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Das jüdische Literaturblatt · 1882-02-01 · No. 5. (1.2.1882) · p. Seite 20

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
11 (1882)
Issue
No. 5. (1.2.1882)
Date
1882-02-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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— 20 — gionen, wie im Reiche der äusseren Erscheinungen in Bezug auf ihre weitere Gestaltung und Entwi*cklung nicht nur im Stande, sondern auch verpflichtet, an die aus Erfahrung hervoigehenden Gesetze sich zu halten. Wenn wir auf das Alterthum blicken, und in ihm gleichsam als allgemeines Naturgesetz gewahren, dass sittlich verrottete Völker durch sittlich stärkere vernichtet und wie krankhafte Theile aus dem Leibe des Menschengeschlechtes ausgeschicden werden, sind wir berechtigt, an die Israeliten von damals einen anderen Maassstab anzulegen? Dieses Volk war berufen worden, den durch Offenbarung übe״kommenen Monotheismus mit allen seinen grossen ethischen Gedanken in einem hiezu geeigneten Lande, behufs dessen Mittheilung an die Menschheit, zunächst ip sein , eigenes innerstes Wesen hineinzubauen, hineinzubilden. Das in diesem Lande von jeher wohnende Volk war vermöge seiner sittlichen Beschaffenheit auf natürlichem Wege nicht zu einer gemeinschaftlichen Lösung dieser gewaltigen Aufgabe tauglich. Sind wir berechtigt, ein Wunder, dass nämlich für die Israeliten ein ganz neues Land geschaffen, woi den wäre, oder die besiegten Cananiter zu Gunsten der Israeliten ihren Charakter ganz umgewandelt, hätten, zu verlangen, wo das Uebernatürfasst war, wie man annimmt. Und doch kein Bezug auf dieses Buch? Gewiss ist der דרש, die Abteilung nur neu, die Erzählung aber alt und traditionell bekannt gewesen. Ebenso interessant ist der Bezug zu Cap. XI. 11, das Apokryphon sagt: die Egypter seien sowohl traov■:־; als zapovTs; mit Gottes Strafe z-px/w-a ״betrübt worden“ (richtiger ״durchbohrt worden“.) Deane bezieht die Participien auf die Israeliten, was grammatisch ganz unzulässig ist. Hätte er Mechillha mas. depischa p. 7 gesehen, so wäre ihm die Anspielung klar gewesen. Dort heisst es: וחכתי כל בכור אפילו ממקומות אחרים ובכורי מצרים אפילו הם במקומות אחרים מנין ת״ל וכ׳. Ferner ib 18 siehe Mechiltha mas deschir. p. 2 und p. 5; ib. 17 siehe Jalkut 187, wo Deane auch keine Tradition annimrnt; ib. 20 siehe Jalkut Ijob 915 und 916. Sehr merkwürdig ist die Stelle in Cap. XVI, 6, wo das Apokryphon darauf mit besonderem Nachdruck hinweist, dass in der Wüste nicht etwa die kupferne Schlange die Israeliten geheilt hätte, sondern der Glaube an Gott. Mit demselben Nachdruck Mechiltha mas. d. Amalek p. 1 und Mischna zu Rosch haschanah 3,5. Dort wird eine Reihe solcher durch den Glauben erzeugter Wunder angeführt, und man muss die Mischnah resp. Mechilthastelle, also als eine sehr alte Exe- Literaturbericbt. liebe bereits der natürlichen Entwicklung gewisser-! gese betrachten, die auch der Verfasser des Apokrymaassen übergeben und ein verleibt ist? (horts. folgt.) j p{!0n kannte. Ein wie interessanter Aufschluss wird * >*־-׳ ■_ j dadurch auch über jene Mischnah gegeben. Ist ein Be- 1 standtheil alexandrinischer Exegese in ihr? oder umgekehrt? Aeusserst lehrreich ist zn Cap. XVI, 20 über 1 das Manna Schemoth Rabba p. 25; zu ib. 22 Mechil- '! tha 4,3; Targum Onkelos zur Stelle Exod. 16,14 und 1 Sifre 89; zu ib. 24 Jalkut 2,58 und ib. 25 Sifre 89 und Jalkut 288; zu ib. 28 über das Gebet beim Auf-, steigen der Sonoe zu verrichten sei, Berachoth babli 9,2 und 27, 1; Jalkut 80, Sifre 89; Tosefta Berachoth Itunint■. Deane, I0<MA iAAQMÜS u. s. w. (Schluss). Cap.׳ IV 2, 0^;מוס^£דבpoü3a, dass die I rommeu einst Kionen tragen steht in Berachoth fol.- 1'3. ועטרותיהם בראשיהם, ib. 8. 5 10.