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Das jüdische Literaturblatt · 1879-08-20 · No. 34. (20.8.1879) · p. Seite 136

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
8 (1879)
Issue
No. 34. (20.8.1879)
Date
1879-08-20
Page
Seite 136 (sequence 4)
Language
German
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^pppiipypui. 1 .. ,ו"- — 136 — ־bekannten Briefwechsel *wischen Abu-Jossuf Chasdai, Ihn Schaprut und Josef, dem Könige der Chazaren. Der Vf kennt die Antwort des letzteren nur aus der AaBgabe des Harkavy, die er als erste bezeichnet, während sie ja doch .zugleich in der von ihm citiiten Ausgäbe des Schreibens!von Isaak Akrisch abgedruckt ist. Die Abhandlung von S. Cassel in den 1,,!Magyarischen AUerthämern“ und | die ober diesen Gegenstand von demselben Verf. veröffentlichte Brochüre scheint Herrn Marcus entgangen zu sein. Doch dafür entschuldigt ihn der Mangel an solchen Schriften in Bukarest. Wenn der Verfasser bei der Skizzirung dieser Correspondenz bemerkt, dass die Unbekanntheit dieses jüdisch-chazarischen Reiches, ja!,der Unglaube, mit dem man von Seiten der Juden dieser Nachricht entgegenkomme, einzig und allein auf den Talmud beruhe (p. 10 ff), so muss ich das kategorisch zurück weisen. Die Geschichte ist im Talmud ebenso vjel und ebenso oft gepflegt worden, wie jede nihht direct die religiöse Observanz berührende Wissenschaft. Hätte der Talmud solche Folgen gehabt, wie sie ihm der Vf. v^ndicirt, so hätten sie sich ja gleich in der ersten Zeit näch seinem Abschlüsse äussern mÜ6aen, und das Sendschreiben des R. Scherira Gaon gehörte einfach zu den Unmöglichkeiten. Die Ursache, das die Chazaren bis auf wenige dürftige Notizen verachollen sind, ist einzig und allein in ihrer isolirten, vom civilisirten Luröpa entfernten Lage, wie auch darin zu Sachen, dass die jüdische Religion nur officielle 8taatsreligion war, der die Beamten, und auch diese nicht alle, anhingen; das! Volk bestand aus Anhängern der verschiedensten Religionen, wie es der Vf. selber bemerkt, wo er von der grossen Toleranz dieses jüdischen ]Reiches spricht. Ebenso spurlos verschwanden die späten daselbst entstandenen islamitischen Reiche. Zum Schlüsse bemerkt der Vf,. dass iq den heutigen Bewohnern der Krikn noch Ueberreste der Chazaren. zu suchen seien. , . Ich will ־‘daraW "noch eine Hypothese knüpfen, die sich mir schon seit lange aufgedrängt hat and die mit* der obenerwähnten Sage im Zusammenhänge zu stehen und sie zu erklären scheint Das rumänische Volk nennt einen Riesen ״Jidan“ Jude. Ich erkläre mir das dadurch, dass Chazaren auf ihrer Flucht auch nach Rumänien kamen und ob ihrerathletischen Gestalt 8 tau aen und Furcht erregten; ihrem Glauben nach charakt^risirteo sie sich wahrscheinlich als ״Juden“, daher der Name Jude gleichbedeutend mit einem Athleten, und die Stadt, die wahrscheinlich cyklopische Mauern hatte, wurde vom Volke Judenstadt, d. h Riesenstadt genannt, daher der Name und daher dann die Sage. Erwähnen will ich noch, dass in der von Miklosich herausgegebenen altsloveaischen Legende von CyriLf und MethQd erzählt wird, Cyrill sei bei den Chäzürm •gewesen and habe dort mit jüdischen Gelehrten disputirt und diese obligaterweise besiegt, worauf der Chazaren- Chajan das Christenthum angenommen hätte. Ich weiss nicht, ob Jeiqand schon darauf hingewiesen hat. Hm. M. sei Dank-für diesen Vortrag ausgesprochen, .der doch mit dazu beitragen wird, wenn auch nur Weniges ans unserer Geschichte unter dem gebildeten Theilf der jüdischen Bevölkerung in Rumänien zu verbreiten. Breslau, 4. August. Dr. ML Gast er. Rothschild, Dr., Rabbiner, Gebet- und Reli^ionsbüchlein für die erste israelitische Jugend. Breslau, A. Hepner8 Verlag 1879 Das Büchlein enthält Gebete (in