Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 10. (8.3.1882)
- Date
- 1882-03-08
- Page
- Seite 40 (sequence 4)
- Language
- German
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4singt, es dringt nicht ein in das Ohr des Erstochenen (oder: des Todtkranken) und so viel man auch Lieder singt, ein thörichter Sohn hört es nicht.״ Unser Midrasch liest freilich so: כל דזטיר זמר לא עייל באודניה דרקדא בל דזסיר זמר ברא טפשא לא שמע, d. h. die ßtett. Ausgabe 1863. Dagegen die Venet. Ausgabe 1603 liest דדקרא, so auch der Cominentator M. dr. Elieser. Das Schrittwort lautet: ושר שירים על לב חן• Dieses לב חן deutet der Midrasch; darunter einen ״Tänzer“ zu verstehen, ist unbegreifiich; dagegen ist לב חן eine Bezeichnung für einen Kranken oder einen bösen Menschen. Der böse jst mit ברא טפשא angedeuret;[ darum kann das zweifeihafte Wort רקדא entweder דקרא oder מרעא zu lesen sein; auch רעיעא wäre zu ertkägen. 8. 20, Z. 7—9. Statt ״Nach R. Levi hatte er Verlangen nach günstigen Vorzeichen für den Weg, denn ״der König von Babel! stand am Kreuzwege״ (Ezech. 21, 26)-$• >• an der Ecke wo zwei Wege sich trennen״., m. e.1 h. ״nach R. Levi begann er Zeichen für den Weg zu bestimmen ״denn der König von Babei stand an einem Kreuzwege״ an einem Wegweiser, der sich am Anfang-zweier Wege erhob, der mitten zwischen zwei Wegea. stand, von denen der eine u. 8. w.“ (das Tw. unseres Midrasch Echah lautet: וח לד אמר התחיל מחבי חביים בדרך כי עמד מלך בבל על אםא(ם) דבעליה בראש שד הדרכים שהיא מתווכת. Die Lesart in Koheleth Midrasch lautet: מתאווה |תאווים; im Lev. rabb. p. 18 lautet die analoge Stelle: מתווה תואים ואמר עד אתר פלו אית לי מהלך באתר פלך לית לי מהלך. Aus diesen Lesarten, sowie aus den Worten der Mah. Keh. welcher תו hier versteht, geht hervor, dass hier das Festsetzen de« Weges, gemeint ist, welchen Neb. einschlagen wollte,־ es ist also nicht מגאווה von ״ חאוהWunsch“ abzuleiten, sondern von ״ תאוZeichen.“ Damit wäre auch חתיכות חתיכות חתחתים gedeutet. תוה heisst auch stutzen, staunen, damit wäre חתחתים auch wiedergegeben; aber ״wünschen“ kann hier kaum gemeint sein; auch heisst ״begehren, lieben“ nicht מחכי sondern מחבב, (Fortsetzung folgt.) Harowitz, Chaim M. בית עקד האגדות Bibliotheka Haggadica, Monatsschrift für Veröffentlichung und Bearbeitung älterer haggadischer!Schriften. Jahrgang I. Heft I.k u. 1L Frankfurt a/M. bei Slobotzby. 1861. Aus dem lobeaswerthen Bestreben, ältere Midraschim, die sich in den verschiedensten Bibliotheken noch handschriftlich befinden, zu ediren uqd zum Gemeipgut der gelehrten Welt zu machen, ist das Unternehmen des Verf. hervorgegangen. Mit grossem Fleisse und mit grossen Kosten hat er die de Roesi'sche Handschriftensammlung und viele andere italienische Bibliotheken durchforscht und manches Interessante zu Tage gefördert. Zum Nutzen zukünftiger Produktionen aber können wir mit dem freimüthigen Geständnis« nicht zurüekhalten, dass die aufgewendete Mühe ■ zu de■ Resultaten in keinem Verhältnis« steht. Zwei׳ nothwendige Eigenschaften lässt der Verfasser in den meisten Fällen vermissen: historischen Takt und philologiache Akribie, wie sie grade in diesem Fache der Literatur glänzend durch Jellinek und Bnber vertreten sind. Nicht altes, was io irgend einem Schrank der Bibliotheken im Staube modert, ist. der VeBöffentlichiug werth. Unser unvergesslicher Lehrer Bernay 8 machte einmal die treffende Bemerkungydass׳ wir uns über die verlorenen 8chätze der antiken Literatur nicht gar zu sehr betrüben mögen, denn das wahrhaft Bedeutendste ist in seinem Werthd fast zu allen Zeiten erkapnt und durch die Verbreitung, die es gefunden, vor Vetpyepheii gerpUet worden. Was nicht in Tau¬ TesänttssWflkiisrMäUefrer Br, Rahmkr in Maplabnrt. Presto senden von Handschriften abgeschrieben worden ist, verdiente meistentheils nicht abgeschrieben zu werden. Einen Vergleich mit Jellineks