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Das jüdische Literaturblatt · 1879-09-03 · No. 36. (3.9.1879) · p. Seite 144

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 36. (3.9.1879)
Date
1879-09-03
Page
Seite 144 (sequence 4)
Language
German
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hörenden Herrn ■brgungsanst&lt. (wie z. B. .dem 144 iwie die festen S ütxen des Thrones Recht nnd Gerechtigkeit, Liebe and Treue sind. In 3 ist der Nachweis treffend, wie das Familien- -fest des Herrsch« :rpaares ein Herzensfest der Bürger ist — geschickt auch die Erwähnung des che Predigt an- Jacob Plaut, des Stiftere der Alterver- Einige Unebenheiten des Ausdruckes 11־ Landesvater ein goldenes Blatt den Annalen der Geschichte anfügt“) mochten vielleicht beim Lesen stören, a(uf die Hörer muss die Rede von guter Wirkung geweseh sein. Die sub 2 aufgeführte Predigt zeichnet sich durch Tiefe des Empfindens, geschicktes Verwenden von Ver- 8en und Agada’s: aus. Doch müssen wir den Redner ▼or dem Gebrauch falscher Bilder warnen, wie ,,einem ao wunderbaren! Tonwerkzeuge (etc. det■ Aeolsharfe) ״gleicht heute die Brust jedes wahren Sohne# des Vaterlandes“, oder: ״indessen erleuchteten Kronenträgern der Puls des humanen Jahrhunderts schlägt u. 8. f.“ 80nst sind die Gedanken passend und für die betreffenden Zuhörer wohl auch packend gruppirt Doch noch Eins: Ist es etwa Ironie, dass der Verfasser Oesterreich ״durch das Gewicht seines weitreichenden . , . Einflusses die gerechte Lösung der Judenfrage in Rumftnien in hervorragender Weise“ fördern helfen lässt? האנדים Samstag, den 19 Stadt Wien gehalt« Druck und Verlag ״Wajachanu! Rede zur Förderung der isr. Allianzen. Juli 1879, im isr. Bethause der ifinern n von Dr. Ad. Jellinek. Wien 1879. von Jacob Schlossberg. 12 S .gr. 8. 2 Millionen Bekenner deä Judenthums auf, leben frei .... Allein fast zwei ruhen aus, athmen Drittheile der Judcaheit schmachten noch immer ״ben hamezorim“, in Notli und Bedrängniss“. In dieser Predigt ist Gefühl und Gedankenreichthum; sie ist ein Quell der Belehrung für Alle, die reden wollen zu einer־Gemeinde, die Gotte« Wort verkünden wollen, dass es zum Herzen zugleich ind zum Verstände spreche Hier ist ein Quell der Belehrung für Alle, die Israels Namen tragen, wie sie wirken und schaffen sollen,! die Erlösten für die Bedrückte^! 0, dass gehört und befolgt würden die Mahnungen des Redners! Lew in. Notizen. Nachträge ziu ״Schlemiel“. Zur Erklärung des Wortes Schlemiel sind nns eine^anz ׳ beträchtliche Anzahl von Artikeln! zugegangen, die wir nur auszüglieh hier mittheiljen können. Zunächst schreibt Hr. Dr. Wünsch e*) selbst: ״Eine andere als* die von mir**) gegebene Erklärung über ״Schlimiel“ giebt L Löw in seinem Werke: ״Die Le- -bensalter in «1er jüdischen Literatur“ 8 53 f. Darnach wäre die Redensart: ״Das ist ein Schlemiel“ jüngeren Datums und hätte{ mit Bibel und Talmud nichts zu thun Hr. Bezirksrabbiner Schlesinger aus Bretten (Baden) schreibt h. A.: ״Was der Franzose mit seinem unSie vaut rien, eih Taugenichts, bezeichnet, benennt dip hebr. Sprache mitj דש רן ש (?) (leeres Stroh! dreschen) oder besser של^ ממגיל, Einer, der nichts nützt, der für *) Anf mehrfach« An!ragen die Miitheilang, dass Br, W. Nichtianelit ist, sieh aber dem Stadium des Talmud und Midrasch mit taaer Liebe und Ausdjauer hingegeben hat De-selbe hat die Agada's 1 Talmud jerusehajmn und den ganzen Midrasch rabba in's ■tsehe fibersetzt. Erl sacht f&r letzteres Werk einen — Verleger. **) Hr. Dr. Morgenstern in Berlin ersucht nns anf eine ihm im ״Berl. F ■emdenbl.