art gern die Tora fälschend, anstatt ויצא האמרי in ihrem Targum— vielleichtauch im bibl. Texte — ונפק עמלקאה וכנענאה rektifizirten, was wir durch die Ver- Schmelzung der drei Stämme zu regeln glauben.*) Wäre nun Amalek und Emori identisch, so könnte auch unsre zweite ״emerkung gehoben werden, warum nämlich Moses die Kriegführung dieser vereinten Kräfte mit der Art und Weise ״wie es die Bienen thuen“ vergleicht? Bekanntermaassen verfolgte Amalek die männlichen Nachzügler, was der Midrasch von dem Wort ויזנב herleitet. Setzen wir voraus, dass es Moses, dem grossen Naturforscher, bekannt war, dass die Bienenschwärme die männlichen Drohuen tödten, so wäre der Vergleich ״wie es die Bienen thuen“ zutreffend. Gr.-Kanizsa. Löwy. 2) Im IV. B. M. c. 24, v. 17 heisst es: ״Ein Stern tritt hervor aus Jakob, ein Scepter erhebt sich aus Israel.“ Bei dieser gewöhnlichen Uebersetzung gibt uns das zweite Versglied, namentlich gegenüber dem ersten, ein ziemlich mattes Bild. Nach meiner Meinung ist es zu übersetzen: ein Ko in e ts ter n erhebt sich ans Israel. Die Annahme, dass שבט auch K0me t bedeuten kann, ist gesichert durch Berach. 58b, woselbst der Kometstern von dem Astronomen Samuel mit בוכבא דשב״ט bezeichnet wird.**) Da man von jeher den Korneten als Vorboten eines nahenden Strafgerichtes betrachtete, so ist der dafür gebrauchte Ausdruck שבט Strafruthe erklärlich. Un6er Versglied erhält nun eine Steigerung des vorhergehenden dadurch, dass damit das unerwartete, überraschende (hier dürfte auch zu vergleichen sein Synhedr. 97e, dass der Messias erscheinen werde ״ בהיסח הדעתunvennuthet“) und zugleich Schrecken verbreitende Erscheinen des Sternes zum Ausdrucke gebracht wird. S ü s k i n d-Wiesbaden. Zur Berichtigung. Herr Prof. Delitzsch Ubersetzt in seiner werthvollen Schrift ^egen Rohliug’s ״Talmudjuden“ (S. 20) die Talmudstelle ״ אחד בשבועallwöchentlich“; das ist ein Irrthum, der berichtigt werden muss; der betr. terminus bezeichnet einen Zeitraum von sieben Jahren. *) Die beiden Kritiker flerr Dr. Samuel Kohn and Herr Dr. Ad. Brüll Hessen diese Variante unbemerkt. **) Aber׳ eine biblische Belegstelle findet sich nicht. Der Nahte ״Rathe* könnte übrigens auch von der sichtbaren Gestalt des Cometen herrübren. (Ke•! ) Verant weltlicher Re4*cteur Dr. Rahm er io Magdeburg. Druck von H. H o r b ach in Barby. Verlag von Robert Fri es e ln Leipzig.