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Das jüdische Literaturblatt · 1879-11-26 · No. 48. (26.11.1879) · p. Seite 192

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 48. (26.11.1879)
Date
1879-11-26
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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■14 .יי.<זי .,..׳ י^יייז^ו-אי^וו ־■־ייי■ * י T:yw1, »m< ^■?■?^!^*לד-־^ר'‘1 יייי*,?*־:»*,■,, — 192 — Ee i«t demsaoh aas der Miecbna, aus dem Talmud, aas den vornehmsten Oecisorea, durch Beweise der Botanik und aus rationellen Gründen bewiesen, dass uasere gewöhnlichen Etbrogim zu den קטני קטנים gehören, daher die עונת המעשרות nicht erreicht haben, undrdesshalbselbstverständlich auch rabbinisch von der Zehnten- und Hebe-Abgabe frei sind. (Forts, f.) Literaturbericht kwHimz Bamuela, Dr. med. Ueber natürlichen Tod und abnorme Todesarten. Ein Beitrag zur medidnischen Auffassung der Todesstrafe. (Vorläufiger Abdruck (übersetzt} aus einer in_der ״Rivista Sperimentale di Freniatria e di Medicina legale“ demnächst erscheineaden Original-Arbeit. I. Theil.) Berlin. Bei Th. Chr. Fr. Enslin. 1879. 69 8. gr. 8. ״Die Todesstrafe ist in gewissen Fällen gegenwärtig noch der einzig mögliche Weg, um das Leben ,der Ge- Seilschaft zu schützen“, so lautet eine der Hauptfolgerangen des geistvollen Verfassers. Der ״unheilbare I Verbrecher“ wird dadurch unschädlich gemacht und 1 weniger hart bestraft, als durch lebenslängliche Zuchthausstrafe. Allein wir gestehen offen, dass über die Frage des Irrthums in der Rechtsprechung doch etwas zu leicht weggegangen wird, dass die Möglichkeit, bei längerem Leben zu sühnen, zu wenig in Betracht gezogen ist. Doch diese discutirbare Hauptlolgerung dieser Schrift ist es nicht, was uns veranlasst, sie unseren Lesern anzuempfehlen, sondern die Streifbiicke, welche der Yerf nebenher auf die Bibel und die jüdischen Institutionen wirft. ״Nicht die Verletzung des Rückenmarkes, nicht der Stillstand des Herzens, sondern׳ einzig und allein das Aafhören des Lebens im Blute ist das Aufhören der Existenz des Menschen als eines lebenden Wesens“ (8. 18). Das ist doch eine wissenschaftliche Anerkennung des biblischen Wortes כי הדם הוא הנפש (Deuteron. 12, 23) und 1אד בשר בנפשו דם (Genesis 9,4)• Ebenso wird die Schädlichkeit des Blutgenusses constatirt^und begründet. Das Blut enthält beständig eine Reihe von Zersetzungsprodukten, deren es sich beim Tode nicht entledigen kann, sondern zu denen höchstwahrscheinlich noch andere hinzukommen. Dazu finden sich Eingeweidewürmer im Blute, die in der Entwickelung-viel Aehnliches mit den Trichinen haben. ״Welche furchtbare Folgen die Einwirkung des Genusses unreiner Thiere mit ihren, selltst durch scharfe Flüssigkeit nicht angegriffenen Eiern und vor Allein der Genuss von Blut, selbst gekochtem, uns bereiten kann, dafür ist die Entdeckung von Lewis (Ueber das Vorkommen von Rundwürmern im Blute) von nicht hoch genug anzuschlagender Wichtigkeit“. (8. 42 ff.) Hierzu tritt die lichtvolle Darlegung, wie der schmerzloseste Tod (den der Verf. als für Verbrecher unanwendbar bezeichnet) durch das rituelle Schlachten herbeigeführt wird. (8 34 ff.) ״Am schnellsten wird ein Thier blutleer, wenn ihm gleichzeitig beiderseits die grossen Halsgefässe durchschnitten werden. Am sanftesten stirbt das Thier, wenn das Bewusstsein möglichst!־asch zum Schwinden gebracht und verhindert wird, dass es bis zum vollständigen Eintritt des Todes wieder zurückkehrt. Auch dies ist nur auf eine einzige Art und Weise möglich, nämlich durch Durchschneidung ebenfalls wieder der beiderseitigen grossen Halsgefässe. Nur auf diese Weise wird sowohl das mit dem Herzschlägen jedesmal in die Arterien getriebenen Blutes nicht blo am schnellsten aus dem Körper entleert, sondern dem Gehirn auch sofort die Zufuhr des belebenden Blutes vollständig entzogen.