“ vom 13u. 14. März d. J. ־veröfbte Arbeit: ״Heiae’s hebr.Poesien anf ihre Urquellen zurückt“ aufmerksam :ta machen, worin er den Namen Schlemiel ebenso erklärt htbe, wie Hr, Dr. Wünsche. nichts Geschick und Routine hat. Aus.Schlo moll ist Schlemiel entstanden“. Dieselbe etymologische Ansicht wird uns von Hm. Jacob Türk heim in Hamburg mitgetheilt. Hr. Cantor Nathanson von hier giebt folgende Erklärung: ״Bekanntlich wird am Chanukafeste beim Morgengottesdienst der Abschnitt von den נשיאים (Numeri Cap. 7) vorgelesen, und zwar 60, dass an jedem Tage ein anderer Nassi daran kommt. Nun kann aber bei dieser Einrichtung־ jeder Nassi ain Sabbath-Chanuka zur Vorlesung kommen,*) nur der Nassi des Stammes Simon, Schlumiel ben Zuri-Schadai, nicht; derselbe ist der fünfte in der Reihenfolge!, der erste Tag Chanuka kann aber nie auf einen D iens tag fallen. Weil nun gerade dieser Nassi das Pech hat, von der Ehre, am Sabbath vorgelesen zu werden, ausgeschlossen zu bleiben,**) wird j e d e r Pechvogel ״Schlemiel“ genannt. (Die polnischen Juden, die anstatt ״u“ ״ü“ oder ״i“ lasen, sagen anstatt ״Schlumiel“ ״Schlimiel“ und verbanden die Bedeutung von .,Schlimm“ mit diesem Worte“) Hr. Rabbiner Dr. Friedländer in Kanitz verweist uns auf folgende Stelle in seinem ״Tiferet Jisrael“ (S. 36): ,,Im vierzehnten Jahrhundert wurde in Ens in Oesterreich noch Gebrauch von der sogenannten Thospianischen Entscheidung gemacht, wonach die Geburt bis zum Ende des zwölften Lunarmonats retardirt werden könne. Ein junger Ehemann hatte sich von seinem Hause getrennt, um, wie es damals und noch viel später Sitte war, an einer auswärtigen Talmudschule seinen Studien obzuliegen. Nach elfmonatlicher Abwesenhpit überrascht ihn die Kunde von der Entbindung seiner Gattin, welche sich sonst des besten Leumundes erfreut hatte. Die Rabbinen stellten sie, ihren Mann beruhigend, unter die Aegide der Thospianischen Theorie. Der Name des Scholaren, der so unerwartet zu Vaterfreuden gelangte, war — Schlumiel, nach der gewöhnliehen Aussprache: Schlemiehl! Seitdem ist dieser Name unter den deutschen ein Spottname geworden: wen ohne sein Verschulden Missgeschicke treffen,.wird als. Schlemiel bedauert. Der Name hätte ein besseres Loos verdient, denn Schelumiel heisst so viel als ״Gottesfreund“. Häufig kam indes» derselhe auch in früheren Zeiten nicht vor, und auch nach der Enser Affaire wurde er nicht ganz absolut. Noch zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts schrieb ein deutscher Jude, Samuel Schelumiel, in Safet eine Panegyrik Isaak Luria’s, des Vaters der neueren Kabbala“ ktäpttmr br. Bah mer in Magdeburg. Druck ▼oa *) Selbst die .,Nessiim“ nach dem 8. ,,Nassi“ können, wenn der 8. Tag auf Sabbath fällt, an einem zur Vorlesung kommen. **) Oder wie ein Anonymus aus Hennef meint: ״a» den Tafelfreuden des Schabbes Cbanuka, der durch ברברים אבוםיס ותרנגולים מפוטמים verherrlicht wurde, nicht theilzunehmen.“ A. Hepner’• Verl»*, Breslaa, [1963 offerirt gegen b a a r oder Nachnahme: PhiHppson’e grosses Bibelwerk m. Illustrat., (neu 74 M.) gbdn. M. 40. Herxheimer'S Tnach m. Uebers. u. Com ment., gebdn. . . . M. 27. Wiener Tnach m. Mendelss.'s Biurn. d. Hakorem 18 Bde Hlbfzbd.M. 40. Krotoecklner Tnach m. Fürstenthals Biurn. Uebers., 17 Bde ״ M.40. Warschauer Mikraot gedolot mit 32 Peruschim, 12 Bde. fol. M. 36. Venediger dito dito (Bragadiner) 1718,4Bde.Pergmtbd.fol. M. 45. Berrayer, hist, du peuple de Dieu jnsqu' ä la naissance de Messie en 17 vols., av. une paraphrase literale des epitres des apötres en 6 vols; ensemble 22 vols rel. en veau. Hoy. 1750 M.40. Meginae Erez, War sch. Aus;, m. Machzis hascbekel 3 Bde. fol. M. 15. dito, Johannisburger Ausg. m. Ak. Eger. 2 Bde. fol. M. 16. Deetauer’e Chumesch m.Raschi u. Raschi-Uebere. in 5 Schulbdn. M. 15. Dake’e * ״ ״ ״ ״ M. 20. Gelger’t Zeitschrift f. wissensch. Theologie 1861/74 complet nnd gebunden M. 20. ___________^__(Wirdfortge9etzt)__^ H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig?”

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