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Das jüdische Literaturblatt · 1879-11-05 · No. 45. (5.11.1879) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 45. (5.11.1879)
Date
1879-11-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 45. Das Jahrs• VI Jüdische Literatürblatt. Zur IMeaektmag •Iler Jadeatbam and Jadea betreffende■ llterarieeh. Ereeheiaaagea anf dem Gebiete der Philosophie. Geschieht«,Ethnographie,Th fr- 010gle,0rleatalU, bepn, Homlletik, Lltarjlk, ridipiik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Bahraer. ׳-—- Maffdebnrg, S. November 1870. Bicher der alaachlltlgaa, U• teratar, vatehc derJUdaetto* zageaaadt werde■, tndea ta dleaemBlatte elajek Beapraeka■(. BelKlaaeadaasvoaawe( Beeeaato— exempleriw erM(t aaek Erwika. L *.Weeheaeehr. ״JttellMehe Llteratarblatt‘‘ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen BsaMnsdnags■ (in >ei Robert Fr lese) pro J ahrg ang: 8Uk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" (die ▼ierteljührlieh bei allen PoetanstaRan Das Leipzig bei 1 nnd Bnchhandlangen 3 Mk. kostot) erhalten das .Jüdische Literatnrblatt" gratis. —!■senkte werden mit 30 PL für die dreiga• spaltene PetiUeile, bochh&ndlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. Die Expedition der ״lenwlltlaebes WotesMOhrift“ Inhalt■ Wiss en sch aftli ch e Au fs tttie: Joseph, Sohn des Tobias, and seine Zeit. Ein Vortrag von Dr. E. Munk. - Mohammed's Arzneikunde. Von Dr. Isaac Oastfreand Sn Wien. Li teraturbericht: Recensionen : Hensel, S., Die Familie Mendelssohn. — Münz, Dr. L., Drei Reden politischer Tendenz. — Die Feier des 160. Geburtstages Moses Mendelssohns in Dessau. — Plessner, E. tfVim לדוש — Schwarz, Dr. A., Rabbiner, Volles Gewicht, und volles Maass. Predigt etc. Nach dreck nur mit voller QueHnnnagabe gestattet. Joseph, Sohn des Tobias, nnd seine Zeit. Ein Vortrag von Professor Dr. E. Munk. (Fortsetzung.) Lassen Sie uns hier mit unserem Berichterstatter J08ephus die Gewandtheit und Feinheit unseres Helden bewundern. Er verspricht, vom Könige um die Bürgen befragt, die sichersten und die besten, die es nur gebe, zu stellen, und als er sie angeben soll, nennt er den König und seine Gemahlin. Hierin lag das offene Gest&ndniss, dass er keine sicheren Bürgen stellen könne, und zugleich die Bitte um des Königs unbedingtes Yertrauen zu seiner Persönlichkeit, das er sich zu verdienen beslreben wolle. Der König dachte!edel genug, ihm, dem unbekannten Fremdlinge, das Vertrauen, um das er ihn auf eine so feine Weise angesprochen, nicht zu verweigern, und schlug ihm daher ohne Oaution die Pacht zu. Freilich wusste Joseph, dass der König im Voraus schon günstig für ihn durch seinen Hofbeamten Athenion gestimmt worden sei, der ihn vielleicht schon in Jerusalem zu dem Geschäfte veranlasst hatte, und jetzt mit allem Einfluss ihn unterstützte; um so sicherer konnte er jetzt eine solche AeusseTung wagen. Aber auch hierin müssen wir die Menschenkenntnis dieses ersten aller jüdischen Geschäftsmänner bewundern, der nach dem richtigen Grundsatz handelte: wer nach der Gunst des Herrn strebt, zeige sich freigebig gegen seine Diener. Die Pacht war ihm hier mit zugeschlagea, die Concurrenten hatten beschämt abzibhen müssen, nun sollten die Steuern beigetrieben werden; aber es fehlte ihm an den nöthigen Summen zu dea erforderlichen Auslagen, mit einem Worte: an einem Betriebscapitale. Da er selbst nichts besass, musste