“ Das sagt freilich auch, dass bei der sogenannten Schlachtmaske die Blutentleerung nicht im nöthigen Masse erfolgt. Uns aber wäre es wünschenswerth gewesen, wenn eine medicinische Autorität, wie der Hr. Verf. sie ist, das ausdrücklich ausgesprachen und begründet hätte. Neben anderen, nur obenhin berührten biblischen Stellen, werden die vier Todesstrafen besprochen und in den rabbinischen Aenderungen kein Fortschritt gegenüber den bi bl. Anordnungen gefunden. Schon diese kurzen Notizen dürften den Erweis gebracht haben, dass nicht allein Mediciner und Juristen in dieser Schrift eine genussreiche und vielseitig belehrende wie anregende Lectüre finden würden. — Coblenz. Dr. Lew in. Holländer, Dr. J., Rabbiner, Antrittsrede, gehalten in der Synagoge zu Trier. Leipzig. C. W. Vollrath 16 S. gr. 8. Die Antrittsrede des Trierer Rabbinen erregt mehr als ein literarisches Interesse. Wie will der Rabbiner, dass seine Gemeinde und er selbst den Ausgetretenen gegenüber Stellung nehmen? Den Heissspornen auf beiden Seiten wird die Rede darin zu wenig bieten. Unseres Erachtens aber ist die Situation klar erfasst und mit religiösem Sinne das Mittel bezeichnet, welches hoffentlich den Schaden heilen wird. (Joel 2, 17) אל תת ן נחלתך לחרלוה und אל יבושו בי קויך ה׳ אלדים 'צבאות וג (Ps. 69, 7) ,,Lass Deine Gemeinde nicht zu Schanden werden, o Gott“, betet der Rabbiner, .,gieb es nicht zu, dass dies Haus, darin Dich unsere Väter verehrt halten, verödet werde durch Zwietracht und Hader, dass die HerZen von einander gerissen werden und der Bruder streite wider den Bruder.“ .... ״Lass nicht durch mich beschämt werden die auf Dich hoffen, Ewiger, Gott Zebaoth; lass nicht durch mich zu Schanden werden die Dich suchen, Herr, Gott 18raels!“ Um seines Theiles dazu mitzuwirken, sieht der Redner seine Pflichten bezeichnet im Deuteron. 31, 12. Dem Unfrieden zu wehren, ist eine heilige Aufgabe für den Diener der Religion — er soll mahnen zum Frieden ״Ihr richtet heute manch’ bange Frage an die Zukunft: Wird sie uns den Frieden bringen? התחיינה העצמות האלה (Jecheck 37, 3) Werden die abgetrennten Glieder unserer Gemeinde wieder zusammenrUcken־ zu einem Organismus, zu einem kräftigen Leben?“ — ״Jeder fange bei sich selber an, vermeide Zwietracht und Hader, Jeder übe sich in Liebe und Milde, und gewiss von euren Häusern wird der Friede ausgehen und sich ergiesSen über die ganze Gemeinde“.* Der Redner betrachtet die Ausgetretenen nicht als Abtrünnige, sondern er sieht die Wurzel des Giftkrautes in I } 1atw«rtltebar ttodmeUar Pr. R»h1 anderem Boden wurzeln Den Verführten und Bethörten naht er mildversöhnend als Schüler Ahrons! Die Friedensweihe und das Friedenswort wird wohl in Trier selbst nicht ohne tiefen Eindruck verklungen sein. Wie mächtig es die Zuhörer bewegt, dafür ist der beste Beweis, dass es gedruckt vor uns liegt. Denn ein Mann des Friedens hat die Rede auf seine Kosten veröffentliehen lassen. Sie und eine von Dr. H. in Saarbrücken gehaltene Rede haben schon die erfreuliche Folge gehabt, dass die Gemeinde S. ihren alten Bund mit Trier erneut und sich dem Rabbinatsverbande angeschlossen hat — Nach Form und Inhalt gleich vortrefflich, schildert die Rede sodann die Pflichten des Rabbiners in Betreff des Unterrichts, der Charakterbildung und des Erhalteos jüd, Sitte und Institutionen, j

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