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Das jüdische Literaturblatt · 1882-02-15 · No. 7. (15.2.1882) · p. Seite 27

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 7. (15.2.1882)
Date
1882-02-15
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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Stierbilder zu Bethel und Dao nicht entbehren zu | können glaubte .... und selbst die frommqn Jaho-! propheten Elias und Elisa gegen diesen Bilderdienst keinerlei Einwendung erhoben, ist der sicherste Beweis dafür, dass damals noch Niemand in Israel am Bildercultus Ansloss genommen haben kann. . , .“ Dagegen erinnere ich an 1. Könige 14,9, wo der Prophet Ahia die Einführung des Kälberdienstes durch Jerobeam rügt. Daselbst 16,30—31 wird berichtet, dass Ahab zu den Sünden Jerobeams noch den weit schändlicheren Baaldienst eingeführt1 habe. Diese Einführung des Baalsdienstes war das Hauptvergehen Ahab's, und zwar dasjenige, Wofür er allein und nicht auch seine Vorgänger verantwortlich gemacht werden musste, (vgl. ib. 21,25 f.) , Darum wirft ihm Elija nur dieses Vergehen vor (ib. 18,18). Ganz dasselbe wird auch von Achasjah (ib. 22,53) angegeben. Jehorain dagegen schafft zwar den Baal ab, jedoch nicht die Kälber (2. Kön. 3, 2י, dafurn will auch Elisa nichts von ihm wissen (ib. V. 1«^). Dass die israelitischen Könige den Kälberdienst ijicht abschaffen mochten, findet ja in dem bei Jerobeam angegebenen politischen Motive seine genügsame Erklärung! Was Herrn H. nicht bequem ist, w|e 1. Kön. 12, 26—33, das muss der ״späterb^ Chronist“ ihineingetragen haben. — Auch von anderen vorjosjjanischen Propheten werden die Götzenbilder gerügt, Micha 1,7. 5,12. Hos 11,2. Jes. 2, 8, 20* 30,22. 31L7. welche letztere Stellen zweifellos der Chiskijanischei) Zeit angehöreu. Schliesslich muss noch an Richter 17, 1—6, erinnert werden, wo ausdrücklich der Bilderdienst als ein Zustand der Verwahrlosung geschildert! wird in einer ■Zeit, ״da noch kein König war in Israel, und Jeder thun konnte,'was ihm beliebte.“ Diese letztere Bemerkung wendet der Verfasser in den letzten 5 Capiteln refrainmüssig nach jeder Erzählung cer dainaligen Schandthaten an, sodass die Erzählungen einer Zeit anzugehören scheinen, da für die Einsetzung eines Königs Propaganda gemacht wurde, also jedenfalls sehr alt sind. Aber auch die Propheten selbst sollen einen einzigen Wellengott nur der Idee, aber noch nicht der Wirklichkeit nach gekannt haben. Es exisffren noch viele Nebengötter, die Jaho über die anderen Völker gesetzt, sich selbst nur die Herrschaft über Israel überlassend. Wo ist der Beweis für diese Annahme? Deuteron. 4, 19. Allein dass dieses אשר חלק!unmöglich bedeuten kann, dass der Gott Israels anderß von ihm als wesenhaft anerkannte Götter anderen Nationen zur Verehrung überwiesen, geht gauz unverkennbar aus unzähligen Stellen he-vor Wir erinnern hur an ib. V. 28, an welcher Stelle jene andere Götteir eben als eitle, nichtigeündinge bezeichnet werdqn, dagegen bald darauf V. 35 und 39 Jehova mit dein klarsten Worten als alleinigerGott in der ganten Welt hingestellt wird. Vgl. ferner ib. 29,16 f, 28,64. 4,35, 1. Chronik 16,26, 2. Kön. 19,18 und 19, Jerem. 