<»־s £3r׳.v vgl. m .... ״ , ־ : ׳־,,־״׳ ׳ ־־־־ 1 יי ׳:7 < זקן שקנה חכמה; Cap. V. 16, sieheJalkut 20; ib, 17, siehe P 1, Mechiltha 4,4 Diese stelle ist zwar schon früh Jalkut Exodus 246; Cap. IX,8 ,״,״;an, dass der Erdenbeachtet worden; aber eme sehr bedeutungsvol.e Nuteippel dem himmülchen gleicht,‘ ein Abbild desselben f ance ‘st da^1 übersehen worden. Das Apokryphon 1.111״״. סס! ..״ oon ״i.k ru,״:״״; r״ 1״ .._n erwähnt nicht nur die Pflicht des Morgengebets zur ist, siehe Jalkut 189 und 339 nach Chagiga fol. 2 und Jalkut 20 nach Pesachim 56,1 und Mechiltha mas. deschir. Cap. X, 6 zz,-.* ״׳:ד),•.;, dass die 5 sodomitischen Städte mit einander verbunden waren, siehe Jalkut 85; ib 7 worin der Schaden für die Pflanzen bei Sodom's Untergang, bestand, Jalkut 85; ib. 19 av£ßpa3£v, dass die todten Egypter an’s Land geworfen Zeit des Lichtglanzes, sondern leitet diese Pflicht von dem Zerschmelzen des Mauna um diese Zeit ab, vor der also gebetet werden solle. Nun heisst es in Sifre 89: מלמד שהיה מונח כמין דלוסקמא והם קורים קרי׳ שמע ומתפללים ואדם יוצא לפתח ביתו ומלקט וכ׳. Hier ist es ja auffallend deutlich, dass das Apokryphon von der talmudischen wurden, Mechiltha mas. deschir. p. 9; ib. 20 A׳.a zvji<,y Exegese abhängig ist. Zu Cap XVIII, 2 siehe Mechildass die an's Land gespülten Egypter viele Beute den tha p. 14, zn ib. 4, Jalkut 182 zu ib. 5, Rabba Schein. Israeliten brachten, siehe Mechilt. mas. deschir. p. 6. 20־und Jalkut 246 und Schern. Sabb. p. 23, zu ib. b Ganz besonders interessant ist der Bezug zu Cap, X, 21 1 Mech. p. 14, zu ib 9 Mechilt. mas. deschir. p. 1, Jalvipnaiy. Der Verfasser des \yeisheitsbuches sagt, dass j kut 242 und Schein. Sabb. p. 9, und zu ib. 10 siehe betta Meere die Israeliten Gott besangen und fährt } Jalkut 186, zu ib. 11 Mech. p 13, zu ib. 1& siehe dann fort, ,denn die Weisheit öffnete den Mund der. Targum Jer. Ex. 12. 29 Zu Cap. XIX 2, siehe Me Stummen und machte der Kinder Zungen beredt.“ Auch die Vulgata übersetzt: ״quoniam sapientia aperuit os mu torum et lingnas infantium fecit disertas.“ Daraus hatten einige Commentatoren den Schluss gezogen, das hier ein besonderes Wunder am Meere angedeutet sei. Deane behauptet nun ganz bestimmt, deschir. p. 1 und Jalkut 24 klären uns auf. Da heisst es an letzterer Stelle: ת״ר דרש רבי.יוסי הגלילי אמרו שירה עולל מוטל על ברכי אמו ותינוק יונק משדי אמו כיון שראו את השכינה עולל הנביר צואת ותינוק שסט דד ־מפיו ואטדו והי אלי ואנודע שנאמר (תהלים ח׳) טפי עוללים ויונקים'סדת עוז, Nun deutlicher kadn eine Quelle nicht, sgin. Freiheit entsteht hierbei die Frage: Ist dieser דרש eine neue Auffassung? Nun R. Jose Hagelili hat viel später gelebt als dieses apokryphische Buch abgechiltha mas. dep p. 7 und p 13, zu ib. 3 Jalkut 230; zu ib 6 Jslkut 237, zu ilt 7. wo Deane keine Tradition findet Mechiltha mas deschira p. 6; zu ib. 14 Jal. 243. Aus diesen Beispielen, die wir der Kürze halber so gedrängt gegeben haben, ist aber zn entnehmen, welch’ reiche Ansbeute diese Untersuchung bieten die Tradition kennt hier kein Wunder. Nun, dem־-־'würde. Dazu kommt noch, dass das ganze Apokryist doch nicht so, wie Deane meint. Mechiltha mu. phon förmlich die Art der Exegese, *wie sie Mechiltha zeigt, wird erspiegelt. Dass dem Verfasser übrigens der christliche Begriff von הד/;•.!;"* und ).׳)־.׳,; ganz fern gelegen hat, dass seine Personification der ״Weisheit“ vollständig biblische Grundlage hat und mit Dogmatik gar Nichts zu thun hat, wollen wir zum Schlüsse nur betonen, sowie dass die Ansicht von Prof. Graetz über die Abfassungszeit (Caligula’s Regierung) die richtigste zu sein scheint. Kroner-Lengsfeld. V•rantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barby. Verlag yon Robert Priese in Leipzig.

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