ßet-hamidrasch halten die Veröffentlichungen der neuen Zeitschrift in keiner Weise aus, mehr oder weniger verrathen sie ein durchaus einseitiges Studium; von seinem angekündigten Hauptwerke den פרקי דר״א ist Verf. zu sehr befangen. Was in aller Welt fangen wir in einem Heft von 5 Bogen mit sieben, sage sieben Versionen, einer an und für sich gar nicht zu erbaulichen מעשה רבי אליעזר an? Wozu werden auf 49 Seiten verschiedene Perakiin des אליהו זוטא abgedruckt, blos um zu zeigen, dass eine andere Capiteleintheilung in irgend einem Manuscript vorhanden ist? Ist es in der That für die Wissenschaft so hochwichtig, dass es ausser der im Bet-hamidrasch von Jellinek bereits veröffentlichten Midraschim über Chiram und Tyrus, über Jona u. A. noch andere Versionen giebt, die sich im Inhalt gar nicht, in der Form nur sehr unwesentlich unterscheiden. Und dabei hastet der Verf. von einem Gegenstände zum anderen, vertröstet mit Noten und Erklärungen von einem Hefte zum andern, verweist unaufhörlich auf den nervus omnium rerum den פרקי דר״א, so dass man zum Genuss mancher werthvolleren Gabe nicht gelangen kann. Das positive Resultat der historischen und commentirenden Arbeit in beiden Heften ist äusserst winzig, eine eingehendere Begründung dieses Urtheils behalten wir uns für später vor. Uns scheint der Verf. hätte besser gethan, wenn er zuerst sein gros- 8e8, dreibändiges Werk über פרקי דר״א veröffentlicht und dann einzelne Partieen daraus in monographischer Bearbeitung hätte erscheinen lassen. Die Wege, die er zu wandeln bat, sind ihm deutlicher, als manchem anderen Forscher durch die obengenannten Vorgänger in dergleichen Publikationen vorgezeichnet, je weiter er sich davon entfernen wird, desto problematischer wird das Resultat der grossen aufgewendeten Mühe und Arbeit ־bleiben. Im Uebrigen zeugt das Unternehmen von einem sehr lobenswerthen Streben und von der* grössten Gewandtheit im Gebrauch der hebr. 8prache; möge es ihm an Unterstützung in weiteren Kreisen nicht fehlen. Der Ton bei der Widerlegung anderer Ansichten wird in Zukuuft wohl auch etwas objektiver werden müssen, als der in Heft I. S. 2 gegen S. Taussig angeschlagene, der doch durch seine neuesten Publikationen im ״M'leches Sch'lomo“ (tom- II.) seine Befähigung für Edition gerade halachischer Stoffe ausreichend documentirt hat. Caro-Erfurt. »Amt der ■Ihe.“ Der Wonach, Min Hauptwerk «das Vermächtnis( Kains“ and die ▼oa ihm heraasgegebene internationale Revae ״Auf der Höhe“ in demselben Verlage vereint 1a sehen, hat Herr Sacher-Hasoch bestimmt, seine Beziehangen za der Verlagshandlung Qressoer 6 Schramm in friedlieber Weise za lösen and ״Auf der Höhe“ iortan im Verlage von E. L. Morgenstern in Leipzig erscheinen za lassen. Herr Morgenstern, welcher früher schon den zweiten Theil des ״Vermäentniss Kains* von der Bachhandlung Frobeen and die weiteren Theile von dem VerfasMr erworben hat and in! Januar d. J. mit der Herausgabe der längst vom Publikum gewünschten Einzelausgaben aas diesem Werke begonnen hat. will Alles aufbieten, am im Vereine mit dem Herausgeber von Sacher-Maeoch die Monatsschrift auf der Höhe za erhalte«), welche dasselbe nach dem übereinstimmenden Ortheile unserer Leser und der europäisehen Kritik bisher eingenommen hat. Diese Aufgabe wird dadnreh wesentlich erleichtert, dass die Mitarbeiter von ,Auf der Höhe“ bei dieser Gelegenheit das gröMte Entgegenkommen bewieeen und die illustersten Männer aller Nationen neuerdings die vollständigste Uebereinstimmang mit den in tAaf der Höhe* ver׳ tretenen Grundsätzen and Tendenz, ansgesprochen haben. Im Aprilheft beginnt die Veröffentlichung von zwei sensationellen Romanen und zwar ״Frau von Soldan“. Ein Lebeasbild aus der slavischen Welt von Sacher-Masoch and ,Dam,« Careas.“ Eine karolingische Geschichte von Escallier in Paris. JlHorhäeh in Bnrbf. Verlag:ven Robert Priesa in Lsiprff•