2,11. Gott ist mächtiger als alle Götter, weil diese eben überhaupt nicht existiren und Er allein existirt. Das ist unstreitig der Sinn von 2. Sam. 7,22, und doch führt H. diesen Vers für seine Behauptung an So sieht’s mit seinen Belegstellen aus. Ebenso falsch ist aber demnach die Behauptung, dass Israel als deir einzige Sohn Gottes gelte; er wird nur sein Ers'tgeborener genannt, wie H. selbst nach Exod. 4,22 gestehen muss; und das Erstgeburtsrecht gebührt! ihm, weil seine Väter zuerst Gott erkannt. (Deut. ,7,7 ff) Kann Herr Hartmann dieses geschichtliche Anrecht Israels in Abrede stellen? Dass der Gedanke, Israel sei dazu auserlesen, die allgemeine Verehrung eines Weltengottes anzubahnen, erst durch die Propheten ausgesprochen worden, wird durch die (Gen. 12,1 ff.) von dem zugesfandenermaassen alten Jahovisten mitgetheilte Verheissung: ״Und es werden an Dir sich segnen alle Geschlechter der Erde“, widerlegt. | H. gibt zu, dass schon in der prophetischen Zeit die Tendenz zur Erscheinung komme, die Vergeistigung des monotheistischen Gottes zur Absolutheit fortzuführen, aber diese Tendenz sei noch in eine stammelnde Bildersprache gekleidet, und noch fern davon, zu dem Begriffe der Allgegenwart und Ewigkeit vorzudringen; es fehle viel daran, dass die sinnliche- Beschränktheit völlig abgestreift,, und die Absolutheit wirklich erreicht wäre. Je weniger aber die^Absolutheit erreicht sei, desto passender sei die Persön* lichkeit als Form für das göttliche Wesen, welche erst der ״strenge Begriff der Absolutheit* überwinde. Die Probleme der Vereinbarkeit von Absolutheit und Persönlichkeit, von Persönlichkeit und Immanenz seien hier noch gar nicht zum Bewusstsein gelangt, weil weder mit der Absolutheit noch mit de.r Geistigkeit Emst gemacht sei. Deshalb eben müsse diese Stufe des religiösen Bewusstseins als primitiver Monotheismus bezeichnet werden. (Fortsetzung folgt.) Literaturbericht. lecenslunea. Löw1״ Immanuel. Aramäische Pflanzennamen, j Mit Unterstützung der Wissenschaften in Wien. Leipzig. Verlag von Wi 1 he 1 m EngeImann. 1881. (Schluss.) S. 83. Artikel גביא״ hat kein Erklärer 'für eine Pflanze gehalten.“ Diese Behauptung ist■ eine sehr frappante. Denn Aruch ed. Lemberg 1670 bezeichnet es als Fracht. (Von Kohut, der es auch als Frucht auffasst, wollen wir hier schweigen, da Verfasser dessen Werk beim Drucke seines Werkes noch nicht kannte). Dann be* zeichnet aber Raschi es ausdrücklich als Pflanze. Er sagt zu Schabb.1091וכוס ,עיקרי; טשקה שכותשץ לתוכו עיקרי נ ירקות ובשמים; in der Gemara werden 3 Bestandteile angegeben, zwei davon sind deutlich als Pflanzen.! Zu dem dritten, 'נביא, sagt Ra$cl1i אלום• Nun ist der lletzte Buchstabe entweder ם oder ס• .In Mensch. 42b sagt Raschi aber zu demselben Ausdruck, dass אלום ein franz. Wort ist. Im Französischen ist aber als Pflanzenname nur an alobs zu denken. Aber nicht nur Raschi, sondern auch der Rambam bezeichnet ׳נביאausdrücklich als Pflanze. Er sagt im Mischnahcommbntar zu Schabb.ואותן עיקרים הם וא״ג מאסכנדריה ועשב שפו בערבי עשב אלסדור; ebenso der Bartinoro zur Mischnah. Daraus geht also hervor, dass נביא oder מנביא als Ifflanzenname den Erklärern bekannt war, was Verf. (Ibersehen hat. S. 84. Artikel נוגמי. Obwohl auch Kohut | hier ähnliche griech. Wörter anführt, so scheint die Lesart גליטי die richtigste zu sein, denn dass die Mäuse!Klei* der zerbeissen, ist ein Grund, warum man ihnen pach» stellt. Horaj. 13a. S 85. אגווי פרך״, schwerlich Ortsname, vielmehr von פרך, leicht zu zermalmende Schalen.“ Das sagt schön Ob. di Bartinoro zu Orlah 37. S. 85. ראשי בשמים• Auch Ob. di B. spricht hier» bei von Muskatnüssen. S. 87. Zu חסכא hat Verf.^zu bemerken vergessen} dass der Rif bemerkt:. וקורי;,לה בל׳ע אלשליס, so*auch der R. Ascher; der Beth Josef im Namen dejt Sef.

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