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Das jüdische Literaturblatt · 1879-12-10 · No. 50. (10.12.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 50. (10.12.1879)
Date
1879-12-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JVo. 50 Zar IdMebtuf aller Jade■• tkaa aad Jadea betredeadea Ilterarlaeh. Eraekelaaacea aaf deai Gebiete der Phlloiophle, GeaeUekte,Ethaa(raphte,Theolofte.Orlaatalla, Exeges«, Hoaületik, Lltxrgik, Pädapaplk. Herausgegeben ▼on Rabbiner Dr. Noritz Rahmet*. Matfdebnrff, 10. Il/ecember 1870. Bfieker der etaaekliflg«■ Uteratar, weleke dar Kedaettaa ngeaaadt werde•, tmdaa la dl eaeat Blatte eim^eh-Beapraehaag. BelKtaaeadaacreaawal Beoemaioaaexewplarea erfolgt aaek Erwika. L d.Waakaaschr. Dm nJiiMMlic Utentawkistt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Bnchfcaadtanfsa Qm Leipxig bei Robert Friese) pro Jahrgang; 8 Hk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschriit* (die vierteljährlich bei allen Poetanstaltaa nnd Bachhandlangen 3 Mk. kostet) erhalten das .Jüdische Literatarblatt* gratis. —!■■ernte werden mit 20 PC Ar die dreige- •pakene Petitzeile, bachhdndlerische Beilagen mit IS Hark berechnet. Oie Expedition der ״IsraelitUahea Wochenschrift“ lnlsstlti Wissenschaftliche Aafsfttze: Die Jaden in Köln and am Niederrhein. — Meine ״Ligialation Civile da Talmad.“ (Antikritik.) Literatnrbericht: Recensionen: Ring, Max, Das Haas Hillel, Historischer Roman aas dem ersten Jahrhundert. Nachtrag za der ״taim. Namensformel“. Naebdrack nur mit veiler Quellenangabe gestattet. Die Jaden in Köln nnd am Njtederrhein. und jüdi* len gallischen lr vornehmer (ichtromanen. ja Stellen, be- : gehörten mit Das lässt sich wohl Mancher heutzutage nicht beifallen, schreibt die ״Kölnische Zeitung**, der die Judenhetzereien in Berlin, Breslau und anderwärts mit behaglichem Interesse in den Zeitungsblättern verfolgt, dass einst die Juden, noch! bevor unsere Ahnen die christliche Taufe für besser hielten, als die heidnische, recht eigentlich zur Aristokratie zählten. Und doch war dem so, nämlich in den Theilen unseres Vaterlandes, welche zeitweilig zum römischen Reiche — dem altrömischen nämlich — gehörten; also namentlich am Niederrhein und vor allem in K ö 1 n. So lange die römischen Kaiser gute oder schlechte Heiden waren, gab es im römischen Reiche: keinen staatsbargerlichen Unterschied zwischen heidnischen sehen Bürgern, und der Jude wurde in und germanischen Provinzen vielfach gehalten, als die Übrigen dort eingeborenen Die Juden bekleideten die einflussreiche! trieben ärztliche nnd juristische Praxis, ״___ einem Worte zu den vornehmen Leulten von Stand und »ollen damals sogar das Duell gekannt{ haben. Das wurde freilich anders im Lauf der Zeit, alg das Christenthum am Rheine verbreitet war. Damats führten sie auch — eine Sitte, der sie sich inzwischen wenigstens für die Oeffentlichkeit wieder genähert | haben — die klangvollsten heidnisch-christlichen Namen, wie Brunek, Egebreth, Menzel, Adelheid, Gertrude, Mechtilde. Mit den Kreuzzügen kamen die ersten Judenverfolgungen übers Land und von da wiederholten siph dieselben in häufiger ,Wiederkehr und schier regelmässig nach demselben Muster. Wir geben in Nachstehendem