Gedichtchen und Prosa), sowie einige Erklärungen über die Bedeutung der religiösen Feste und ihrer Gebräuche. Der Verf. widmet es der ersten Jugend. Offenbar füllt derselbe mit dieser Gabe eine Lücke in unserer Schulbücher- Literatur aus, denn Mutter und Kind unserer Zeit sind gar oft den traditionellen hebr. Gebeten entfremdet. Diese selbst würden aber auch bei der Unkenntniss des Hebräischen ihren Zweck nicht erfüllen; denn das Kind 8011 nichts beten, was es nicht versteht, wenn es sieh nicht an Gedank- und Andachtslosigkeit gewöhnen soll. Sprache und Inhalt der vorliegenden Gebete und Erklärungen gehen indess 01t über die Fassungskraft der ersten Kinderjahre hinaus. Der Verf. scheint somit auch das Bedürfnis der nachfolgenden, heranwachsenden Jugend in's Auge gefasst zu haben, und zwar wohl darum, weil unsere Kinder leider gar oft erst spät der Religionsschule übergeben weiden, religiöse Erziehung aber und frühzeitige Erweckung religiöser Gefühle für sie durch das Haus um so weniger zu entbehren sind Der Gebrauch des Siddur und die thätige T heil nah me am öffentlichen Gottesdienste tritt in unserer Zeit später ein als ehedem. Für diese häuslichen Zwecke religiöser Er- Ziehung ,eignen sich die gewöhnlichen Religionsbücher nicht. Für den ersten religiösen Unterricht in der Schule fehlt ebenfalls das geeignete Büchlein in der Hand des Lehrers sowohl wie der Kinder; der Unterriebt aus dem vorliegenden Büchlein in der Schule würde auchwieder denGebrauch desselben im Hause unterstützen. Sobald das Kind hebr. lesen und übersetzen kann, trete das hebr Gebetbuch oder ein gutgewählter Auszug aus demselben — wozu sich besonders Rahmer’s Tefilla kezara I. und II Curs. eignet — an seine Stelle oder daneben in Anwendung. Dann wird der Unterricht ein erspriesslicher sein. r Cohen, L., Lehrer, מפתח לקכוע עתים. Schlüssel zur sofortigen Umwandlung jedes bürgerlichen Datums in das entsprechende jüdische'und umgekehrt ohne irgendwelche Berechnung, sowie zur Bestimmung des Wochentages jedes Datums für die Jahre 1800—1950. Rees a. Rh. 1879. Selbstverlag des Verfassers. In Commission bei J. Kauffinann in Frankfurt a. M. Der Verf. will ein praktisches Handbuch liefern, und das ist ihm gelungen. Leichter z B. als durch die dem Buchner’schen Kalender beigegebene Tafel, welche nur jedes erste Monatsdatum aufführt, kann man mit Benutzung des vorliegenden Werkes jeden Tag ohne mühsames Rechnen und Zählen auf die bürgerliche oder jüdische Zeitrechnung hin bestimmen. Da bei jedem Ersten des jüdischen Monats auch der Wochentag angegeben ist, erscheint es fast als übergrosse Erleichterung, wenn in der Schlusslabelle auch die Wochentage jedes Ersten in den Monaten der bürgerlichen Zeitrechnung genannt sind. Die Hauptfrage, ob das Buch brauchbar ist, glaubt Beferent bejahen zu können. Er hat sich die Mühe nicht verdriessen lassen, eine grosse Anzahl der Tabellen genau zu prüfen und hat keine Irrthümer gefunden. Unpraktisch ist’s, dass der Verf. auch Tabellen für 1750—1800 als Nachtrag bringen will. Das gewöhnliehe Bedürfniss ist mit den vorliegenden vollauf befriedigt, und für die Wenigen, die aus wissenschaftlichen odersonstigen Gründen die Erweiterung nach rückwärts wünsehen, wird, fürchten wir, die Auflage zu gross werden. Die Jetztzeit hätte die Vergangenheit mitbringen und coursfähig machen müssen. Es wäre un9 lieb, wenn wir zu schwarz gesehen hätten. — Zum Nachschlagen, zum Bestimmen von Jaiirzeiten, I^ar-Mizwa's u. s. w. ist die Arbeit des Herrn Cohen jedem jüdischen Hause recht sehr zu empfehlen. Coblenz. Dr. Lewin. ^SKBBrtattlteWRaiartsnr Dr. ä«K1«r in M*g4ebarg 1/raek von- H. Horbach in Barby. Verlag von Bobtrt Fri»1e in Leipzig.

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