Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 8 (1879)
- Issue
- No. 37. (10.9.1879)
- Date
- 1879-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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r ן Herausgegeben r ץ Zar Beleuchtung aller Jaden- Bieber der elnsekttgigea Utham and Jaden betreffenden teratar, aralebe dar Bedaettsn literarisch. Eneheinangea anf Rabbiner Dr. Moritz Rahiuer. xagesaadt werden, ■adea In de■ Gebiete der Phltooephle. dleaeafttatte eiageh. Besprach- Geschieh t«,Ethnographie,The- _11-_ i-f! -y <- — nag. BeiElasendnag voaawet ologte,Orleatalta, Exegese, Ho- BeeeanioasexeBpUren erMgt ■lletlk, Liturgik, Pädagogik. Magdeburg, IO. September 1 870. . aaeb EtvUl L d.Woebeasebr. ___ Da« «,JBdUche Literat Lei piig bei Robert Friese)pro Jahi nnd Buchhandlungen 3 HL kostet) e ■paltene Petitzeile, buchhündleriscbe erscheint wöchentlich In einem halben׳'Bogen; Prhia bei allen BacMiaadl■■!»■ (in g a n g: 811k. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift* (die vierteljährlich bei allen Poetanstalten ilrbalten das ״Jüdische Literaturbla ti* gratis. — 1—ernte werden mit 20 Pt für die drelgeilagen mit 15 Mark berechnet. Oie Expedition der ,Jsraelititehen Wochenschrift“ Bei I ■ h *I *» WissensehaftlicheAaf8atze:E uCapitelReligionsgeschichte. — Das unter Josija aufgefundene *ICO׳ Literaturbericbt: Recensionen: Lowenetein, Dr. L-, Geschichte der Juden am Bodensee und Umgegend. — Schwarz, Dr. A., Sabbathpredigten su den Wochen^bschnjtten des zweiten Ba• ches Mosis. — Sailer, F., Sinnsprüche j aus dem Talmud nnd der rabbinischen Literatur. Nachdruck nur mit voller Quellenangabe gestattet. Ein Capitel Religio usgUchichte. " Unter diesem Titel besprich! die j״Frankf. Zeit.“ den 3. Theil des von Emest Ha vet verfassten: ״Le cliristianisnie et ses origines. Le Judaisttie “! Obwohl das Gate in diesem Werke nicht neu, das Ne!|e nicht gut ist .— 80 verlegt Verf z. B. das Gesetz, ias den Sieg des Mono• theismus bedeutet, in die Zeit 1 18ra’$, den reinen Humanismus des Prophetenthums aber in die Zeit der Hasmonäer und sogar bis Herodes! herab, was einen Mangel historischen Blickes, wie er kauin ärger gedacht werden kann, bekundet. Jesaia! uqd Jeremias Zeitgenossen der Maccabäer!! — so i6t’s doch erfreulich, dass der tiefe sittliche Gehalt, der hol e Werth der jüdischen Lehre und des Gesetzes immer rhhti^er gewürdigt werden, wenn es auch unsere Freut e dampft, dass ״Neuheiden“ und nicht Religiösgesinn;e c|>e Verlogenheit der gehässigen Verunglimpfungen nachwejsen. Einzelnedahin zielende Partieen des besagten Aufsatzes theilen wir deshalb mit: ״Man weiss im Allgjemeinen, dass die Moral des Christenthums nicht hö ierjsteht, als jene des Judenthums, ja sogar in einigen punkten merklich hinter die Moral des Judenthums zurückgegangen ist. Alle entgegenstehenden Behauptungen der Christliehen Kirche können diese Tlu.tsaphe nicht aus der Welt schaffen. Das neue Testament hat auch nicht eine einzige Lehre, auch nichl eine einzige moralisclie Phrase ausgesprochen, die nicht im alten Testamente zu finden wäre. So die Nächsten- und die Feindesliebe, die Sorge für Witt weh und Waisen, das Verbot des Zinsnehmens, die Mil( le |gegen Sklaven, das Asylrecht, di« Rücksicht auf die T liehe, die Pietät gegen Todte. J«hova ist der Freund upd Beschützer der Schwachen, sein Gesetz ist eine Religion für die Armen, Unglücklichen und Bedrückten. Bür diese Identität ..." J - , .... A-.״.״. bringt Havet die triftigsten Beweise vor. Da« Wiedervergeltungsrecht, welches Auge um Auge, Zahn um Zaliu verlangt, führt er auf «neu strafrechtlichen*) Grundsatz zurück und er kann sich darauf berufen, dass dieser Grundsatz heute, nachdem das Christenthum schon 1800 Jahre besteht, immer noch in Haltung ist, da man Jeden, der das Leben des Andern zerstört, mit dem Tode bestraft Man muss also vom Vorwurf des Wiedervergeltungsrechts des Judenthum entlasten, oder ihn auchdem Chrislenthume machen. Havet beschäftigt sich ferner mit dem gänzlich unbegründeten Gegensatz, in den sich das neue Testament stellenweise mit dem alten Testament setzt,_ So heisst es in der Bergpredigt: ״Es ist den Alten gjesagt worden: Da sollst Deinen Freund lieben und Deinen Feind hassen. Ich aber sage Euch Ihr müsst auch Eure Feinde lieben!“ Nun steht das Gebot, den Feind zu hassen, nirgends im alten Testament; wohl ׳aber findet sich darin die Stelle: ״Wenn Du den Ochsen oder Esel Deines Feindes findest^ der sich verirrt hat, so bring ihn ihm zurück; wenn Da den Esel dessen, der Dich hasst, seiner Last erliegen siehst, 80 lass ihn nicht daselbst, sondern hilf ihm seine Last tragen־“ Dari, ist gewiss so evangelisch als das Evangelium selbst.“ Es ist eine grosse Liste ־von für christlich gehaltenen Dogmen, die Havet auf die Schriften des ,alten Testaments zurückführt. So die Einigkeit und Geistigkeit Gottes, die'1Lehre von den Teufeln (?), von der Erlösung, und vom leidenden Messsias, von der Aufei-•- stehung der Torten, vom Ende der Welt, vom jüngsten Gericht und Vom neuen Jerusalem. Von besonderer Bedeutung aber für den Nachweis des Zusammenhangs ist die Phiionische Philosophie. In dem Juden Philo traf hellenischer und jüdischer Geist zusammen. Seine Schriften decken in .vollem Sinne des Worth^Aie Werk- *) Sehr richtig! — Das ist eben die Bosheit, dass man nie M oral and Strafgeseta auseinander halten wollte. Da musst« das Christentham idealer erscheinen, da seine Morallehren die wirkliche Welt aasser Acht lassen, während die ,jüdische Moral neben sich die Bethätigung im Gesetz bat, wo freilich manchmal nur Mindest - mass angewendet werden kann. — Ueber die folgende Stelle der Bergpredigt ist unser: Die hebr. Trod. in d.'W. dee Hieronymus Th. 1 p, 63 ■u vergleichen. Red.