Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 46. (12.11.1879)
- Date
- 1879-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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3To• 46■ Das J ahrfp. v3Bf« Jüdische Literaturblatt Zur Belenchtang »11m־ Jadenthnm and Jaden betreffenden llternrlaeb. Erscheinungen »af dem Gebiete der Philosophie. Geschichte,Ethnographie,The- 010fte,Orteatalla, Exegese, Homlletlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben » von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. -<>*- Majfdcbnrg, 13. November 1S79. linker der einaehUgige■ Uh ratar, welche der Bedaetimi «igemndt werde■, lade■ Im d it—»Blatte elngeh-Benprenh atg. BelEüuemdangronswei aisnensloasiiisasplars■ erfolgt Erwähn. L d-Wochemsckr. Das ״JürflfielM Literaturblatt41 erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen Buobhnndfsnyan 0a Lei pxig bei Robert Friese) pro Jahrgang:(? Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift44 (die vierteljährlich bei allen Poetanstaltew and Buchhandlungen 3 Mk. kostet) erhalten das ״Jüdische Literatarblati* gratis. —1 Iasormte werden mit SO PC (Br die drei gespaltene Petitzeile, buchh&ndlerische Beilagen mit 13 Hark berechnet. Die Expedition der ״lafaeUtisebe 1 Wochenschrift“ Inhslti Wies enschaftlich e Aufsätze: J09eph, Solm des Tobias, und seine Zeit. Ein Vortrag von Dr.- E. Munk. - Mohammed's Arzneikunde. Von Dr. Isaac Gastfreund in Wien. Li teratur|bericht: Recensionen: Baer, S.,1u. Strack, H. L. Die Dikduke Ha-Teamim des Ahron ben Mosche ben Ascher und andere alte grammatisch-massoretische Lehrstücke. — Entretiens sur le Judaisme par E. A. Astruc. — Notiz. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Joseph, Sohn des Tobias, and seine Zeit. Ein Vortrag von Professor Dr. E. Munk. (Schluss.) Joseph war alt geworden und das gewöhnliche Uebel der reichen Greisk hatte sich Buch bei ihm ein gestellt, der Geiz. Ihm war durch |ange Gewohnheit das Geld lieb geworden und gleichsam so mit seinem eigenen Wesen verwachsen, dass es ihm über Familie, Ehre und Fürstengunst ging. Dem König Ptolemäus war ein Sohn geboren worden, und die Pflicht erforderte es, dem Könige bei dieser Gelegenheit Glückwünsche, begleitet von reichen Geschenken, abzustatten. Joseph selbst kann die Reise nicht mehr unternehmen, und keiner seiner Söhne, ausser Hyrkan, war geeignet, des Vaters Stelle zu vertreten. Gern überlassen die Brüder dem Hyrkan diese Ehre, weil ihnen seine Reise eine Gelegenheit d&rzubieien schien, durch ihre Freunde in Aegypten sich dieses Stiefbruders, d(er ihnen itn Wege war, zu entledigen. Hyrkan weiss,, was er sich von seinen Brüdern zu versehen habe, und ihm 8011 die Reise nach Aegypten gerade die Mittel verschaffen, ihren Intriguen zu widerstehen. Er erfreut den Va!er mit der Aeus8erung, dass er mit nicht mehr'als 10,000 Drachmen oder 2380 Rth Ir. die Reisekostei) bestreiten würde, das ist also gerade die Hälfte von tjem, was der Vater' bei seiner ersten Reise gebraucht haitte; und der Vater kann nur den Vorschlag des Sohnes billigen, die Geschenke für den König in Alexandrien und nicht in Judäa, wo sie nur theurer und mindjer gut zu erhalten waren, einzukaufen; und wie leich( konnten 8ie^nicht unterwegs geraubt oder beschädigt {werden. Der sparsame Sohn brauchte nicht erst besonders ermahnt zu werden, ja nichi zu viel auf die Gesphenke auszugeben, und unbedenklich konnte ihm der Vater einen unbeschränkten Credilbrief an seinen Geschäftsführer Arion in Alexandrien mitgeben. Joseph hatte nämlich in Alexandrien eine Commundite, der ^in Diener von ihm Vorstand, A r i o n nannte sielt der Minn, wahrscheinlich aber hiess er Aaron und haue, seinen Namen in den griechischen Arion modernisirend umgewandelt, um vielleicht für ,einen Griechen gehalten zu werden Diese NämetisiiinWandlung "fängt gerade ÜUCitäUta in dieser Zeit, wo Jüdenthum und Griechenthum in Conflict kamen, an, sehr häufig zu werden und man verfuhr hierbei auf ähnliche Weise wie bei ans, dass man dem hebräischen Menelaos, Jojakim Alkimos, und der Name bietet von der Zeit an ein ziemlich sicheres Merkmal dar, die gräcisirenden und später romanisirenden Jadea von den altgläubigen zu unterscheiden. Arion hatte damals, als Hyrkan nach Aegypten kam, 3000 Talente in Caase, also 1,071,000 Rtnlr. Hyrkan fordert 1000 Talente und der bestürzte Arion verweigert sie ihm, weil er nicht zugeben könne,' dass der Sohn das vom Vater mühsam erworbene Geld verschwende; Hyrkan indess weiss sich durch eine energische Massregel in den Besitz der ihm nöthigpn Summe zu setzen. Er erlangt die Gunst des Königs,' entgeht aber nicht der Verachtung und dem Spotte der Hofleute. Selbst an der Tafel des Königs können sie es nicht unterlassen, den verhassten Jaden, dem sie es nicht verzeihen können, dass sein Vater durch ' die Pacht der syrischen Zölle reich geworden war, dem Gelächter Preis zu geben. Aber Hyrkan erwidert ihren Spott durch einen ächt jüdischen Witz, wodurch er zuletzt die Lacher auf seine Seite hat. Mit vieler 8chiaaheit spielt er den Demüthigen und Dürftigen^ um seine Feinde irre zu leiten und dann unerwartet mit einem Schlage zu vernichten. Er verfehlt nicht, den Grossen Visite zu machen, erkundigt sich gelegentlich bei der.■ Dienerschaft nach den Geschenken, die ihre Herren für den König bestimmt hätten, und äussert sein Bedauern, dass er zu solch einem Aufwande zu arm sei. Die Diener erzählen es ihren Herren, und diese sehen schon den fremden Juden in Ungnade beim Könige. Wir , können uns ihre unangenehme Ueberraschnng wohl denken, als Hyrkan mit triumphirender Miene seine 100 Knaben und 100 Mädchen, jedes noch ein Talent überreichend, dem Könige und der Königin zafübren sehen, ein Angebinde, das das der übrigen um das Zwanzigfache übertraf. Dabei hatte er selbst den besten Vortheil, denn von den 1000 Talenten, die er sipli von Arion halte auszahlen lassen, waren 400 Talente auf - die Geschenke verausgabt worden; es blieben ihm also - zum eigenen Gebrauch noch 600 Talente oder 214,200 ׳ Rthlr. Von dem Könige aufgefordert, ein Gegengeschenk jg zu verlangen, wünscht er Etwas, was den König selbst* nichts kostet, ihm selbst aber mehr werth sein musste, - als das Kostbarste aus dem königlichen Schatte, einen ' Schutzbrief gegen seine.Feinde in Judäa, und mit. diesem versehen, konnte er dreist seinen Widersachern im Vaterlande eatgegenireten. Die Brüder, deren Haas dwr^ Liebe des Vaters *am Stiefbruder immer noch surfte gehalten hatte, erbielten jetzt i* dem Vater selU^tjpnäa ■aAi ■ £ä: