Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 43. (22.10.1879)
- Date
- 1879-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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1 1 w •A’1 -4 "־»M|■■'»«-fW*• TT' :זוידדי-ר■■■■^• Ho. 43, JTahrg. VIII. Jüdische Literaturblaft. Zur Beleuchtung aller Joden* thum nnd Jaden betreffenden literarisch. Erscheinungen anf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte,Ethnographie,The* ologie.Orlentalia, Exegese, Ho* müetlk, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben ron Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. Mjaffdebars, 22. October 1870. r 1 BSeker der «!*achUgir« Ut«ntn( welche der Bedxctio* xage**adt vnta| total 1■ die« «■Blatte 6Ugeh-D.fT1.k- 11C- Bel KUueadaag r<m *w»l SManbiMUBpitrei erfolgt ■aek Erwähl. L d.Voekeaaekr. Das ״alSdisrhe LltrratarblaOu erscheint wöchentlich in einem halben Bogen; Preis bei allen BacMnadtaNfM (in Lei pzig bei Robert Friese) pro Jahrgang: 8 Mk. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei allen Postanstaltea nnd Bucbhandlungen 3 Mk, kostet) erhalten! das ״Jüdische Literatnrblatt* gratis. — Eaaerate werden mit 20 Pt für die dreigespaitene Petitzeile, buchhändlerische Beilagen mit 13 Mark berechnet. Die Expedition der ״Israelitischen Wochenschrift“ Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Joseph,! Sohn des Tobias, und seine Zeit. Ein Vortrag von Dr. E. Miink. — Mohammed'» Arzneikunde. Von Dr. Isaac Gastfkeund! in Wien. Li tera tur bericli t: Recensionen : Perles, Pr. Joseph, Kalonymos ben Kalonymos’ Sendschreiben an Joseph Kaspi. — Sulzbach, Dr. A., Rischuss oder Judenidiosynkrasse. Inserat. 1 Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Joseph, Sohn des Tobias, und seine Zeit. Ein Vortrag von Professor Dr. iE. Munk. (Fortsetzung.); ״Als dem Joseph um diese Zeit gemeldet wurde, doss dem Ptolemäus ein Sohn gehör en־־sei, und da alle Vornehmen Syriens und der unterworfenen Länder die Geburt des Knaben zu feiern mit!grossem Aufwande nach Alexandrien sich zu reisen vorjiahmen, so forschte er, da er seines hohen Alters wegen die Reise niGht mehr machen konnite, seine Söhne aus, ob Einer von ihnen sich zum Könige begeben wolle. Da die älteren Söhne aber es ausschlugen und meinten, sie hätten zu einer solchen Sendung zu wenig Vieltbildung, und ihm riethen, ihren Bruder Hyrkan ,zu senden, so war ihm dies zu hören sehr lieb, und er!lässt Hyrkan rufen und fragt ihn, ob er sich wohl getraue, zum König zu reisen. Dieser findet sich bereit dazu und sagt, dass er auch zur Reise nicht viel Geld brauche, denn er würde sehr massig leben und hoffi mit 10,000 Drachmen wohl zu reichen. Ueber dijese Sparsamkeit des Sohnes freute sich der Vater sehr.! Nach einiger Zeit räth der Sohn dem Vater, die Geschenke für den König nicht erst mit ihm von Hause zu scjiicken, sondern ihm ein Schreiben an seinen Geschäftsführer in Alexandrien mitzugeben, wofür er Dasjenige, Was er Kostbares und Schönes finden würde, kaufen könpte. Der Vater gedachte ungefähr 10 Talente auf die idem König zu überreichenden Geschenke, zu verwenden, billigte den verständigen Vorschlag des Sohnes urnjl schrieb deshalb an seinen Geschäftsführer Arion, der j in Alexandrien die Verwaltung seiner Kapitalien besorgte, die sich auf nichts weniger als 3000 Talente beliefen. Denn Joseph pflegte die Gelder, die ausSyrien einkamen, nach Alexandrien zu schicken, und wenn der festgesetzte Termin berorstand, an welchem die Steuer dem Könige bezahlt werden musste, 86 schrieb er an den Arion, der dann die Zahlung leistete. Nachdem Hyrkan das Schreiben an diesen Arion vom Vater erbeten! und erhalten hatte, machte er sich eilig auf den Wed nach Alexandrien; doch nach seiner Abreise schrieben alle Brüder an die freunde des Königs, ihn zu tödten. Wie er nach Alexandrien kam, übergab er dem Arion das Schreiben, und als dieser ihn fragte, wie viel Talente er ausbezahlt haben wollte (er erwartete nämlieh, dass er nur zehn oder etwas mehr verlangen würde) und dieser sagte, er brauche 1000 Talente, da gerieth er in Zorn und schalt ihn aus, er wolle wohl das Geld in emern lüderlichen Leben diirchbringen, und machte ihn darauf aufmerksam, wie sein Vater dieses Vermögen durch Arbeit und Unterdrückung seiner Leidenschaften zusammengebracht hätte, und ermahnte ihn, sich seinen Vater zum Muster zu nehmen; er würde ihm übrigens nicht mehr als 10 Talente geben und auch diese nur zu Geschenken für den König״ -Das brachte den Jüngling so auf, dass er den Arion ins Gefängnis® werfen liess. Die Frau des Arion beklagte sich hierüber bei Kleopatra und bat sie, den jungen Mann darüber zur Rede zu stellen; : denn Arion'sf&nditf hoher Gunst bei ihr, und Kleopatra zeigte es dem Könige an. Daher schickte Ptolemäus sogleich zu Hyrkan und liess ihm sagen, er müsse sich sehr wundern, dass er, als Abgesandter seines Vaters, noch nicht vor ihm erschienen sei,' und dass er überdies seinen Geschäftsführer habe einkerkern lassen; daher bel^fale er ihm, sogleich za ihm zu kommen . und sich darüber zu rechtfertigen. Darauf soll nun jener dem Boten die Antwort "gegeben haben, der König habe selbst ein Gesetz, das sogar seinem eignen Sohn verbiete, eher an dem Opfermahle Theil zu nehmen, ,bis er in den Tempel gekommen und dem Gotte geopfert hätte. Ganz auf dieselbe Weise sei; er nicht eher zu ihm gekommen, weil er die Zeit abwarte, bis er• dem Gönner seines Vaters die Geschenke überreichen könne. Was aber die Strafe seines Untergebenen betreffe, der seinen Befehlen nicht habe Folge leisten wollen, so komme es gar nicht darauf an, ob ein Herr klein oder gross sei.. Wenn man solche nicht bestrafen dürfe; so habe auch der König za erwarten, dass seine eigenen Unterthanen nicht mehr auf seine Befehle achten werden. Als dies Ptolemäus hörte, lachte er und bewunderte die Freimüthigkeit des jungen Mannes. Wie nun aber Arion erkannte, dass der König so gegen jenen :gestimmt sei und dass er von Niemanden Hülfe zu erwarten habe, zahlte er die tausend Talente und wurde aus dem Gefängnisse entlassen. Und drei Tage datauf machte Hyrkan den königlichen Personen seine Aufwartung. Diese sahen ihn gern bei sich und hatten auch(die Gnade, ihn aus Achtung gegen seinen Vater zur Tafel' zu laden. Hierauf begab sich Hyrkan heimlich zu iden Sklavenhändlern 'und kaufte hundert Knaben von blühendem Aeussern und in den Wissen-: schafiep wohl bewandert, jeden um ein Talent, und hundert Mädchen um denselben Preis. Dann wurde er mit den Vornehmsten des Landes zum Gastmahl der