Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 11 (1882)
- Issue
- No. 2. (11.1.1882)
- Date
- 1882-01-11
- Page
- Seite 6 (sequence 2)
- Language
- German
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wenn die Talmudisten die Absicht zeigten, auf sie einen Druck auszuüben odfr gegen sie Schmähungen zu erheben, sie die Freiheit haben sollen, mit!ihrem Eigen* thum einen andern Wohnsitz aufzusuchen. — Möge Ew. Majestät durch ein Schreiben den Talmudisten ernstlich es ,verbieten, uns ferner zu verfolgen, den von uns erbetenen Regierungskomissären nuftragen, die gewaltlhfttigen Uebertreter des uns schon früher gegebenen, von Ew. Majestät eigener Hand Unterschriebenen Briefes zu bestrafen, und gegen diese Dreisten gewisse Strafen zu verschärfen. Mögen Allerhöchstdieselben der christlichen Rücksicht der Senatoren und der Edlen ־empfehlen und durch seine GnadenfUlle für immer auszeichnen diese neue, rechtgläubige christliche Gemeinde, seine ergebensten Unterthanen, die Eingeborenen des Königreiches Polen und des Grossfürstenth- Litthauen, welche sich drängen zum Throne Ew. Königl. Barmherzigkeit und iich mit allen-Kräften zu beweisen streben werden. — Indem wir diese Bitte für uns und die Unsrigen mit Thränen und in tiefster Demuth vor den Thron Ew. Majestät nieäerlegenr haben wir das Vertrauen zu dem Herzen Ew. Majestät, des- ^en Gesinnungen die höchste Hand Jehova’s lenken möge, damit es gnädig geruhe uns zu erhören und dem Hause des Herrn, welches sich stützLauf die Höhe des Schutzes Ew. Majestät, zuzuführen diese, vom Hirnmel verheissenen Bausteinchen, welche im Innern die Hitze des Feuers besitzen. Ew. Majestät ist allein der göttliche Held, der uns vereint, aufbaut, rettet, ־ vertheilt und sammelt, denn ohne Ew. Majestät Barmherzigkeit sind die Gedanken unsres Geistes eitel. Denn fco spricht schon der Vater Ew. Majestät, der König David: ,Wenn der Herr die Stadt nicht aufbaui, ist vergeblich die Aufsicht des Wächters.“ Wir haben Vertrauen zu den. aichtungswerthen Ständen des Königreiches Ew, Majestät, zu diesem Volke, da& in seiner Rechtgläubigkeit die anderen Völker der Erde übertrifft, zu seinen* wie der Himmel mit Sternen, so mit Tugenden gesegneten Seelenhirten, dass sie, mit Dank zum^Allerhöchsten für unsre" Bekehrung,.wie eine solche in keinem andern Lande sondern nur dort* wo Ew. Majestät in gnädiger Huld herrscht,!waltet und befiehlt, sich ereiguep konnte uns, als eine Früchl der messianischen Kirche, mit Liebe und ia -väterlicher Weise aufzunehmen geruhen werden, und dieses um so mehr, weil sie (die Bekehrung) aus. der wunderbaren, göttlichen Vorsehung als dem Urheber und derselben hervorging. , , . Wir werden unsre Hand nicht eher zurückziehen von den Unsrigen, den Jungen und den Alten, welche wir emporgehoben zum unzugänglichen Lichte, welches durch Weisheit, Liebe und Macht die obere und untre Welt leitet, und unsere Kinder, denen Gott den Himmel zum Besitz gegeben, werden nicht aufhören mit Thränen zu flehen für dip langdauernde, glückliche und siegreiche Herrschaft Ew. Majestät, so. lange Ew. Majestät unser in den Staub getretenes Volk nicht rettet . nnd den Blick der Trotzigen bis in den Staub erniedrigt, und so lange Ew. Majestät als Derjenige, den der Herr Zebaoth mit Macht zum Kampfe gegürtet, nicht sieht alle seine ungerechten Feinde vor Seinen• Königl. Füssen in deiu Staube liegen und sie zerbricht wie ein schwankes Rohr. Der lebendige Adonay und der gebenedeiete Herr Ew. Majestät. Er seiber gewähre Rache und unterwerfe die Völker unter den Thron Ew. Majestät, des Heilands-Königs. Amen, Sejali. Und damit Gott die Pläne und Gedanken Ew. Majestät reichlich erfülle, auf dass die Augen der Enkel das Licht derselben schauen, um dieses werden wir stets zu Ihm beten. Ew. Königl. Majestät tiefergebenste Unterthanen. Beiuerkuiigen zu Dr. (iekharilt’s ,,Beiträgen zur Erklärung griechischer Wörter in djea Bid rasch im und Talmuden.“ Von Rabbiner Dr. M. Jastrow in Philadelphia. (Fortsetzung). Zu Nr. 13 u. 14 (אפפירם, nicht אכפידום, und אכפלידא) habe ich nur vorzubeinerken, dass wir im Späthebräischeu wie im Chaldäischen sowohl Safal wie Schafal und Ispeel sowohl wie Ithpheel Nomina haben, z. B. אסטגיות, vom Stamme צג in יצג, Ränder, auf die man Etwas setzt. Daher Jer. Ab. Zach. II. 42b unter יד.ן פפיווז אסטגנין ד; אסטגויז ein Ispeel-Nomen von סגנו; also ein Zeichendeuter, u. s. w. Davon ausgehend, halte ich אקפץ־ם lür ein Ispeelnomen von פרס, und unser Wort bezeichnet demnach der Thei 1 am Fusse, wo sich die Zehen abz we igen, ganz was פרס und פרפה beim Thiere. Demnach heisst הופך א' וכ׳, er giebt seinem Vorderfusse eine Wendüng (nach unten) und tanzt (auf den Spitzen) Nach derselben Regel ist אספלידא ein Ispeel nomen, von פלד Der Stamm בלך (v. Gesenius liebr. Wörterbuch), heisst a b s c h n ei d e n, trennen, offenbar verwandt mit פלט, und אפפלידא ist ein abgesehnittener Raum, oder ein Raum, wohin man sich zurückzieht. Daher bedeutet unser Wort im Targum Ge. Exod. 33,22, und Ps. 57,1 eine Höhle, während es im Talmud B. Bath.. 7a und Men. 33h ganz der römischen Exedra entspricht, und das Ein- 1pfangszimmer bedeutet, welches nach einer Seite offen ist und nur von Säulen eingeschlossen ist, welche die Decke tragen. Es ist also unnöthig hier ein selten für zrsipov heranzuziehen, welches selbst nichts als ein Umschlagetuch, sogar eine Leichenhülle bedeutet, und welches zu gebrauchen hier gar keine Veranlassung vorlag. Dasselbe gilt in noch höherem Grade von 3rr,/.m׳.׳,v, das sehr selten, und 3״׳־/;, das nur äolische Form für ist und von dem schwer zu sagen ist, wie es nach Babylonien gewandert sein kann, um dort aus ״Schwibbogen“ in ein Empfangszimmer mit Säulen umgewandelt zu werden. (Schluss folgt.) Literaturbericht. Ketnsiowi. Wünsche, Dr. August, Lic., biblioth. rabb., eine Sammlung alter Midraschim, zum ersten Mal ins Deutsehe übertragen. 12. Lief. Midrasch Schemoth Rabba, (d. i. die allegorische Auslegung zum 2. Buch Mosis). Leipzig, Otto Schulze 1881. (Schluss) S. 40. Der Midrasch will erklären, warum Moses