wieder geborgt werden; aber diesmal lieh er nicht von! seinen Freunden in Samaria, sondern machte bei d*-n Freunden des Königs eine Anleihe von 500 Talenten joder 167,500 Thlr. Gewiss sehr verständig, dass er diese zu seinen Gläubigern machte, und, wie 3ich wohl denken lässt, unter Bedingungen, die Tür sie gewiss die rortheilhärtesten waren; denn nun lag es in ihrem Ihter!68e, ihren Ein- Üu88 beim Könige zii seinem Vortheile zu verwenden, und zugleich war ihm dadurch eine.! Gelegenheit geboieij, den gewissenhaften und zartfühlenden Beamten, wenn es nämlich solche am Hofe des Königs Ptolemäu» gegeben haben sollte, unter dem Namen von ranäen und Dividenden bedeutende Geldgeschenke za i^ehtlg, die sie sonst als gegen ihre Amtspflicht mi^^d&uerd hätten zurückweisen müssen. Denn dieses ewi^nltige Prkwip: wer Geld verdienen will, darf Geld.vht sparVn, hatte Joseph schojn als wahr anerkannt, und nach ihm handelte er auch; denn er verwandte, wie Josephns sagt, die Reichthümer zur Befestigung der Macht, die er erlangt hatte, indem er klug und verständig zu. handeln glaubte, wenn er mit Hülfe dessen, was er erworben, sich die Gelegenheit nnd Quelle des gegenwärtigen Glückes erhielte; ׳ denn er schickte heimlichl dem Könige, der Kleopatra und ihren Freunden und Allen, die im königlichen Palaste irgend Einfluss hatten, viele Geschenke, und erkaufte Bich auf diese Weise ihre Gunst. Auf noch einen Umstand muss ich Sie aufmerksam machen, woraus Sie ebenfalls dea Mann von Genie erkennen werden. Früher war es gebräuphlieh, die Steuer mit Einschluss der confiscirten Güter derer, die sich an den König vergangen hatten, in Pausch and Bogen zu verpachten; Joseph aber bietet für die Steuerpacht 16,000 Talente und verspricht ausserdem noch das contiscirte Vermögen an den königlichen Schatz einzuliefern; scheinbar gegen seinen eigene« VortheiL Betrachten wir aber die Sache näher, so können wir seine Klugkeit nicht genug bewundern. Gerade dieser Umstand mit dem * confiscirten Gute musste den Königen oft den erwünschten Vorwand darbieten, Steuerpächter, wenn sie sich rech( voll gesogen, wieder auszupressen, indem man sie beschuldigte, sie hätten unrechtmässiger Weise unter dem Namen von Confiscation Personen beraubt, und sie zur Wiedererstattung anhielt, wobei sie oft in Gefahr kamen, Alles, was sie zusammengescharrt hatten, wieder herausgeben zu müssen. Diesem beugte Joseph ds durch vor, dass er das confiscirte Gut an den König al»lieferte, der daher jede Klage über ungerechtes Verfuhren um so eher zurückweisen musste, da der Schatz gonst die Entschädigung hätte leisten müssen, und so hatte Joseph dadurch fast unumschränkte Macht gegen seihe Feinde, an denen es ihm in der That nicht fehlen konnte, wenn er nur ihr conßscirtes Gat an den König ablieferte. Unter welcher Controlle Joseph bei der Abschätzung und Einziehung der verfallenen Güter gestanden haben mag,, weiss ich nicht; es lägst sich jedoch denkfea, dass er guch hierbei kein schlecht es Geschäft gemacht haben wird. Ein Umstand hätie trete aller Klugheit Jojsephs das genze U nternahmen schreiten ־osephs Leben selbst in Gefahr bringen nicht in kluger Vorsicht auch dagegen־' gefunden hätte. Es lieas sich ten, dass die syrischen Städte, vielleicht lassen, ja sogar können, wenn das passendste nämlich voran ג: ■׳ i 4 : ■i ji J i 1 :1 '1 1 ■'i , . •Ü i ך «* ■ ד *aaste(

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