einige Auszüge aus dem eben erschienenen ersten Theil des Buches von Karl Brisch: ״GeschjchtederJuden inKöln und Umgebung**, (Mühlhein am Rhein bei Karl Meyer, 1879) um zu zeigen, welcl!er Unmenschliehen Frevel der Fanatismus dös Mittielallers sich an den verzweifelnden Judengemeinden schuldig gemacht hat: ,Als Vorspiel zn den in Aussicht stehenden Kämpfen gegen die Mohammedaner erachteten he zügellosen Morden der Kreuzfahrer es als ihre Pf icht, schon in der Heimath Propaganda für das Christenthum so machen und mit Feuer und Schwert zu wüthen. Der Begriff der ״Feinde Christi*, welche im Orient aufgesucht werden sollten, wurde auch auf die Juden ausgedehnt. Wie ein Blitz durchzuckte der von einem Mönch ausgehende Gedanke die Masse: ״Sind doch die* Juden ebenso ungläubig, wie die Sarazenen, beide Bnfeinde des Christenthums! Lasst □ns «avor für unseren Heiland an den! Juden Rache nehmen und sia aus der Reihe der Völker vernichten, auf dass der Name Israels nicht mehr gedacht werde, es sei denn, dass sie sieh zu unserem Glauben bekennen und Christen werden wie wir; nachher wollen wir weiter ziehen.* Frank* reich war zum;ersten Schauplatz der Metzeleien aus* ersehen; Fürsten und höhere Geistliche traten aber für die Juden auf und es gelang ihnen, grosse Frness'n מ verhüten. Erst auf deutschem Boden gewannen die Verfolgungen eine blutige Aüsdehnuug, denn Kaisen Heinrich IV., der sich ihrer wohl angenommen hätte, befand sich in Rom, fernab den Rheinlanden, dessen jüdische Gemeinden den aus Frankreich anrttekendeo Feinden schutzlos preisgegeben waren. Am 3. Mai 1096 stürzte sieb die Schaar aaf dia Juden zu Speier. Ihrer zehn wurden ergriffen, in die Kirche geschleppt und, weil sie ihren Gläaben nicht abschwören wollten, daselbst hingeschlachtet. Eine Frau, die für ihre Standhaftigkeit unter «den Blutmenschan fürchtete, hatte ein Messer ergriffen and sich selbst geschlachtet Die Anderen hatten sich zu dem Bisohof Johannsen geflüchtet, der sie sehützte and sogar einige der Verfolger ergreifen und hinrichten lies•. Am 18. desselben Monats begann ‘das Gemetzel sa Worms. Ein Theil der Gemeinde hatte, wie sa Speier, Schutz unter dem Dache des Bischofs Allebrandas gnsucht und gefunden. Die Uebrigen, die ihre Häuser nicht verlassen1 hätten, fielen unter den Streichen der Blutrotte. Viele weihten sich selbst dem Tode, maaeher hat seinen Bruder, seinen Freund, seine Braut oder sein liebes Weib nnd seine Kinder zur Heiligung des göttlichen Namens geschlachtet; nur wenige nahmen die Notht&ufe an Dann w. irden die Häuser der Krmordeten geplündert nnd zerstört, auch die Synagoge blieb von der Wüth des Pöbels nicht verschont, die Gesetzrollen wurden zur Erde geworfen, ■ersöhaittä• and mit Füssen getreten. Nach sieben Tagen, (3ä. Mal) ereilte Diejenigen, die sich in den bischöflichen PalaM geflüchtet hatten, das gleiche Schicksal. Der' Bischof wollte ihnen nämlich fernerhin nur nnter der Bedingung Schutz angedeiben lassen, das• sie Christen würden- Bä zogen sich die Jaden unter dem Vorwände, <fie zu überlegen, in des Bisebob Geamah Zurüok schlachteten einander, während *dar Kircheafürik --• sL-., ... . > . &

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